• 12.07.2013, 10:40:03
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Greenpeace fordert Totalverbot von Bienenkiller-Pestizid Fipronil

Österreich muss sich bei EU-ExpertInnen-Ausschuss für Fipronil-Verbot einsetzen

Utl.: Österreich muss sich bei EU-ExpertInnen-Ausschuss für
Fipronil-Verbot einsetzen =

Brüssel/Wien (OTS) - Am kommenden Montag und Dienstag soll ein
mögliches Verbot eines weiteren bienengefährlichen Pestizids bei dem
auf EU-Ebene stattfindenden ExpertInnen-Ausschuss diskutiert werden.
"Nun kann Umweltminister Nikolaus Berlakovich auch auf EU-Ebene den
erst kürzlich verkündeten Leitsatz 'Im Zweifel für die Bienen' in die
Tat umsetzen. Österreich muss sich für ein Totalverbot des
Bienenkillers Fipronil einsetzten", so Dagmar Urban,
Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Mai
eine Risikobewertung des von dem deutschen Chemiekonzerns BASF
produzierten Pestizids Fipronil veröffentlicht und "hohe akute
Risiken" für Bienen festgestellt. Drei andere bienengefährliche
Pestizide wurden basierend auf ähnlich alarmierenden Einschätzungen
der EFSA bereits teilweise auf EU-Ebene verboten. Das österreichische
Parlament hat ein darüber hinausgehendes Teilverbot beschlossen.
Fipronil ist eines jener sieben Pestizide für die Greenpeace
Totalverbote fordert.

"Angesichts der wissenschaftlichen Belege, die die
Bienengefährlichkeit von Fipronil betonen, aber auch aufgrund der
massiven Datenlücken muss die Reaktion der EU-Staaten ein Totalverbot
dieses Wirkstoffes nach dem Vorsorgeprinzip sein. Bienen sind einfach
zu wichtig für unsere Lebensmittelproduktion und Ökosysteme um hier
nur mit Einschränkungen bei der Anwendung zu reagieren", betont
Urban.

Die EFSA hat in ihrer Risikobewertung beim Einsatz von Fipronil als
Saatgutbeize bei Mais akute Gefahren für Bienen festgestellt. Darüber
hinaus konnte aufgrund großer Datenlücken bei vielen weiteren
Anwendungen, aber auch bei den Gefahren für andere Bestäuber, die
Risikoanalyse nicht abgeschlossen werden. Zwei Drittel der EU Staaten
haben den Einsatz von Fipronil bereits verboten. Auch in Österreich
verfügt Fipronil über keine reguläre Zulassung für den Einsatz in der
Landwirtschaft, wohl aber eine Zulassung als Biozid und kann damit
von KonsumentInnen für den Hausgebrauch gekauft werden. Darüber
hinaus hatte Fipronil in Österreich aber mehrfach eine sogenannte
"Gefahr in Verzug"-Zulassung bei Kartoffeln.

"Unser Weg muss sich in Richtung einer ökologischen und biologischen
Landwirtschaft entwickeln, die auf den Einsatz von Chemiekeulen
verzichtet. Greenpeace fordert daher einen umfassenden EU-weiten
Aktionsplan um dem Bienensterben in Europa entgegenzuwirken. Wir
müssen unsere Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber
endlich wahrnehmen und unsere Lebensmittel im Einklang mit der Umwelt
produzieren anstatt gegen sie zu arbeiten", so Urban abschließend.

Den gesamten Greenpeace-Report "Bye bye Biene? Das Bienensterben und
die Risiken für die Landwirtschaft in Europa" finden Sie unter
www.bienenschutz.at/report

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