• 13.06.2013, 09:34:04
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Blick ins Gehirn: Psychiatrische Erkrankungen können sichtbar gemacht werden

Gemeinsamer Forschungscluster von MedUni und Universität Wien

Utl.: Gemeinsamer Forschungscluster von MedUni und Universität Wien =

Wien (OTS) - WissenschafterInnen der MedUni Wien und der Universität
Wien suchen mittels Bildgebungsmethoden ("Imaging") nach
Veränderungen im menschlichen Gehirn. Mit Hilfe der
Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie
(PET) können neurobiologische Marker für psychiatrische Erkrankungen
wie Depression, Alzheimer oder Angststörungen identifiziert werden.
Das könnte helfen, diese Erkrankungen künftig gezielter und
individueller behandeln und Risikogruppen früher einstufen zu können.

"Lange Zeit hatte man gehofft, dass ForscherInnen wesentlichen
Ursachen psychiatrischer Erkrankungen durch die Genetik auf die Spur
kommen könnten", sagt Rupert Lanzenberger von der Universitätsklinik
für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien. "Jetzt aber
zeigen neueste Forschungsergebnisse, dass die molekulare und
funktionelle Bildgebung des Gehirns hier wesentliche Fortschritte in
der Diagnostik und Prognose aufweisen können".

Mittels Positronenemissionstomographie und so genannten Radioliganden
- mit einem Radionuklid markierte Substanzen, die spezifisch und
selektiv an Zielproteine binden - können die ForscherInnen
quantitative neurochemische Veränderungen verschiedener
Neurotransmittersysteme im lebenden Gehirn sichtbar machen. Darüber
hinaus ermöglicht die funktionelle Magnetresonanztomographie die
Messung der Aktivitätsmuster des Gehirns mit hoher räumlicher
Auflösung.

Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen
Radiodiagnostik, Nuklearmedizin, Medizinphysik, Radiochemie und
psychiatrischer Hirnforschung an der Medizinischen Universität Wien
können hier die modernsten Bildgebungsmethoden für unsere
PatientInnen eingesetzt werden, so Lanzenberger.

Ziel ist es, objektive Standardwerte und Biomarker zu ermitteln, die
man bei psychiatrischen Erkrankungen den subjektiven Schilderungen
der PatientInnen gegenüberstellen kann. Die sichtbar gemachten,
neurochemischen und funktionellen Veränderungen im Gehirn lassen
darauf hoffen, dass es möglich wird, Prognosen für künftige Therapien
abzugeben, so Lanzenberger. Zugleich wäre es dann besser möglich,
abzuschätzen, ob Menschen, in deren Familie bereits psychiatrische
Erkrankungen ausgeprägt sind, einem erhöhten Risiko einer späteren
Erkrankung ausgesetzt sind.

Strukturelle Veränderungen im menschlichen Gehirn finden übrigens
laufend statt. Lanzenberger: "Auch nach einem alltäglichen Gespräch
zwischen zwei Personen kommt es zu mikrostrukturellen und
neurochemischen Änderungen."

Gemeinsamer Forschungscluster mit der Universität Wien

Noch befindet sich der gemeinsame Forschungscluster mit der
Universität Wien - er läuft unter dem Namen "Multimodal Neuroimaging
in clinical Neurosciences: Assessment of neurobiological markers for
psychiatric disorders" - unter der Leitung von Lanzenberger
(Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) und Claus
Lamm (Fakultät für Psychologie, Universität Wien) in der
Forschungsphase, aber in zehn Jahren, so Wissenschafter, könnten
diese modernen Bildgebungsmethoden Teil der klinischen Routine bei
der Diagnostik und Therapie psychiatrischer Erkrankungen werden.
Der Forschungscluster "Psychiatrie/Psychologie & Imaging" ist einer
von sechs gemeinsamen Clustern der MedUni Wien mit der Universität
Wien, die 2011 initiiert wurden.

Weitere Infos: http://forschungscluster.meduniwien.ac.at/.

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