• 10.06.2013, 14:37:57
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Neunte Verleihung des Klaus-Liebscher-Preises

Höchste OeNB-Auszeichnung geht an ökonomischen Nachwuchs für Arbeiten zur europäischen Integration

Utl.: Höchste OeNB-Auszeichnung geht an ökonomischen Nachwuchs für
Arbeiten zur europäischen Integration =

Wien (OTS) - Im Rahmen der 41. Volkswirtschaftlichen Tagung der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) überreichte OeNB-Präsident
Dkfm. Dr. Claus J. Raidl den heute zum neunten Mal vergebenen
Klaus-Liebscher-Preis.

Aus vielen hochwertigen Einreichungen wurden dieses Jahr zwei Studien
von hoher wissenschaftlicher Qualität und wirtschaftspolitischer
Aktualität ausgewählt: "International Debt Deleveraging" von Luca
Fornaro, London School of Economics, und "Efficient Fiscal Spending
by Supranational Unions" von Jenny Simons, Stockholm Institute of
Transition Economics, und Justin Valasek, Wissenschaftszentrum
Berlin.

Luca Fornaro beschäftigt sich in seiner Arbeit "International Debt
Deleveraging" mit der makroökonomischen Analyse einer Situation, in
der verschiedene Länder in einer Währungsunion versuchen gleichzeitig
Schulden abzubauen. Der Rückgang der aggregierten Nachfrage und des
Zinsniveaus als Konsequenz dieses simultanen Schuldenabbaus kann in
der Währungsunion nicht durch Wechselkursanpassungen kompensiert
werden. Fornaro analysiert in seiner Arbeit, wie sich in einer
solchen Situation eine systemische Rezession in der gesamten
Währungsunion ausbreiten kann. Er schlägt auch verschiedene
wirtschaftspolitische Maßnahmen vor, die in einer solchen Situation
die makroökonomische Lage verbessern können.

Jenny Simon und Justin Valasek diskutieren in ihrer gemeinsamen
Arbeit "Efficient Fiscal Spending by Supranational Unions", ob eine
Gemeinschaft souveräner Staaten mit ausgeprägten Eigeninteressen
prinzipiell in der Lage ist, auf effiziente Weise ein gemeinsames
Budget zu erstellen und auf die Mitglieder der Gemeinschaft
aufzuteilen. Die Autoren wenden Konzepte aus der Verhandlungstheorie
an und zeigen, dass bei einem solchen Aufteilungsproblem die
Verhandlungsmacht der einzelnen Staaten nicht von vorne herein
feststeht, sondern sich vielmehr im Verhandlungsprozess selbst
ergibt. Dadurch entsteht ein Zusammenhang zwischen Budgetbeiträgen
und der Allokation dieser Beiträge in der Gemeinschaft. In diesem
Rahmen diskutieren die Autoren die Voraussetzungen, unter denen
Budgeterstellung und Allokation auf effiziente Weise möglich sind.

Der Klaus-Liebscher-Preis wurde 2005 anlässlich des 65. Geburtstages
des damaligen OeNB-Gouverneurs Dr. Klaus Liebscher in Anerkennung
seiner Leistungen für Österreichs Teilnahme an der Europäischen
Wirtschafts- und Währungsunion und für die europäische Integration
eingerichtet und wird seitdem jährlich vergeben. Es werden maximal
zwei Arbeiten mit jeweils EUR 10.000 ausgezeichnet, die von jungen
Ökonominnen und Ökonomen aus EU-Mitglieds- oder EU-Kandidatenländern
verfasst wurden und die sich in hervorragender wissenschaftlicher
Weise mit Themen der europäischen Integration und der Wirtschafts-
und Währungsunion auseinandersetzen. Der Klaus-Liebscher-Preis ist
die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die die Oesterreichische
Nationalbank zu vergeben hat. Nähere Informationen dazu unter
www.oenb.at.

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