- 26.06.2013, 11:02:48
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ÖH präsentiert Studie zur finanziellen Absicherung von Studierenden
Erstmals Zahlen und Daten über die Auswirkungen der Familienbeihilfskürzung
Utl.: Erstmals Zahlen und Daten über die Auswirkungen der
Familienbeihilfskürzung =
Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft präsentierte
heute bei einer Pressekonferenz erste Ergebnisse einer Studie zur
finanziellen Absicherung von Studierenden in Österreich, die im
Rahmen einer Lehrveranstaltung am Institut für Soziologie der Uni
Wien entstanden ist. Erstmals liegen Zahlen und Daten darüber vor,
welche Auswirkungen die Kürzung der Familienbeihilfe mit sich zog,
wie sich die Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) auf die
Studierenden und ihren weiteren Studienverlauf auswirkte, sowie Daten
zur finanziellen Situation und zur Verschuldung von Studierenden.
Insgesamt nahmen fast 5.000 Studierende an Österreichischen
Universitäten an der Umfrage teil. "Wir wollten die Studierenden
nicht nur Trockenschwimmübungen machen lassen", erklärt Martin Unger,
Leiter der Lehrveranstaltung, die Motivation hinter der
Zusammenarbeit mit der ÖH. "An tatsächlich relevanten Fragen zu
forschen erhöht die Motivation beträchtlich. Nicht nur für die
Schublade zu arbeiten, sondern für einen Auftraggeber oder
Auftraggeberin, der oder die tatsächlich an den Ergebnissen
interessiert ist, ermöglicht die Arbeit mit einem tatsächlich
repräsentativen Sampel und liefert Ergebnisse, die auch
aussagekräftig sind. "
"Für uns war die Zusammenarbeit sehr bereichernd", erklärt
Veronika Kronberger vom Referat für Sozialpolitik und Schnittstelle
zwischen der ÖH und der Lehrveranstaltung. "Die Kürzung der
Familienbeihilfe haben wir schon bisher massiv kritisiert. Jetzt
sehen wir schwarz auf weiß, dass sowohl die Erwerbstätigkeit, als
auch finanzielle Schwierigkeiten bereits früher auftreten. Die
Studierenden Sozialerhebung identifizierte noch die Gruppe der ab
26-Jährigen als besonders schwer betroffen, jetzt beginnen die
Probleme schon mit 24 Jahren" so Kronberger. "Bei den Ergebnissen zur
StEOP zeigt sich klar, dass sie vor allem für Erwerbstätige und
Studierende mit finanziellen Schwierigkeiten eine große Hürde
darstellt. Diese Gruppen sind zwar sehr motiviert, es fehlt aber an
der notwendigen finanziellen Unterstützung. Dafür braucht es eine
Studienbeihilfe, die einerseits treffsicher ist und durch die
andererseits die Lebenserhaltungskosten ausreichend gedeckt werden
können."
Angelika Gruber vom Vorsizteam der ÖH sieht in den Ergebnissen
eine klare Handlungsanweisung für die Regierung. "Die Zahlen
verdeutlichen große Defizite im System der Sozialen Absicherung. Etwa
ein Drittel der Studierenden hat finanzielle Schwierigkeiten und
Probleme dabei Rechnungen zu bezahlen oder sich ausreichend mit
Lebensmitteln zu versorgen", so Gruber. "Und das in einem Land, das
gestern von der OECD als Wunderkind in der Krise bezeichnet wurde.
An Wohlstand mangelt es nicht, er ist nur falsch verteilt", so
Gruber. "Die Kürzung der Familienbeihilfe zurückzunehmen und eine
echte Direktauszahlung einzuführen, muss für die Regierung die erste
Ableitung aus den vorliegenden Zahlen sein. Um die längst überfällige
Reformierung des gesamten Beihilfensystems führt kein Weg mehr
vorbei."
Die Presseunterlagen und die Tabellenbände stehen unter oeh.ac.at
zum Download zur Verfügung.
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