- 27.06.2013, 10:14:31
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Caritas: Erste Übersiedlungen aus dem Servitenkloster
Derzeit rund 50 Flüchtlinge im Kloster. Übersiedlung in andere Flüchtlingshäuser wird über 30.6. hinaus dauern. 2014 sollen am Standort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen.
Utl.: Derzeit rund 50 Flüchtlinge im Kloster. Übersiedlung in andere
Flüchtlingshäuser wird über 30.6. hinaus dauern. 2014 sollen
am Standort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen. =
Wien (OTS) - Vier Monate, nachdem knapp 60 Flüchtlinge das
Servitenkloster in Wien-Alsergrund bezogen haben, hat nun in den
vergangenen Tagen der Auszug aus der kirchlichen Einrichtung
begonnen. Die ersten Flüchtlinge sind bereits in andere Häuser
umgezogen. "Seit dem 18. Dezember haben wir als Caritas die Betreuung
der Flüchtlinge übernommen - zuerst unter schwierigsten
Rahmenbedingungen in der kalten Votivkirche, seit Anfang März im
Servitenkloster. Seit Wochen führen wir nun intensive Einzelgespräche
mit den Betroffenen, denn schon seit dem Auszug aus der Votivkirche
war klar, dass der Verbleib hier im Kloster nur befristet möglich
ist", sagt Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der
Erzdiözese Wien. Ebenfalls seit Wochen unterstützte die Caritas die
refugees bei der Suche nach einer anderen Bleibe, in der die
Flüchtlinge gemeinsam wohnen können - doch bis heute konnte kein
entsprechendes Gebäude gefunden werden.
Forderungen werden von Caritas zum Teil unterstützt
"Die Flüchtlinge haben mit ihrem Protest erstmals selbst die Finger
in die Wunden der heimischen Asylpolitik gelegt. Und als Caritas
haben wir stets betont, dass wir einzelne Forderungen ganz klar
unterstützen - etwa dann, wenn es um fairere und qualitätsvollere
Asylverfahren geht; oder wenn es darum geht, dass Flüchtlinge in
Österreich de facto noch immer nicht arbeiten dürfen und zum Teil in
Grundversorgungseinrichtungen untergebracht werden, die jeder
menschlichen Beschreibung spotten", sagt Schwertner. "Das heißt, es
geht hier vor allem um politische Fragen, die politische Lösungen
erfordern. Hier war, ist und bleibt die Bundesregierung gefordert.
Wir werden nicht müde, das zu betonen."
Der bestehende Grundversorgungsvertrag für das Servitenkloster in
Wien-Alsergrund war ursprünglich bis 30. Juni befristet. "Wir haben
uns beim FSW (Fonds Soziales Wien) bereits im Mai um eine
Verlängerung des Vertrags bemüht", sagt Schwertner. "Dass der FSW dem
vorläufigen Verbleib der Flüchtlinge im Kloster nun zugestimmt hat,
freut uns natürlich", betont der Generalsekretär der Caritas Wien und
betont sogleich: "Klar ist auch: Kein Flüchtling wird von uns
unversorgt auf die Straße gestellt! Es wird jedem Einzelnen eine
alternative Unterbringungsmöglichkeit angeboten. Dank der
Unterstützung anderer Organisationen wird es gelingen, genügend
Plätze für diese Menschen in Wien bereitzustellen."
Außerdem wurde seitens der Erzdiözese Wien den refugees und ihren
UnterstützerInnen zugesagt, den sogenannten Theaterkeller im Kloster
vorläufig bis Oktober weiter als Ort der Begegnung nutzen zu können.
"Hier wird weiterhin ein Austausch in der Gruppe möglich sein", sagt
Schwertner.
Ab 2014 wird Servitenkloster Zuhause für unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge
Der Grund für die notwendige Übersiedlung in andere Einrichtungen
oder private Unterkünfte ist: In der zweiten Jahreshälfte werden
bereits seit langem geplante bauliche Maßnahmen im Servitenkloster
notwendig. "Denn ab 2014 wird die Caritas vor Ort unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge (UMF) beherbergen und betreuen", hält
Schwertner fest.
Umdenken der Politik gefordert
Abschließend betont der Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese
Wien: "Die Caritas teilt die Sorge der Votivkirchen-Flüchtlinge,
wonach die österreichischen Behörden die Gefahrenlage in Pakistan
falsch einschätzen." Während das Außenministerium ÖsterreicherInnen
ausdrücklich vor Reisen in das Land warnt und eine partielle
Reisewarnung ausspricht, findet man im Innenministerium offenbar
nichts daran, Flüchtlinge in das höchst instabile Land abzuschieben
und nur in einem Prozent der Fälle Asyl zu gewähren. "Wir fordern die
Bundesregierung daher auf, Abschiebungen in Länder zu überdenken, die
sie für ihre eigenen Bürger als zu gefährlich erachtet und daher vor
Reisen dorthin ausdrücklich warnt. Es kann nicht sein, dass der Wert
des Lebens und die Schutzbedürftigkeit eines Menschen von dessen
Staatsbürgerschaft abhängen."
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