- 16.07.2013, 12:53:16
- /
- OTS0111 OTW0111
Ausuferndes Unterhaltungsprogramm und teure Imagekampagnen bestätigen finanziellen Überfluss beim ORF
Wien (OTS) - Das Jahr 2013 sei im Bereich der fiktionalen
Unterhaltung "eines der produktivsten seit langem", wird der Film-
und Serienchef des ORF in der aktuellen Ausgabe des Magazins TV-Media
zitiert. Über vier Seiten wird dort das umfangreiche fiktionale
Unterhaltungsprogramm des ORF für die nächsten Monate dargestellt.
Der Eindruck, dass der ORF unter Finanznot leidet, ist für das
Magazin klar widerlegt.
"Tatsächlich hat der ORF erneut ein enormes Budget aufgewendet, um
im TV-Unterhaltungsbereich eine Vielzahl an Top-Rechten
einzukaufen.", erläutert Klaus Schweighofer, Vorsitzender des VÖP und
Vorstand der Styria Media Group. "Von knappen Mitteln oder gar
Sparzwängen ist im kommerziellen Unterhaltungsbereich rein gar nichts
zu spüren!"
Ein weiteres aktuelles Beispiel für das Fehlen finanzieller Zwänge
ist die Free-TV Premiere des Oscar-prämierten Films The King's Speech
am gestrigen Montag. "Kein wirtschaftlich agierender Privatsender
würde, genauer gesagt: könnte es sich leisten, diesen Top-Film an
einem Montag im schwachen Sommermonat Juli zu senden!", legt Corinna
Drumm, Geschäftsführerin des VÖP, dar. "Hier werden gewaltige Summen
ausgegeben, mit dem einzigen Ziel, diese Rechte für die Mitbewerber
unzugänglich zu machen."
Zu einem ähnlichen Befund gelangt Schweighofer auch für den
Radiobereich: "Die aktuelle Ö3-Kampagne ist ein weiteres Beispiel für
die Geldverschwendung des ORF! Die Präsenz vor allem im Bereich der
Außenwerbung ist aberwitzig hoch, die hierfür anfallenden Kosten
müssen abenteuerlich sein. Dass die Bildsprache dabei nicht den
geringsten Radio-Bezug hat, ist nur ein Detail am Rande."
Schon die Imagekampagne "ORF - Wie Wir" wurde in der Fachwelt
kritisch beurteilt und hat durch ihren hohen Werbedruck zu einem
dramatischen Anstieg der Eigenwerbeausgaben des ORF geführt. "Wer
sich Imagewerbung in diesem Ausmaß leisten kann, der hat eindeutig zu
viel Geld!", so Drumm.
Auch im Hinblick auf den gestern veröffentlichten Bescheid der
KommAustria, der dem ORF für die On-Demand Plattform TVthek weitere
Vermarktungsmöglichkeiten eröffnet, nimmt Schweighofer kein Blatt vor
den Mund: "Es ist EU-weit völlig einzigartig, dass einem
öffentlich-rechtlichen Sender noch zusätzliche Werbemöglichkeiten
eingeräumt werden." Tatsächlich geht der Trend in allen anderen
EU-Ländern in die gegenläufige Richtung: Öffentlich-rechtliche Sender
werden entweder stärker beschränkt oder überhaupt werbefrei gestellt.
"Die zusätzlichen Freiheiten, die der ORF nun erhalten hat, sind
absurd!", so Drumm. "Das Gesetz muss in diesem Punkt dringend
geändert werden, so dass eine Vermarktung der TVthek mit Videowerbung
nicht mehr zulässig ist, so wie das beispielsweise auch in
Deutschland der Fall ist."
"Jedenfalls sollte die Diskussion über eine zusätzliche staatliche
Beihilfe aus dem Steuertopf ("Gebührenrefundierung 2014") damit vom
Tisch sein, da der ORF ohnehin über weit mehr finanzielle Mittel
verfügt als benötigt und ihm jetzt sogar zusätzliche
Werbemöglichkeiten eingeräumt wurden.", so Schweighofer.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VOP






