ÖH: Darlehensystem kein Weg für Soziale Absicherung

OECD attestiert Österreich Mängel im Beihilfensystem

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft weist mit Bezug auf die heute präsentierte OECD Studie "Bildung auf einen Blick" darauf hin, dass ein Darlehensystem nicht zum Wundermittel gegen die schlechte finanzielle Absicherung von Studierenden stilisiert werden darf. "Schon gar nicht können auf diesem Weg Studiengebühren gerechtfertigt werden", so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH. "Studierende mit einem Schuldenrucksack ins Leben starten zu lassen ist unverantwortlich. Die abschreckende Wirkung von Schulden würde die von der OECD attestierte mangelnde Durchlässigkeit des Österreichischen Bildungssystems nicht reduzieren sondern massiv verschärfen."

Die Studie zeigt, dass der private Anteil an den Bildungsausgaben in Österreich niedriger ist als in anderen Staaten. "Und das ist gut so", kommentiert Schott. "Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zu behaupten, dass Studierende und ihre Eltern keinen Beitrag leisten würden, ist schlichtweg falsch. Wir alle zahlen Steuern und tragen damit zu einem staatlich finanzierten Bildungssystem bei. Studiengebühren, auch wenn sie über ein Darlehen finanziert werden können, sind nichts anderes als eine zusätzliche Bildungsabgabe und ein weiterer großer Unsicherheitsfaktor für Menschen aus sozial benachteiligten Schichten."

"Studieren ist auch ohne Studiengebühren alles andere als kostenlos. Anstatt den "geringen" privaten Finanzierungsanteil zu kritisieren, sollten zur Abwechslung auch die finanziellen Unterstützungsleistungen für Studierende in den Blick genommen werden", so Schott. "In Österreich werden lediglich 11 Prozent des Hochschulbudgets für direkte Förderungen und Stipendien aufgewendet, während der OECD Schnitt bei 19,8 Prozent liegt."

"Für ein Darlehensystem wird es in der Hochschulkonferenz auch in Zukunft keinen Konsens geben", so Schott. "Der Minister ist gut beraten endlich seine Pflicht zu tun und sich auf den Ausbau des Beihilfensystems zu konzentrieren, anstatt Studierenden mit seinen zukunftsfeindlichen Ideen immer mehr Steine in den Weg zu legen."

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Johanna Griesmayr, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 212
johanna.griesmayr@oeh.ac.at
http://www.oeh.ac.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHO0001