- 23.07.2013, 09:43:34
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Kraftwerk Kaunertal: Veto von Berlakovich gegen EU-Diktat notwendig
WWF: TIWAG missbraucht EU-Instrument für Flusszerstörung
Utl.: WWF: TIWAG missbraucht EU-Instrument für Flusszerstörung =
Innsbruck/Wien (OTS) - Morgen, am 24 Juli, wird auf europäischer
Ebene entschieden, ob der geplante Ausbau des Kraftwerks Kaunertal
durch die TIWAG ein Projekt von öffentlichem Interesse wird. Das
könnte die Zerstörung der Tiroler Naturjuwelen Gurgler und Venter
Ache und des Platzertals bedeuten. Denn Projekte von öffentlichem
Interesse werden in einer Art Sonderstatus mit beschleunigten
Genehmigungsverfahren bei der Umweltverträglichkeitsprüfung
behandelt. Der jüngste Bericht der Umweltschutzabteilung der Tiroler
Landesregierung zeigt klar, dass die gesundheitsbezogenen Grenz- und
Richtwerte durch die Staubbelastung während der Bauphase des
Kraftwerks zum Teil erheblich überschritten werden. "Wenn die Tiroler
so einer Gefahr ausgesetzt werden sollen, muss jetzt vom
Umweltminister die Notbremse gezogen werden. Kein Ausbau des
Kraftwerks Kaunertal für TIWAG-Profite!", fordert WWF-Experte Thomas
Diem.
Der WWF kritisiert, dass in diesem Fall die EU entscheiden kann, was
in öffentlichem Interesse ist und was nicht. Dieses EU-Instrument
wurde eigentlich für den Ausbau der Stromnetze entwickelt, nicht für
den Kraftwerksbau. Dazu kam es, weil das Wirtschaftsministerium das
Kaunertal-Kraftwerk auf die Liste gesetzt hat "Die TIWAG missbraucht
hier ein Instrument für ihre Zwecke. Berlakovich darf nicht zulassen,
dass von der EU bestimmt wird, welche Flüsse in Österreich zerstört
werden dürfen und welche nicht", appelliert Diem an den Minister.
Selbst die Europäische Kommission hat bereits ihre Bedenken gegen das
Kraftwerk angemeldet und wird es genauestens prüfen.
Das wirkliche öffentliche Interesse in Bezug auf den Ausbau des
Kraftwerks Kaunertal liegt bei der Tiroler Bevölkerung. Vor einem
Jahr wurden vom WWF 13.000 Unterschriften gegen den Ausbau des
Kraftwerks Kaunertal an Umweltminister Berlakovich überreicht.
Seitdem wächst der Widerstand gegen dieses ökologisch und sozial
unverträgliche Kraftwerk weiter an. Die Agrarvereinigungen des
Ötztals stemmen sich - zum Teil als betroffene Grundeigentümer - mehr
und mehr gegen dieses TIWAG-Projekt.
1998 wurden Gurgler und Venter Ache vom Umweltministerium, dem
Landwirtschafts-ministerium und dem WWF zu nationalen
Flussheiligtümern erklärt. Der Schutz dieser einzigartigen Gewässer
vor der Nutzung durch Wasserkraft wurde per Unterschrift der
Regierungsmitglieder besiegelt. Minister Nikolaus Berlakovich muss
sich jetzt für diesen Schutzstatus der beiden Flüsse einsetzten und
sein klares Veto in Brüssel einlegen.
Der wirtschaftliche Wohlstand im Ötz- und Kaunertal ist vom Tourismus
abhängig. Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal würde die
wirtschaftliche Entwicklung der Region negativ beeinflussen. Hier
sind sich WWF und Tourismusverband Ötztal einig. Die größten
Umweltschutzorganisationen Österreichs, darunter auch GLOBAL 2000 und
GREENPEACE treten seit über einem Jahr gemeinsam gegen dieses
Flusszerstörungsprojekt der TIWAG auf.
Der WWF fordert Landeshauptmann Günther Platter und Umweltminister
Nikolaus Berlakovich auf die TIWAG zu einer substanziellen Umplanung
ihrer Kraftwerksvorhaben im Tiroler Oberland zu veranlassen.
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