- 05.07.2013, 10:32:52
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AK-Führungskräfte Monitor: Weniger Führungskräfte in Österreich
Linz (OTS) - Die aktuelle Auswertung des Österreichischen
Führungskräfte Monitors - eine Studie von SORA im Auftrag der
Arbeiterkammer Oberösterreich - zeigt, dass der berufliche Aufstieg
seit 2010 schwieriger wurde. Die Zahl der Führungskräfte ist in den
letzten drei Jahren von rund 498.000 auf rund 413.000 gesunken. Der
Anteil der unselbstständig Beschäftigten mit einer leitenden Funktion
liegt laut Führungskräfte Monitor in Österreich 2012/2013 bei elf
Prozent. Der höchste Anteil an Führungskräften findet sich im
Verwaltungssektor mit 15 Prozent, der niedrigste im
Unterrichtsbereich mit neun Prozent.
Entscheidend bzw. Voraussetzung für eine Führungsrolle sind nach
wie vor Faktoren wie Bildung, Geschlecht und Alter: Je höher das
formale Bildungsniveau, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass
eine Beschäftigte/ein Beschäftigter eine leitende Funktion innehat.
Führungskräfte sind großteils älter und männlich. Zudem sind doppelt
so viele Vollzeitbeschäftigte als Teilzeitbeschäftigte
Führungskräfte.
Ein weiterer Aspekt: Migrantinnen und Migranten schaffen es nur zu
fünf Prozent in eine leitende Position, Beschäftigte ohne
Migrationshintergrund hingegen zu 12 Prozent. Besonders auffällig:
Sogar hoch qualifizierte Migranten/-innen schaffen es selten in eine
leitende Funktion. Nur neun Prozent aller Migranten/-innen mit
Studienabschluss, aber 24 Prozent aller höher qualifizierten
Beschäftigten ohne Migrationshintergrund, sind in einer leitenden
Position.
Rückgang bei Führungsjobs trifft besonders Frauen
Der Anteil an Führungskräften unter weiblichen Beschäftigten ist
seit 2010 kontinuierlich von neun auf derzeit fünf Prozent gesunken.
Auch unter männlichen Führungskräften ist der Anteil gesunken. Er hat
sich allerdings von 2012 auf 2013 wieder etwas steigern können.
Offenbar zeigt die Finanz- und Wirtschaftskrise auch hier ihre
Auswirkungen. Die verstärkten Einsparungen und Rationalisierungen der
Unternehmen wirken sich auch auf die Führungskräfte aus, besonders
auf Frauen.
Nach wie vor ist die - vor allem länger als zwei Jahre dauernde -
Unterbrechung der Berufslaufbahn wegen Kinderbetreuung ein großes
Hindernis für die weitere Karriere. Immer noch pausieren vor allem
Frauen wegen Kinderbetreuung für gewisse Zeit in ihren Jobs. Bei den
über 45-jährigen Frauen, die ihre Erwerbskarriere nicht für die
Kinderbetreuung unterbrochen haben, liegt der Anteil an
Führungskräften aktuell bei 17 Prozent. Bei Frauen, die ihre
Erwerbskarriere zum Zweck der Kinderbetreuung unterbrochen haben, nur
bei sieben Prozent.
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert Betreuungsplätze für
mindestens 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren bis spätestens
2015, eine Ausweitung der Kindergartenplätze, die den Bedürfnissen
einer Vollzeit erwerbstätigen Mutter entsprechen, auf 45 Prozent, die
schrittweise Ausdehnung der Kindergartenpflicht sowie eine
Qualitätsoffensive u.a. durch folgende Maßnahmen: Aufwertung der
Pädagogen/-innen sowie der Helfer/-innen und Verbesserung des
Betreuungsschlüssels (pro Gruppe mit 20 Kindern zwei ausgebildete
Pädagogen/-innen sowie verpflichtend eine Helferin); bei Gruppen, die
einen hohen Anteil von Kindern mit einer anderen Erstsprache als
Deutsch haben, ist eine zweite, speziell vorbereitete Fachkraft
vorzusehen.
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