• 10.06.2013, 11:59:58
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GPA-djp-Katzian: "Ein Geschäftsmodell, das auf der Nichteinhaltung von Gesetzen beruht, kann nur scheitern"

Haberleitner soll einseitige Schuldzuweisungen einstellen

Utl.: Haberleitner soll einseitige Schuldzuweisungen einstellen =

Wien (OTS/ÖGB) - "Es ist bedauerlich für die Beschäftigten, dass
dayli-Eigentümer Haberleitner mit Halbwahrheiten darüber
hinwegtäuschen will, dass er nach wie vor kein zukunftsweisendes
Konzept vorweisen kann, mit dem die Arbeitsplätze gesichert werden
könnten", stellt Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Aussagen
Haberleitners aus der gestrigen ORF-Diskussion "Im Zentrum" richtig.

Weder sei die von der GPA-djp eingebrachte UWG-Klage abgewiesen
worden, wie Haberleitner das vor laufender Kamera behauptet hatte,
noch hätten Gewerkschaftsvertreter seinem Konzept der Sonntagsöffnung
zugestimmt. "Wahr ist vielmehr, dass Geschäftsführer Krammer im
Rahmen der Besichtigung einer Musterfiliale in Wien am 18. Jänner
2013, also bevor die ersten dayli-Filialen in Linz und Pögstall am
Sonntag geöffnet wurden, von uns mehrfach deutlich und
unmissverständlich darauf hingewiesen wurde, dass diese
Sonntagsöffnung nicht rechtmäßig ist" erklärt Katzian.

Die Rechtslage, dass eine Einzelhandelsfiliale nicht durch das
Aufstellen eines Kaffeeautomaten zum Gastrobetrieb wird, der das
Offenhalten am Sonntag legitimiere, sei genau so glasklar wie jene
für Bezahlung von Sonntagsarbeit und die dafür gesetzlich
vorgeschriebene Gewährleistung der Ersatzruhe, so Katzian weiter:
"Herr Haberleitner hat ganz offensichtlich keine Ahnung, wie sein
Unternehmen diese arbeitsrechtlichen Fragen löst und beweist ein
eigenartiges Rechtsverständnis, wenn er so wie gestern abend damit
argumentiert, dass es sich nur um wenige Sonntage gehandelt habe -
und wenn es für manche Beschäftigte auch nur ein einziger
Sonntagsarbeitseinsatz war: dafür gibt es klare Rahmenbedingungen,
die eingehalten werden müssen."

Zu der ebenfalls in der Sendung geäußerten Behauptung, der
Betriebsrat stelle sich hinter das Unternehmen, sei anzumerken, dass
die vom Unternehmen immer wieder ins Spiel gebrachten Mitteilungen
des Betriebsrats interessanterweise oft in mehreren Passagen den
Schreiben der Geschäftsführung gleichen, berichtet Katzian. "Wir
wissen auch aus vielen Kontakten mit Beschäftigten - die wir
natürlich nicht zu Hause aufsuchen - wie Herr Haberleitner
kritisiert, sondern die sich bei uns melden - dass sie sich nicht
informiert fühlen, weil es für sie kaum Informationen vom Betriebsrat
und auch der Geschäftsleitung gibt."

"Wenn ein Geschäftsmodell auf der Nichteinhaltung von Gesetzen
beruht, dann ist es zum Scheitern verurteilt", appelliert Katzian
abschließend an Haberleitner, endlich der Aufforderung zu einem
konstruktiven Dialog nachzukommen: "Darunter verstehen wir etwas
anderes als uns via Fernsehen wider besserem Wissen auszurichten,
dass wir Arbeitsplätze vernichten. Genau das Gegenteil ist der
Fall!".

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