FFG: Startschuss für Forschungsoffensive gegen seltene Krankheiten

Durch zusätzliche Gelder des Wirtschaftsministeriums wird Biotechnologiestandort Österreich gestärkt

Wien (OTS) - Rund 400.000 Menschen in Österreich sind von einer seltenen Erkrankung betroffen, etwa die Hälfte davon sind Kinder. Die Erforschung und Entwicklung von Therapien gegen diese Krankheiten -dazu zählen etwa Mukoviszidose, Morbus Crohn oder die "Schmetterlingskrankheit" (Epidermolysis bullosa) - sind kompliziert und aufwändig. "Um den Betroffenen besser helfen zu können und gleichzeitig den Biotechnologiestandort Österreich zu stärken, stellt das Wirtschaftsministerium alleine für das laufende Jahr über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG bis zu 27 Millionen Euro für entsprechende Forschungsprojekte zur Verfügung", so die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner. Auch in den nächsten beiden Jahren sind weitere Mittel vorgesehen.

Rund 6.000 bis 8.000 seltene Erkrankungen sind heute weltweit bekannt. Davon sind etwa vier Fünftel genetisch bedingt, die genauen Ursachen sind aber häufig noch nicht erforscht. Aufgrund der geringen Fallzahlen der einzelnen Erkrankungen und der kosten- und zeitintensiven Entwicklung von Therapien gibt es zu wenig Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind. "Mit den zusätzlichen Geldern wollen wir erreichen, dass heimische Biotechnologie-Unternehmen in diesem Nischensegment ihre Chancen wahrnehmen", so FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Besonders kleine und mittlere Unternehmen stehen im Fokus der Initiative.

Im laufenden Jahr sollen Projekte mit zusätzlich fünf Millionen Euro an Zuschüssen und bis zu fünf Millionen Euro an Darlehen nach dem Schema der FFG-Basisprogramme unterstützt werden. Damit können bis zu 70% der jeweiligen Projektkosten gefördert werden, erwartet werden etwa zehn Projekte pro Jahr. Parallel dazu wird auch in der aktuellen, vierten Ausschreibung im Programm "Research Studios Austria", die mit bis zu 16,8 Millionen Euro dotiert ist, ein Schwerpunkt "Life Sciences & Medizintechnologie" gesetzt. Research Studios Austria sind kleine, flexible Forschungseinheiten - meist angedockt an bestehende Einrichtungen -, die sich speziell der Anwendung und Umsetzung von Forschungsergebnissen widmen. Projekte können in beiden Programmen seit dem 17. Juni eingereicht werden.

In Österreich sind mehr als 110 Unternehmen mit über 23.000 Beschäftigten im Bereich Biotechnologie aktiv. "Die Lebenswissenschaften machen auch einen wesentlichen Teil der FFG-Projekte aus", berichtet FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner. "Seit dem Jahr 2000 haben die FFG und ihre Vorgängerorganisationen insgesamt rund 420 Millionen Euro in die Life Science-Forschung investiert, davon entsprechen rund zwei Drittel biotechnologischer Forschung im engeren Sinne."

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