• 27.06.2013, 13:30:25
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Karpfinger: Rübenbauern von Quotenende 2017 enttäuscht

Gleichstellung und Stärkung in neuem Wettbewerbsumfeld logischer zweiter Schritt

Utl.: Gleichstellung und Stärkung in neuem Wettbewerbsumfeld
logischer zweiter Schritt =

Wien (OTS) - "Enttäuscht" zeigen sich "Die Rübenbauern", so deren
Verbands-Präsident Ernst Karpfinger, dass sich das Europäische
Parlament im Trilog mit Europäischer Kommission und Rat bei der
Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik GAP nicht mit der Forderung nach
der Verlängerung der Zuckermarktordnung bis 2020 durchsetzen konnte
und dass die Quotenregelung der EU für Zucker nun schon 2017
ausläuft. Karpfinger sieht dadurch weitreichende Folgen mit drei
Problembereichen auf Konsumenten, Zuckerindustrie und Rübenbauern in
der EU herankommen. "Zum Ersten öffnet die EU mit der völligen
Liberalisierung ihres Zuckermarktes das Tor zum Import von Zucker aus
Produktionsweisen, die bezüglich etwa des Einsatzes von Gentechnik,
Pflanzenschutzmitteln oder sozialer Standards keineswegs den hohen
Anforderungen an die europäische Erzeugung entsprechen, zum Zweiten
werden sich Produzenten und Konsumenten auf die am Zucker-Weltmarkt
gängigen extremen Preisschwankungen einstellen müssen und zum Dritten
gefährden diese Verschiebungen der Wettbewerbsverhältnisse die sozial
und ökologisch verträgliche Rüben- und Zuckerproduktion hierzulande."
Als Konsequenz daraus, dass sich die EU für diesen Weg entschieden
habe, verlangen "Die Rübenbauern" nun "als logischen zweiten Schritt"
von Gesetzgebung und Verwaltung, "konform mit den neuen EU-Regeln
unsere Position im Wettbewerb und in der Wertschöpfungskette sowie
unsere Rechte in der Interessenvertretung rasch und effektiv zu
stärken und uns in dem veränderten Wettbewerbsumfeld mit der neuen
Konkurrenz gleichzustellen".

Denn, so Karpfinger, durch das Ende der Quoten falle die damit
bisher rechtlich gewollte, verbindliche Vertragswirtschaft im
Zuckersektor weg. Stattdessen müsse nun künftig eine privatrechtliche
Vertragswirtschaft vom Landwirt bis hin zum Verbraucher aufgebaut
werden, wobei die Landwirte einen gerechten Anteil an der
Wertschöpfung erhalten müssten. Darüber werde in Brüssel schon lange
diskutiert. "Nun müssen dazu aber auch Taten folgen. Gerade im
Zuckerbereich ist das besonders wichtig, weil viele Rübenproduzenten
wenigen, hoch konzentrierten Zuckererzeugern und Großverbrauchern
gegenüberstehen."

Rübenbauern auch wegen Wegfall der Ausgleichszahlung große
Verlierer der Reform

Karpfinger sieht die Rübenbauern nicht nur wegen des Auslaufens
der Zuckerquoten schon im Jahr 2017 als "große Verlierer der
EU-Agrarreform": "Denn mit der Umstellung der Direktzahlungen auf das
entkoppelte und bundesweit vereinheitlichte Regionalmodell fallen für
die Rübenbauern auch jene Ausgleichszahlungen weg, die sie erst bei
der letzten Reform der EU-Zuckermarktordnung dafür bekommen haben, um
sich allmählich an die radikal geänderten Wettbewerbsverhältnisse
anpassen zu können." Dieser Prozess sei bei Weitem noch nicht
abgeschlossen, nun aber fielen diese Anpassungshilfen in den
"Eintopf" der Direktzahlungen, der noch dazu gekürzt werde.

Nunmehr in Konkurrenz zu Produktionsweisen, deren Standards
nicht hinterfragt werden

Nun müssten sich die Rübenbauern in Zukunft noch mit neuen
Herausforderungen auseinandersetzen, die ihre ökologisch und sozial
verträgliche Produktion gefährdeten. Denn, so Karpfinger, "die durch
das Auslaufen der Zuckermarktordnung herbeigeführte Liberalisierung
des Zuckermarktes der EU bringt es mit sich, dass wir dem Wettbewerb
mit überseeischen Konkurrenten ausgesetzt werden, die die in Europa
geltenden hohen ökologischen und sozialen Standards nicht zu erfüllen
brauchen und dadurch deutlich geringere Kosten haben. Beim Import
derer Produkte wird in keinster Weise hinterfragt, wie sie erzeugt
worden sind, während gleichzeitig in Europa den Produzenten immer
strengere Auflagen auferlegt und ihre Erzeugungsmöglichkeiten wie
durch das Verbot von Pflanzenschutzmitteln eingeschränkt werden.
Deshalb fordern wir als logischen zweiten Schritt nach dem jetzt
beschlossenen Schritt, die EU-Zuckerwirtschaft diesem Wettbewerb
auszusetzen, sie darin auch mit den Konkurrenten gleichzustellen."
(Schluss)

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