GPA-djp-Katzian: "Ein Geschäftsmodell, das auf der Nichteinhaltung von Gesetzen beruht, kann nur scheitern"

Haberleitner soll einseitige Schuldzuweisungen einstellen

Wien (OTS/ÖGB) - "Es ist bedauerlich für die Beschäftigten, dass dayli-Eigentümer Haberleitner mit Halbwahrheiten darüber hinwegtäuschen will, dass er nach wie vor kein zukunftsweisendes Konzept vorweisen kann, mit dem die Arbeitsplätze gesichert werden könnten", stellt Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Aussagen Haberleitners aus der gestrigen ORF-Diskussion "Im Zentrum" richtig.

Weder sei die von der GPA-djp eingebrachte UWG-Klage abgewiesen worden, wie Haberleitner das vor laufender Kamera behauptet hatte, noch hätten Gewerkschaftsvertreter seinem Konzept der Sonntagsöffnung zugestimmt. "Wahr ist vielmehr, dass Geschäftsführer Krammer im Rahmen der Besichtigung einer Musterfiliale in Wien am 18. Jänner 2013, also bevor die ersten dayli-Filialen in Linz und Pögstall am Sonntag geöffnet wurden, von uns mehrfach deutlich und unmissverständlich darauf hingewiesen wurde, dass diese Sonntagsöffnung nicht rechtmäßig ist" erklärt Katzian.

Die Rechtslage, dass eine Einzelhandelsfiliale nicht durch das Aufstellen eines Kaffeeautomaten zum Gastrobetrieb wird, der das Offenhalten am Sonntag legitimiere, sei genau so glasklar wie jene für Bezahlung von Sonntagsarbeit und die dafür gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung der Ersatzruhe, so Katzian weiter:
"Herr Haberleitner hat ganz offensichtlich keine Ahnung, wie sein Unternehmen diese arbeitsrechtlichen Fragen löst und beweist ein eigenartiges Rechtsverständnis, wenn er so wie gestern abend damit argumentiert, dass es sich nur um wenige Sonntage gehandelt habe -und wenn es für manche Beschäftigte auch nur ein einziger Sonntagsarbeitseinsatz war: dafür gibt es klare Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen."

Zu der ebenfalls in der Sendung geäußerten Behauptung, der Betriebsrat stelle sich hinter das Unternehmen, sei anzumerken, dass die vom Unternehmen immer wieder ins Spiel gebrachten Mitteilungen des Betriebsrats interessanterweise oft in mehreren Passagen den Schreiben der Geschäftsführung gleichen, berichtet Katzian. "Wir wissen auch aus vielen Kontakten mit Beschäftigten - die wir natürlich nicht zu Hause aufsuchen - wie Herr Haberleitner kritisiert, sondern die sich bei uns melden - dass sie sich nicht informiert fühlen, weil es für sie kaum Informationen vom Betriebsrat und auch der Geschäftsleitung gibt."

"Wenn ein Geschäftsmodell auf der Nichteinhaltung von Gesetzen beruht, dann ist es zum Scheitern verurteilt", appelliert Katzian abschließend an Haberleitner, endlich der Aufforderung zu einem konstruktiven Dialog nachzukommen: "Darunter verstehen wir etwas anderes als uns via Fernsehen wider besserem Wissen auszurichten, dass wir Arbeitsplätze vernichten. Genau das Gegenteil ist der Fall!".

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