Neues Volksblatt: "Wunsch der SPÖ" von Markus EBERT

Ausgabe vom 24. Juli 2013

Linz (OTS) - Bei 100 Hausbesuchen sei er ein einziges Mal auf die Swap-Affäre angesprochen worden, berichtete gestern in seiner Rücktrittspressekonferenz der Linzer Noch-SPÖ-Finanzstadtrat Johann Mayr. Seine Schlussfolgerung: Während die Causa aus parteipolitischem Interesse (gemeint ist primär die ÖVP) skandalisiert werde, lasse die Bevölkerung das kalt. Auch Bürgermeister Franz Dobusch argumentiert ähnlich: Es gebe eine politische Wirklichkeit in Linz, die besage, es gehe in der Stadt viel weiter, und es gebe "die Wirklichkeit der ÖVP". Doch das "Schlechtreden einer Stadt funktioniert nicht", sagt der Bürgermeister. Und offenbart damit einmal mehr ein SPÖ-Selbstverständnis, das geradezu zum politischen Widerspruch herausfordern muss. Denn ob es der SPÖ schmeckt oder nicht: Unter der Verantwortung roter Politiker kam der Deal mit der Bawag zustande -und darüber muss auch geredet werden dürfen. Das hat nichts damit zu tun, dass selbstverständlich alles getan werden muss, um Schaden von der Stadt abzuwenden, was ohnehin schwer genug wird. Das ist alles Teil der Wirklichkeit, in der sich Linz befindet. Und es ist bemerkenswerterweise auch Teil dieser Wirklichkeit - und insofern mag Mayrs empirischer Befund sogar stimmen - dass das mögliche Schadensausmaß der Swap-Zockerei bei der Bevölkerung immer noch nicht angekommen ist. Diesen Zustand zu konservieren ist wohl der sehnlichste SPÖ-Wunsch.

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