PRO-GE-Wimmer: Entgeltfortzahlung für alle Katastrophen-Helfer regeln

Wiener Landeskonferenz: Paul Kovanda zum neuen Landesvorsitzenden gewählt

Wien (OTS/ÖGB) - Die aktuelle Hochwasserkatastrophe in Teilen Österreichs zeigt einmal mehr, dass in einigen Bereichen des Arbeitsrechts Verbesserungen überfällig sind. "Wir fordern, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben, wenn sie als freiwillige Helfer oder Betroffene im Einsatz sind", sagt Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), am 12. Juni 2013 bei der Wiener Landeskonferenz: "Rechtliche Unterschiede sind im Katastrophenfall durch nichts gerechtfertigt." Auch für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder Arbeitsunfällen und für Kündigungsfristen sind einheitliche Regelungen nötig. "Die Unternehmerseite sollte Verbesserungen bei diesen rechtlichen Ansprüchen nicht mehr im Wege stehen", betont Wimmer.

"Einige glauben, dass die Gesellschaft auch ohne Gewerkschaften auskommen könnte. Eine falsche und gefährliche Annahme. Könnten Unternehmer alleine bestimmen, hätten wir wohl kaum Kollektivverträge, geregelte Arbeitszeiten, Mindestlöhne, gesetzlichen Arbeitnehmerschutz oder Mindesturlaub", kritisiert der PRO-GE-Chef in seiner Rede die Aussagen des Team Stronach: "Es gibt keine Alternative zu freien Gewerkschaften." Der Druck auf die ArbeitnehmerInnen steige. Immer mehr werde den Beschäftigten in immer kürzerer Zeit abverlangt, immer wieder werde versucht, die Rechte der ArbeitnehmerInnen zu umgehen.

"Nur Gewerkschaften können über Kollektivverträge gute Löhne für die Beschäftigten sichern und damit die Kaufkraft stärken. Die PRO-GE tritt daher weiterhin für Flächen- und Branchen-Kollektivverträge ein", betont Wimmer auch in Richtung Arbeitgeber der Metallindustrie. Ebenso spiele die richtige KV-Zuordnung eine wichtige Rolle. Nur so seien faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten: "Bäckereien wie Ströck oder Mann mit weit mehr als 1.000 Beschäftigten sind sicher keine kleinen Handwerksbetriebe mehr."

In Wien vertritt die PRO-GE rund 30.000 Mitglieder. "Mit sehr guten Kollektivvertragsabschlüssen in den letzten Jahren konnte die PRO-GE den Lebensstandard der Menschen sichern", sagt Landessekretärin Beate Albert. "Die fast 800 BetriebsrätInnen arbeiten eng mit der Landesorganisation zusammen, um das Beste für die ArbeitenehmerInnen herauszuholen", fügt der neue Landesvorsitzende Paul Kovanda hinzu. Zum Beispiel unterstützt die PRO-GE Wien die berufliche Aus- und Weiterbildung von ArbeitnehmerInnen, wie etwa die Vorbereitung zum Erreichen des Lehrabschlusses. In enger Zusammenarbeit mit den Berufsschulen werden zudem jedes Jahr Berufswettbewerbe für mehr als 4.000 Lehrlinge organisiert.

Paul Kovanda (Siemens) wurde von den 250 Delegierten zum Landesvorsitzenden gewählt. Zu den weiteren Mitgliedern des neuen Landespräsidiums wurden Renate Blauensteiner (General Motors), Georg Buchner (Wien Energie), Christian Hauck (Coca-Cola), Reinhold Prinz (Henkel), Franz Schuh (Siemens), Michael Walczyk (MAN), Sascha Ernszt (Landesjugend), Peter Heimerl (LandespensionistInnen) und Chrstian Puszar (bfi und Sprecher der Fachausschüsse) gewählt.

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