• 27.06.2013, 09:42:16
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OECD-"Education at a Glance" ist weder "Schelte für Lehrer" noch Wahlkampfmunition!

UGöd fordert bis zum Ende des Wahlkampfes das Aussetzen der Dienstrechtsverhandlungen

Utl.: UGöd fordert bis zum Ende des Wahlkampfes das Aussetzen der
Dienstrechtsverhandlungen =

Wien (OTS) - Die Präsentation der OECD-Bildungsstudie am 25. Juni
brachte den LehrerInnen negative Schlagzeilen, während der
Bundeskanzler und sein "entfesselter" Vize das neue
LehrerInnendienstrecht noch schnell und wahlkampfwirksam durchziehen
wollen. Die Regierung will die LehrerInnenarbeit durch eine 20-40%
Arbeitszeiterhöhung billiger machen, weil die notwendige Anhebung der
PflichtschullehrerInnenausbildung und -einkommen auf AHS- und
BMHS-Standard und die damit verbundene Qualitätsverbesserung des
Schulsystems mit Mehrkosten verbunden ist. Diese Mehrkosten sollen
sich die LehrerInnen durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit selber
bezahlen.

Die LehrerInnengewerkschaften der GÖD lehnen verständlicherweise
dieses LehrerInnen-Sparpaket ab, mit Unterstützung des ÖGB. Und die
OECD-Studie gibt ihnen Recht:

Zwt.: Österreichische LehrerInnen arbeiten mehr und verdienen
weniger!

- Höhere LehrerInnenarbeitszeit

Österreichs LehrerInnen arbeiten mehr als international üblich.
Die vergleichbare Jahresarbeitszeit liegt im Primär- und
Sekundarstufe-I-Bereich um 100 Arbeitsstunden (zweieinhalb
40-Stundenwochen) über dem OECD-Schnitt, auch wenn sie weniger
Unterrichtsstunden halten. Eine Erklärung: Beim unterstützenden
Schulpersonal ist Österreich Schlusslicht: soziale, psychologische
Beratung und Hilfe, Nachmittagsbetreuung, Koordinations -,
Schulentwicklungs- und Verwaltungstätigkeiten werden von LehrerInnen
geleistet, weil im Unterschied zu anderen Ländern in Österreich das
dafür qualifizierte Personal fehlt. Wenn man nur die Stunden der
LehrerInnen in der Klasse zählt, ergibt das eine unfaire Optik.

- LehrerInneneinkommen und Finanzkrise

Österreichische LehrerInnen verdienen besser als ihre von der
Finanz- und Wirtschaftskrise und ihren Folgen schwerst belasteten
KollegInnen in Griechenland, Portugal oder Irland. Diese Aussage der
OECD betrifft aber nicht nur LehrerInnen, sondern auch die
ArbeitnehmerInnen aller anderen Berufsgruppen. Niedrige Löhne,
Arbeitszeiterhöhungen und Arbeitslosigkeit verschärfen die Krise und
sind individuell und volkswirtschaftlich kontraproduktiv, in allen
Ländern.

- LehrerInnen verdienen weniger

Österreichische LehrerInnen verdienen im Vergleich mit anderen, an
Hochschulen ausgebildete ArbeitnehmerInnen nicht mehr, sondern
weniger: VolksschullehrerInnen bekommen in Österreich 57% des
durchschnittlichen Akademikereinkommens, LehrerInnen der
Sekundarstufe 62 - 64%, im OECD-Raum sind 82% bzw. 85-89% die Regel.

Dazu kommen die Einkommensunterschiede zwischen den Pflichtschul-
und AHS-/BMHS-LehrerInnen, je jünger die SchülerInnen, desto kürzer
ausgebildet und schlechter bezahlt sind ihre LehrerInnen. Die OECD
unterstützt alle Pläne zur Gleichstellung aller LehrerInnen durch
masterwertige PädagogInnenbildung für alle Schulstufen und
entsprechende Anhebung der LehrerInnengehälter. Dazu werden
zusätzliche Budgetmittel notwendig sein, vermögensbezogene Steuern.

Zwt.: Neues Dienstrecht: Bessere Arbeitsbedingungen für SchülerInnen
und LehrerInnen schaffen!

Vor dem Hintergrund der OECD-Studie sind trotz des Wahlkampfs zwei
Vorgriffe auf das neue Dienstrecht außer Streit und möglich:

1. Anfangsgehälter aller LehrerInnen anheben (Abflachen der
Gehaltskurve), mit der künftigen Master-Ausbildung aller LehrerInnen
werden alle gleich masterwertig bezahlt, die niedrigeren
Gehaltsstaffeln fallen weg.

2. Aufnahmestopp für Unterstützungspersonal beenden und mit der
Einstellung von zusätzlichen SozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen
und Verwaltungspersonal beginnen!

Von SPÖ und ÖVP fordern die Unabhängigen GewerkschafterInnen das
Aussetzen der Dienstrechtsverhandlungen während des Wahlkampfes. Das
gibt Zeit, die Ergebnisse der 28 Verhandlungsrunden endlich in den
Regierungsentwurf einzuarbeiten, der bis dato unverändert geblieben
ist. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen durch die neue
Bundesregierung braucht diese Vorarbeit.

Für die Österreichische LehrerInneninitiative (ÖLI-UG)
Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD (UGÖD):

Gaby Bogdan, Barbara Gessmann-Wetzinger, Andreas Chvatal, Wilfried
Mayr (APS),
Ingrid Kalchmair, Christian Schwaiger, (AHS) Reinhart Sellner
(UGöd-Vorsitzteam),
Katharina Bachmann, Peter Steiner, Gary Fuchsbauer (BMHS), Dietmar
Mühl (BS)

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