• 11.06.2013, 18:57:26
  • /
  • OTS0279 OTW0279

Viele Wege führen zu naturnaher Waldwirtschaft

Präsident Heilingbrunner schädigt mittlerweile Umweltdachverband

Utl.: Präsident Heilingbrunner schädigt mittlerweile
Umweltdachverband =

Wien (OTS) - (12. Juni 2013) In der gestrigen Aussendung des
Kuratoriums Wald und des Umweltdachverbandes (UWD) hat deren
Präsident weit über die Schnur geschlagen und wieder einmal völlig
unabgestimmt Forderungen formuliert, die weder fachlich seriös
untermauert noch umweltpolitisch klug sind.

Umwelt wird ein besonderer Stellenwert eingeräumt
Um weiterhin im Rahmen der "Ländlichen Entwicklung" die vielfältigen
Waldleistungen zu fördern, hat das Landwirtschafts- und
Umweltministerium vor rund eineinhalb Jahren einen umfassenden
Partizipationsprozess gestartet. Unter Mitwirkung aller betroffenen
Parteien werden gemeinsam die neuen Ansätze und Maßnahmen für die
nächste Periode des Programms der Ländlichen Entwicklung erarbeitet.
Dem Teilbereich Umwelt kommt im Rahmen dieses Prozesses mit dem
sogenannten ÖWÖP (Österreichisches Wald-Ökologie Programm), welches
auch die Forstwirtschaft für dringend notwendig erachtet, ein
besonderer Stellenwert zu. Die Programmentwicklung wird damit auf
breiter Ebene begleitet. Der Umweltdachverband wurde mit der Leitung
des ÖWÖP beauftragt und kassiert dafür letztlich eine annehmliche
Dotierung von mehreren hunderttausend Euro.

Einseitige Forderungen sind ein Schlag ins Gesicht
Umso unverständlicher ist nun die gestrige Aussendung, wo völlig
undemokratisch mitten in der Finalphase dieses
Partizipationsprozesses einseitig Forderungen von dem dafür
verantwortlichen Umweltdachverband über die Medien aufgestellt
werden. Diese Aktion ist ein Schlag ins Gesicht aller anderen daran
teilnehmenden Gesellschaftsgruppen, die hier bisher in redlichen und
aufwendigen Abstimmungsprozessen an einem konsensualen Ergebnis
gearbeitet haben.

"Meine Enttäuschung ist riesengroß", so die erste Reaktion von Rudolf
Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich. "Mit dieser
Vorgehensweise wird der bisher gemeinsam beschrittene, konsensuale
Weg verlassen. Das schadet zuallererst unserem gemeinsamen Auftrag
und vor allem dem Umweltdachverband selbst, der sich immer als
Partner für die Bewirtschafter des Waldes verstanden hat. Bisher
wurde die gemeinsame Position vertreten, dass für eine kleinflächige,
sorgsame und bodenschonende Waldbewirtschaftung, vor allem in
Gebirgslagen, eine entsprechende Forsterschließung notwendig ist.
Dies plötzlich öffentlich zu negieren und anzuprangern kommt einer
Aufkündigung des gemeinsamen Weges gleich. Nicht zuletzt deshalb,
weil gerade in diesem Bereich strengste Kriterien gelten und
Umweltauflagen einzuhalten sind, die den Forststraßenbau stark
verteuern", stellt Rosenstatter weiter fest, der vor allem die
Anliegen der heimischen Kleinwaldbesitzer vertritt.

Präsident des UWD wird durch gesetzte Aktionen untragbar
Der ehrenamtliche Präsident Heilingbrunner stellt aber damit nicht
nur die eigentlich vom UWD zu leitende Programmentwicklung in Frage,
sondern missachtet auch seine eigenen Entscheidungsgremien. "In der
Vollversammlung des UWD soll in 10 Tagen ein Forderungspapier für das
neue Regierungsprogramm beschlossen werden. Das nun vorab bereits
völlig selbstbestimmt Teile davon über die Medien gespielt werden,
wird wohl auch verbandsintern Folgen haben müssen. Ein in solcher Art
agierender abgehobener Präsident ist für eine Dachorganisation
untragbar", so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst
Betriebe Österreich, der damit auch die Handschlagqualität des
Umweltdachverbandes deutlich in Frage gestellt sieht.

Agieren mit mangelhaften Informationen ist unseriös und fahrlässig
"Inhaltlich sind die festgeschriebenen Informationen und Forderungen
für uns nicht akzeptierbar", so Vizepräsident Franz Titschenbacher,
Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der
Landwirtschaftskammer Österreich. "Die zitierte Studie weist grobe
Mängel auf. Das beweisen die darin vielfältig zu entnehmenden
selbstkritischen Hinweise, dass das vorliegende Zahlenmaterial nicht
vergleichbar sei und nur als bedingt aussagekräftig betrachtet werden
kann. Zudem wird darin der offizielle Evaluierungsbericht, was die
Fördermaßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes betrifft,
völlig ignoriert. So wird etwa in Bezug auf den Forststraßenbau eine
außergewöhnlich große Wirkungsvielfalt der Infrastrukturmaßnahmen
festgestellt. Neben positiven Wirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit
der Waldbesitzer und zusätzlicher Beschäftigung im ländlichen Raum
wird vor allem die Biodiversität erhöht, damit die Entwicklung von
Forstsystemen mit hohem Naturwert unterstützt und schließlich die
Waldbrandbekämpfung erleichtert. Einseitige Forderungen und
Ablehnungen gehen daher klar an den Bedürfnissen der Gesellschaft
vorbei", so Titschenbacher abschließend.

Einig sind sich die Vertreter der heimischen Waldbesitzer: Das
Abweichen vom bisherigen Kurs einer guten Gesprächspolitik
hinterlässt einen besonders schlechten Geschmack. Zum anderen muss
das Agieren mit einer fragwürdigen Studie und den völlig falsch
gezogenen Schlussfolgerungen als grob fahrlässig und kontraproduktiv
im Hinblick auf die Umweltgerechtigkeit eines künftigen Programms
bewertet werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LUF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel