• 26.06.2013, 09:14:13
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Frauenministerin Heinisch-Hosek: "Internationale Solidarität für Frauenrechte ist mehr gefragt denn je"

"Vienna+20"-Veranstaltung im Frauenministerium zieht Bilanz über zwanzig Jahre Einsatz für Menschrechte von Frauen

Utl.: "Vienna+20"-Veranstaltung im Frauenministerium zieht Bilanz
über zwanzig Jahre Einsatz für Menschrechte von Frauen =

Wien (OTS) - "Vor zwanzig Jahren wurde bei der
UN-Menschenrechtskonferenz in Wien erstmals unmissverständlich
klargestellt: Frauenrechte sind Menschenrechte. Das war ein
Meilenstein für die Durchsetzung der Rechte von Frauen", sagte
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern Abend bei der
Eröffnung der Veranstaltung "Vienna+20: Women's rights at stake?!
Voices of international women's rights activists" im Wiener Palais
Dietrichstein. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Wiener
Menschrechtskonferenz "Vienna+20" statt und befasste sich im Rahmen
einer Podiumsdiskussion mit den weltweiten Entwicklungen bei
Frauenrechten.

"Im Jahr 1993 ist es Johanna Dohnal als Vorsitzender des
Frauenrechtskomitees und ihren Mitstreiterinnen gelungen, dass
Frauenrechte auf der Wiener UN-Konferenz thematisiert wurden.
Gemeinsam mit Frauen aus 33 verschiedenen Ländern, die in Wien ein
Frauentribunal organisierten, konnte auf Menschrechtsverletzungen und
Gewalt gegen Frauen, auf Unterdrückung und andere Benachteiligungen
aufmerksam gemacht werden. Es ist dem außerordentlichen Engagement
dieser Aktivistinnen zu verdanken, dass Frauenrechte als Menschrechte
anerkannt wurden", erinnerte die Ministerin an den Erfolg im Rahmen
der damaligen UN-Konferenz.

Seither sei einiges vorangegangen, wie die Verabschiedung der
UN-Deklaration zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen im Jahr 1993
oder die Abhaltung der Weltfrauenkonferenz in Peking 1994. "Im
Vorjahr mussten wir leider einen Rückschlag hinnehmen, als es der
Frauenstatuskommission nicht gelungen ist, ein Abschlussdokument zu
Frauen im ländlichen Raum zu verabschieden. Ein positives Signal gab
es dafür heuer, als nach schwierigen Verhandlungen ein Kompromiss
erzielt wurde. Trotz der Vorbehalte einiger Länder konnte sich die
Kommission schließlich auf ein Dokument zur Prävention von Gewalt
gegen Frauen einigen", so Heinisch-Hosek.

Die Ministerin verwies auf die aktuellen Fakten: "Rund 220 Millionen
Frauen haben keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Die
Haupttodesursache von Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren in den
sogenannten Entwicklungsländern sind Komplikationen während der
Schwangerschaft oder Geburt. 80 Prozent dieser Todesfälle wären durch
medizinische Fürsorge, Prävention und Aufklärung vermeidbar."
Schließlich gäbe es weltweit etwa 775 Millionen Menschen, die nicht
lesen und schreiben können, zwei Drittel davon seien Frauen.

Vor diesem Hintergrund warnte Heinisch-Hosek vor Rückschritten: "Wir
müssen das Erreichte verteidigen und uns weltweit vernetzen, wenn wir
Frauen und Mädchen in allen Regionen der Welt zu gleichen Rechten
verhelfen wollen. Die Wirtschaftskrise und ihre Folgen dürfen nicht
als eine Ausrede dienen, dass Frauen wieder vermehrt in
Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlte Jobs abdriften. Die
internationale Solidarität ist also mehr denn je gefragt. Gemeinsam
sind wir stark und können anderen Frauen besser zur Seite stehen und
mithelfen, dass sich ihre Lebenssituation verbessert".

Abschließend dankte die Frauenministerin den
Konferenzteilnehmerinnen: "Auch Diskussionen wie die heutige sind ein
wichtiger Beitrag zur globalen Vernetzung im Kampf für Frauenrechte."
Am Podiumsgespräch beteiligten sich internationale Expertinnen:
Charlotte Bunch von der Rudgers University (USA), Rosa Logar von der
Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, die Leiterin
der Tanzania Media Women Association, Valerie N. Msoka, die
Aktivistin Seidy Salas Víquez aus Costa Rica und Wendy Harcourt von
der Erasmus Universität.

Organisiert wurde die Veranstaltung "Vienna+20: Women's rights at
stake?!" vom entwicklungspolitischen Netzwerk für Frauenrechte (WIDE)
und dem Wiener Institut für internationalen Dialog (VIDC) gemeinsam
mit dem Frauenministerium.

Fotos von diesem Termin sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

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