- 28.06.2013, 10:30:39
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Österreichischer Krebsforscher gewinnt internationalen Forschungspreis CESAR 2013
Wien (OTS) - Der vergleichende Pathologe Prof. Lukas Kenner vom
Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung (LBI-CR) in Wien erhält
heute den mit 6.000 Euro dotierten Forschungspreis 2013 der "Central
European Society for Anticancer Drug Research" (CESAR). Unter Kenners
Leitung ist es dem Forscherteam gelungen die molekularen Prozesse,
die ein Lymphom (bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems)
verursachen, besser zu verstehen und dieses Verständnis direkt zum
Nutzen eines Patienten einzusetzen. So wurde unter Kenners Leitung
die zentrale Rolle des Schaltermoleküls PDGFR in Lymphomen entdeckt
und klinisch erprobt. Mit einem spezifischen PDGFR-Inhibitor konnte
ein todkranker Patient, der an einem anaplastischen großzelligen
Lymphom (ALCL) litt, geheilt werden. Für diese klinische Anwendung
der Forschungsergebnisse wird Kenner jetzt mit dem CESAR 2013
ausgezeichnet, der erfolgreiche Beiträge aus der translationalen
Forschung zur Entwicklung antitumoraler Wirkstoffe auszeichnet. Die
Anwendung dieser neuen Therapie befindet sich derzeit in der
klinischen Evaluierung.
Der Weg zur neuen Therapie des anaplastischen großzelligen
Lymphoms (ALCL):
In Krebserkrankungen werden spezifische Gene angeschaltet, die
Signale für das Tumorwachstum aktivieren. Ziel der modernen
Krebsforschung ist es, den entscheidenden Schalter dieser Signalwege
zu identifizieren und dann ganz gezielt auszuschalten (sogenannte
targeted therapy).
Eine der zentralen Herausforderungen in der modernen
Krebsforschung ist es die Ergebnisse aus der Forschung an
Tumormodellen in eine neue Behandlung von Patienten zu übersetzen. Im
Fall der Lymphom-Forschung ist dies Kenner und seinem Team gelungen.
Mit Hilfe eines Mausmodells konnten die Wissenschaftler das
genetische Modell eines Lymphoms untersuchen, das die Erkrankung in
der Maus exakt widerspiegelt. Die grundlegenden Erkenntnisse aus dem
Mausmodell brachte Kenner in enger Zusammenarbeit mit Ärzten an der
Medizinischen Universität Wien schließlich ans Krankenbett des an
ALCL erkrankten Patienten, der sich bereits im Endstadium der
Erkrankung befand. Mit einem spezifischen PDGFR-Inhibitor konnte der
Patient geheilt werden. Kenner dazu: "Es ist ein ungewöhnlicher
Erfolg als Forscher einen direkten Patientennutzen zu erreichen und
ich freue mich umso mehr, dass dieser Fortschritt mit einer
internationalen Auszeichnung gewürdigt wird."
Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden 2012 in der
renommierten Zeitschrift "Nature Medicine" veröffentlicht. Derzeit
erproben internationale Kooperationspartner von der "European
Research Initiative on ALCL" (ERIA) die klinische Anwendung einer
zielgerichteten Therapie gegen PDGFR in Lymphomen.
Weiterführende Informationen zu dieser Forschungsarbeit, zum CESAR
und zum LBI für Krebsforschung sowie eine allgemeine Erklärung zum
Thema Lymphome finden Sie in der ausführlichen Presseinformation
unter: http://www.ots.at/redirect/lymphome
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG):
Die LBG ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz
in Wien und betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute)
in den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit
akademischen und anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und
ist spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen
Grundlagenforschung und Anwendung. In den geistes- und
sozialwissenschaftlichen Instituten werden die interdisziplinär
erarbeiteten Forschungsergebnisse in Konferenzen und
wissenschaftlichen Veranstaltungen dem Fachpublikum kommuniziert
sowie mittels publikumswirksamer Aktivitäten der breiten
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Derzeit betreibt die LBG 17 LBI und 5 Cluster mit rund 380
MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten
(LBI) für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von
Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.
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