• 09.07.2013, 10:51:13
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Niedermoser und Kalliauer: Wer krank ist, muss sich auskurieren!

Linz (OTS) - Die gestrige Aussendung der Wirtschaftskammer erweckt
den Eindruck, viele Arbeitnehmer/-innen würden sich ungerechtfertigt
krankschreiben lassen und die Ärzte würden dem Vorschub leisten. Das
Problem sei aber anders gelagert, informieren Arbeiterkammerpräsident
Dr. Johann Kalliauer und Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser:
Der Druck auf die Arbeitnehmer/-innen sei enorm - Kündigungen im
Krankenstand, Krankenstandsrückkehrgespräche, krank in die Arbeit -
diese Entwicklung sei fatal und führe zu nachhaltigen Schäden.

"Dass über 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krank
zur Arbeit gehen, lässt bei uns alle Alarmglocken läuten. So wird es
nicht gelingen, Menschen länger in Arbeit zu halten!", warnt
Präsident Dr. Johann Kalliauer. Ärztekammerpräsident Dr. Peter
Niedermoser stellt klar: "Die Ärzte schreiben ihre Patienten nicht
ohne Grund krank. Der Krankenstand ist notwendig, um wieder gesund zu
werden. Ansonsten riskiert man Folgen, die zu einer dauerhaft
reduzierten Arbeitsleistung oder sogar Arbeitsunfähigkeit führen
können!"

2012 waren Oberösterreichs Arbeitnehmer/-innen rund 9,5
Arbeitstage krank. Die Hälfte aller Krankenstandstage fallen auf fünf
Prozent der Arbeitnehmer/-innen, ein Großteil der Krankenstände wird
durch schwer und chronisch kranke Menschen verursacht. Zirka ein
Drittel der Arbeitnehmer/-innen war gar nicht im Krankenstand.
Krankenversicherung, Krankenstand und Entgeltfortzahlung sind
wichtige Errungenschaften des letzten Jahrhunderts. Sich auskurieren
und wieder gesund zur Arbeit kommen ist der nachhaltige Weg, Menschen
lange fit und gesund zu erhalten. Diese Rechte werden durch
Unterstellungen und Druck immer wieder in Abrede gestellt, mit
gefährlichen Folgen für die Gesundheit.

"Niemand hat was davon, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
krank zur Arbeit gehen. Alle Studien zeigen, dass die Folgen fatal
sind. Neben Verschlechterungen des Gesundheitszustandes kommt es
außerdem oft zu einer Kündigung des sogenannten psychologischen
Arbeitsvertrags, weil sich Menschen von den Firmen nur noch benutzt
fühlen. Die Folge ist Dienst nach Vorschrift und das ist für
niemanden gut, weil es jede Motivation nimmt und die Innovation und
Einsatzbereitschaft schwächt, " appelliert Präsident Kalliauer an die
Unternehmen.

"Sollte es tatsächlich zutreffen, dass manche Arbeitnehmer nach
ihrer Kündigung vermehrt in den Krankenstand gehen, so ist das
sicherlich nicht in jedem Fall gerechtfertigt. Da muss man genau
hinsehen", sagt Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser, "genauso
problematisch ist aber, wenn in Einzelfällen Menschen im Krankenstand
gekündigt werden und Krankenstände kriminalisiert werden!"

Arbeit spielt eine große Rolle für die Gesundheit. Prävention ist
der beste Weg, genug Zeit zum Auskurieren von Erkrankungen ebenso.
Angst und Druck bewirken das Gegenteil und erschweren auch die Arbeit
der Mediziner/-innen, weil Therapien oder gesunderhaltende
Lebensweise dann oft den Arbeitsanforderungen untergeordnet werden.

Es brauche gemeinsame Anstrengungen, den Arbeitnehmer/-innen eine
gesunde Arbeitswelt zu bieten, sind sich Kalliauer und Niedermoser
einig.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

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