• 02.07.2013, 16:17:46
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Montecuccoli: GAP - Eine Medaille mit zwei Seiten

Umsetzung der GAP darf sich nicht als Sackgasse erweisen

Utl.: Umsetzung der GAP darf sich nicht als Sackgasse erweisen =

Wien (OTS) - Die Land&Forst Betriebe Österreich begrüßen das letzte
Woche erzielte Verhandlungsergebnis zur Gemeinsamen Agrarpolitik
(GAP) in seinen Grundsätzen, allerdings birgt die Reform auch einige
Schattenseiten. Vor allem für wachsende Betriebe können sich die noch
offenen Details als Stolpersteine erweisen.

Grundsätzlich zufriedenstellendes Verhandlungsergebnis

"Mit der erzielten Einigung zur GAP wurde letzte Woche ein für die
Landwirtschaft tragfähiger Kompromiss beschlossen. Davon ausgehend,
dass massive Einschnitte mit einem Verlust an finanziellen Mitteln
von 30 Prozent im Raum standen, haben die heimischen
Verhandlungsführer ein sehr gutes Ergebnis für die heimische Land-
und Forstwirtschaft erzielt. Besonders hervorzuheben sind dabei auch
die Beibehaltung der Gebietskulisse von benachteiligten Gebieten und
die Ausgleichszulage, die in Zukunft treffsicherer gestaltet werden
kann. Die GAP steht somit auch künftig für eine produzierende
nachhaltige Landbewirtschaftung", zeigt sich der Präsident der
Land&Forst Betriebe Österreich, DI Felix MONTECUCCOLI, grundsätzlich
zufrieden mit dem derzeitigen Ergebnis.

Nationale Kofinanzierung sicherstellen

"Die Reform anerkennt die vielfältigen Ökoleistungen für
Gesellschaft und Umwelt, die die heimische Landwirtschaft erbringt.
Es ist ein positiver Impuls für den Erhalt des ländlichen Raumes und
ein wichtiger Schritt zu stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Dieses positive Signal aus Brüssel muss nun auf nationaler Ebene
verstärkt werden. Um weiterhin das hohe Niveau einer nachhaltigen und
professionellen Landbewirtschaftung durch Familienbetriebe zu
erhalten, braucht es eine gesicherte nationale Kofinanzierung von 50
Prozent. Die politischen Verantwortungsträger in Österreich sind
gefordert, die entsprechenden finanziellen Mittel bereitzustellen, um
eine wettbewerbsfähige und produzierende Landwirtschaft, den Erhalt
des ländlichen Raumes und der vielfältigen "Public Goods" zu
gewährleisten", betont DI Richard AUER-WELSBACH, Vizepräsident der
Land&Forst Betriebe Österreich.

Umsetzungsweg GAP teilweise noch holprig

"Österreich gilt als Vorreiter für eine umweltgerechte
Landwirtschaft und dieser Weg hat sich nun auch in Europa
durchgesetzt. Die schon bisher in Österreich praktizierte vielfältige
Fruchtfolge oder der Anbau von Eiweißpflanzen für die heimische
Futtermittelproduktion werden zukünftig als ökologische Leistung im
Greening anerkannt. Damit können die heimischen Ackerbaubetriebe auch
in Zukunft ihren erfolgreichen naturnahen Weg fortsetzen. Das
bisherige Umweltprogramm muss daher nun auch für den Ackerbau neu
abgestimmt werden", so DI Richard AUER-WELSBACH.

"Mit dem geplanten Greening macht die EU die Umweltleistungen
sichtbar und deutlich, dass eine angemessene Leistungsabgeltung
angebracht ist. Gleichzeitig liegen auf diesem Weg noch viele
Stolpersteine, die sich gerade für wachsende Familienbetriebe als
Sackgasse erweisen können", erläutert DI Richard AUER-WELSBACH.

Seriöse Agrarpolitik mutiert zu Umverteilungspolitik

"Mit der Diskussion um Obergrenzen und Degression verkommt die
bisher seriöse Agrarpolitik nämlich zu einer fragwürdigen
Umverteilungspolitik. Klar ist, dass eine unbedachte Degression und
allfällige Obergrenzen das derzeitige akzeptable Ergebnis mit einem
Schlag zunichtemachen würden. Denn dies führt zu massiven
Wettbewerbsverzerrungen, wenn in einzelnen Mitgliedstaaten größeren
Betrieben, die auch mehr Leistung erbringen, die volle Abgeltung
vorenthalten wird. Bei einer Taxifahrt zahlt der Fahrgast auch immer
denselben Preis für die Fahrt von A nach B, völlig unabhängig davon,
ob er von einem Ein-Mann-Unternehmen gefahren wird oder einem
Flottenbetreiber. Es zählt einfach die konkrete Leistung. Dieses
marktübliche Prinzip muss auch in der Agrarpolitik oberste Priorität
haben. Wer viel leistet, muss auch angemessen abgegolten werden",
fordert Präsident MONTECUCCOLI und erteilt Obergrenzen und
Degressionen damit eine klare Abfuhr.

"Wir wundern uns über den Rückschritt, den die einzig
vergemeinschaftete Politik auf EU-Ebene, die sich noch dazu bewährt
hat, mit den geplanten nationalen Umsetzungsspielräumen macht. Dass
bei bestimmten Maßnahmen zukünftig jedes Land wieder sein eigenes
Süppchen kocht, könnte langfristig der Todesstoß für die bisher so
erfolgreiche Familienlandwirtschaft sein, die letztlich auch die
Versorgung der Bevölkerung mit sicheren Lebensmitteln und den Erhalt
des ländlichen Raumes sicherstellen soll", warnt DI Richard
AUER-WELSBACH. Präsident MONTECUCCOLI appelliert daher an alle
Verantwortlichen, den von der EU vorgegebenen Weg einer gerechten,
ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft durch faire und
ausgewogene Maßnahmen in der Leistungsabgeltung fortzusetzen.
Insbesondere wird bei der nationalen Umsetzung darauf zu achten sein,
die ökologischen Leistungen aller Betriebssparten und -größen
entsprechend zu berücksichtigen und zu würdigen.

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