Niedermoser und Kalliauer: Wer krank ist, muss sich auskurieren!

Linz (OTS) - Die gestrige Aussendung der Wirtschaftskammer erweckt den Eindruck, viele Arbeitnehmer/-innen würden sich ungerechtfertigt krankschreiben lassen und die Ärzte würden dem Vorschub leisten. Das Problem sei aber anders gelagert, informieren Arbeiterkammerpräsident Dr. Johann Kalliauer und Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser:
Der Druck auf die Arbeitnehmer/-innen sei enorm - Kündigungen im Krankenstand, Krankenstandsrückkehrgespräche, krank in die Arbeit -diese Entwicklung sei fatal und führe zu nachhaltigen Schäden.

"Dass über 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krank zur Arbeit gehen, lässt bei uns alle Alarmglocken läuten. So wird es nicht gelingen, Menschen länger in Arbeit zu halten!", warnt Präsident Dr. Johann Kalliauer. Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser stellt klar: "Die Ärzte schreiben ihre Patienten nicht ohne Grund krank. Der Krankenstand ist notwendig, um wieder gesund zu werden. Ansonsten riskiert man Folgen, die zu einer dauerhaft reduzierten Arbeitsleistung oder sogar Arbeitsunfähigkeit führen können!"

2012 waren Oberösterreichs Arbeitnehmer/-innen rund 9,5 Arbeitstage krank. Die Hälfte aller Krankenstandstage fallen auf fünf Prozent der Arbeitnehmer/-innen, ein Großteil der Krankenstände wird durch schwer und chronisch kranke Menschen verursacht. Zirka ein Drittel der Arbeitnehmer/-innen war gar nicht im Krankenstand. Krankenversicherung, Krankenstand und Entgeltfortzahlung sind wichtige Errungenschaften des letzten Jahrhunderts. Sich auskurieren und wieder gesund zur Arbeit kommen ist der nachhaltige Weg, Menschen lange fit und gesund zu erhalten. Diese Rechte werden durch Unterstellungen und Druck immer wieder in Abrede gestellt, mit gefährlichen Folgen für die Gesundheit.

"Niemand hat was davon, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krank zur Arbeit gehen. Alle Studien zeigen, dass die Folgen fatal sind. Neben Verschlechterungen des Gesundheitszustandes kommt es außerdem oft zu einer Kündigung des sogenannten psychologischen Arbeitsvertrags, weil sich Menschen von den Firmen nur noch benutzt fühlen. Die Folge ist Dienst nach Vorschrift und das ist für niemanden gut, weil es jede Motivation nimmt und die Innovation und Einsatzbereitschaft schwächt, " appelliert Präsident Kalliauer an die Unternehmen.

"Sollte es tatsächlich zutreffen, dass manche Arbeitnehmer nach ihrer Kündigung vermehrt in den Krankenstand gehen, so ist das sicherlich nicht in jedem Fall gerechtfertigt. Da muss man genau hinsehen", sagt Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser, "genauso problematisch ist aber, wenn in Einzelfällen Menschen im Krankenstand gekündigt werden und Krankenstände kriminalisiert werden!"

Arbeit spielt eine große Rolle für die Gesundheit. Prävention ist der beste Weg, genug Zeit zum Auskurieren von Erkrankungen ebenso. Angst und Druck bewirken das Gegenteil und erschweren auch die Arbeit der Mediziner/-innen, weil Therapien oder gesunderhaltende Lebensweise dann oft den Arbeitsanforderungen untergeordnet werden.

Es brauche gemeinsame Anstrengungen, den Arbeitnehmer/-innen eine gesunde Arbeitswelt zu bieten, sind sich Kalliauer und Niedermoser einig.

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