- 29.06.2013, 07:00:31
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Strahlentherapie: Ärztekammer warnt vor Unterversorgung
Standards schon jetzt nicht erreicht - 600 Patienten allein in Wien nicht versorgt
Utl.: Standards schon jetzt nicht erreicht - 600 Patienten allein in
Wien nicht versorgt =
Wien (OTS) - Der Obmann der Bundesfachgruppe Strahlentherapie in der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Robert Hawliczek, warnt vor einem
groben Versorgungsproblem bei der Strahlentherapie als einer
zentralen Säule der Krebsbehandlung. Sollte beispielsweise die
Ambulanz im AKH ihre Leistungen um bis zu 30 Prozent zurückfahren,
würde das bedeuten, dass jährlich rund 600 Patientinnen und Patienten
mehr auf schon jetzt endlosen Wartelisten landen. Aber auch in den
anderen Bundesländern sei die Lage alles andere als rosig:
Österreichweit fehlten mindestens 18 Geräte, um Krebskranke nach
westeuropäischem Standard versorgen zu können. "Das Angebot noch
weiter auszudünnen, wäre grob fahrlässig und den Betroffenen
gegenüber verantwortungslos", so Hawliczek am Samstag in einer
Aussendung.
Die geplante - vorübergehende - Schließung der
strahlentherapeutischen Ambulanz am Wiener AKH ist für Hawliczek "ein
Paradebeispiel dafür, wie die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen die
Versorgung verschlechtern. Die Maßnahme steht symptomatisch für
Rationierungen und Leistungseinschränkungen, die uns im Zuge der
Gesundheitsreform ereilen werden." Dennoch scheue die Politik nicht
davor zurück, im Hinblick auf die Versorgungsqualität hemmungslos
"Schönfärberei" zu betreiben. Tatsächlich entsprächen schon jetzt
weder Kapazität noch Qualität westlichen Standards, dazu komme auch
noch die Personalausdünnung an Universitäten. Vor allem im Wiener
Raum sei das Versorgungsproblem massiv; die vorübergehende Schließung
der AKH-Ambulanz und die im Anschluss geplante Leistungsreduktion um
bis zu 30 Prozent würden die Situation weiter verschärfen. Hawliczek:
"Die Ambulanz müsste dann bis zu 600 Patientinnen und Patienten pro
Jahr abweisen." Längere Wartezeiten seien unzumutbar, weil sie
Krebspatienten unmittelbar gefährden. Es sei skurril, wenn die
Erfolge der Frühdiagnose durch Therapieverzögerung wieder verspielt
würden.
Die einzige Lösung des Dilemmas sieht der Experte in einer
Aufstockung der Ressourcen. "Anders wird es nicht gehen. Der Bedarf
steigt massiv. Wir brauchen dringend Fachkräfte und
Linearbeschleuniger, also Geräte, um die Kranken zu behandeln.
Andernfalls werden wir es nicht schaffen, quantitativ und qualitativ
einen westeuropäischen Standard zu erreichen und den Krebspatienten
das zu geben, was ihnen zusteht", betonte Hawliczek abschließend.
(slv)
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