AK-Führungskräfte Monitor: Weniger Führungskräfte in Österreich

Linz (OTS) - Die aktuelle Auswertung des Österreichischen Führungskräfte Monitors - eine Studie von SORA im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich - zeigt, dass der berufliche Aufstieg seit 2010 schwieriger wurde. Die Zahl der Führungskräfte ist in den letzten drei Jahren von rund 498.000 auf rund 413.000 gesunken. Der Anteil der unselbstständig Beschäftigten mit einer leitenden Funktion liegt laut Führungskräfte Monitor in Österreich 2012/2013 bei elf Prozent. Der höchste Anteil an Führungskräften findet sich im Verwaltungssektor mit 15 Prozent, der niedrigste im Unterrichtsbereich mit neun Prozent.

Entscheidend bzw. Voraussetzung für eine Führungsrolle sind nach wie vor Faktoren wie Bildung, Geschlecht und Alter: Je höher das formale Bildungsniveau, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine Beschäftigte/ein Beschäftigter eine leitende Funktion innehat. Führungskräfte sind großteils älter und männlich. Zudem sind doppelt so viele Vollzeitbeschäftigte als Teilzeitbeschäftigte Führungskräfte.

Ein weiterer Aspekt: Migrantinnen und Migranten schaffen es nur zu fünf Prozent in eine leitende Position, Beschäftigte ohne Migrationshintergrund hingegen zu 12 Prozent. Besonders auffällig:
Sogar hoch qualifizierte Migranten/-innen schaffen es selten in eine leitende Funktion. Nur neun Prozent aller Migranten/-innen mit Studienabschluss, aber 24 Prozent aller höher qualifizierten Beschäftigten ohne Migrationshintergrund, sind in einer leitenden Position.

Rückgang bei Führungsjobs trifft besonders Frauen

Der Anteil an Führungskräften unter weiblichen Beschäftigten ist seit 2010 kontinuierlich von neun auf derzeit fünf Prozent gesunken. Auch unter männlichen Führungskräften ist der Anteil gesunken. Er hat sich allerdings von 2012 auf 2013 wieder etwas steigern können. Offenbar zeigt die Finanz- und Wirtschaftskrise auch hier ihre Auswirkungen. Die verstärkten Einsparungen und Rationalisierungen der Unternehmen wirken sich auch auf die Führungskräfte aus, besonders auf Frauen.

Nach wie vor ist die - vor allem länger als zwei Jahre dauernde -Unterbrechung der Berufslaufbahn wegen Kinderbetreuung ein großes Hindernis für die weitere Karriere. Immer noch pausieren vor allem Frauen wegen Kinderbetreuung für gewisse Zeit in ihren Jobs. Bei den über 45-jährigen Frauen, die ihre Erwerbskarriere nicht für die Kinderbetreuung unterbrochen haben, liegt der Anteil an Führungskräften aktuell bei 17 Prozent. Bei Frauen, die ihre Erwerbskarriere zum Zweck der Kinderbetreuung unterbrochen haben, nur bei sieben Prozent.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert Betreuungsplätze für mindestens 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren bis spätestens 2015, eine Ausweitung der Kindergartenplätze, die den Bedürfnissen einer Vollzeit erwerbstätigen Mutter entsprechen, auf 45 Prozent, die schrittweise Ausdehnung der Kindergartenpflicht sowie eine Qualitätsoffensive u.a. durch folgende Maßnahmen: Aufwertung der Pädagogen/-innen sowie der Helfer/-innen und Verbesserung des Betreuungsschlüssels (pro Gruppe mit 20 Kindern zwei ausgebildete Pädagogen/-innen sowie verpflichtend eine Helferin); bei Gruppen, die einen hohen Anteil von Kindern mit einer anderen Erstsprache als Deutsch haben, ist eine zweite, speziell vorbereitete Fachkraft vorzusehen.

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