• 06.06.2013, 13:08:36
  • /
  • OTS0174 OTW0174

Expertenforum Graz: Energieautark mit Solaranlage und Energiespeicher Beton

Wien (OTS) - Seit rund zehn Jahren gibt die Vereinigung der
Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) mit der regelmäßigen
Veranstaltungsreihe "Expertenforum Beton" wichtige Impulse für
innovative Entwicklungen in der Baubranche. Zum Motto
"Energiespeicher Beton - Visionäres Energiemanagement auf dem
Prüfstand" referierten kürzlich hochkarätige Experten im
Veranstaltungszentrum MP09 in Graz. Vorgestellt wurden aktuellste
Bauten, welche die zukunftsweisende Technologie der
Bauteilaktivierung mit Beton einsetzen und die in Kombination mit
Solarenergie keine zusätzliche Heizung mehr brauchen. "Best-Practice
Häuser weisen uns einen neuen Weg. Die Kombination erneuerbarer
Energie mit dem Energiespeicher Beton führt zu energieautarken
Häusern", so DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der VÖZ.

"Beton eignet sich wie kein zweites gängiges Baumaterial zur
thermischen Aktivierung", leitete DI Dr. Peter Holzer,
Geschäftsleiter des Wiener IPJ Ingenieurbüros P. Jung mit Schwerpunkt
Klima-Engineering und Energieberatung, ein. Das Anwendungsprinzip ist
simpel: "Indem in Bauteile aus Beton wie Wände oder Decken
wasserdurchströmte Kunststoffrohre eingelegt werden, dienen diese als
Heiz- bzw. Kühlelemente. Je nach Bedarf wird Wärme oder Kälte
eingespeichert. Die abgegebene thermische Strahlung temperiert die
umgebenden Räume."

Smart City Graz Leitprojekt Österreich

Projektkoordinator der Stadtbaudirektion Graz DI Kai-Uwe Hoffer
freut sich, dass Graz mit ihrem aktuellen "Smart City"-Projektentwurf
für das Förderprogramm "Smart Energy Demo" des Klima- und
Energiefonds zum österreichischen Leitprojekt ernannt wurde.. Mit
intelligenten Lösungen soll die steirische Hauptstadt eine "Zero
Emission City" werden. "Die Nutzung von Beton als Energiespeicher
halten wir für absolut zukunftsweisend. Wir möchten diese Technologie
für unsere künftigen Projekte vorsehen", betont Hoffer.

Bedürfnisse der Bewohner nicht vergessen

DI Gernot Röck von der Bauunternehmung Ing. Röck GmbH hat
umfassende Erfahrungswerte zur Bauteilaktivierung im Wohnbau. Er
präsentierte Doppel- und Einfamilienhäuser, die sein Bauunternehmen
in den letzten beiden Jahren erfolgreich mit dem Energiespeicher
Beton umgesetzt hat. "Die intensive Auseinandersetzung mit den
Bedürfnissen der Bauherren und späteren Nutzer spielt in der
Konzeption ebenso eine Rolle wie die Technik dahinter", ergänzt Röck.

Solarenergie und Energiespeicher Beton eine ideale Kombination

"Vor Kurzem war es noch kaum denkbar, dass man im kalten
Österreich ein Gebäude wirtschaftlich sinnvoll mit einer Solaranlage
ausstattet und damit eine ausreichende Wärmeversorgung erreicht", so
der Haustechnik-Spezialist Ing. Wieland Moser von TB Käferhaus GmbH.
Bei längeren Phasen ohne Sonnenschein waren zusätzliche Wärmequellen
erforderlich. Die Best Practice-Beispiele einer Salzburger
Kletterhalle und eines Passivwohnhauses in Niederösterreich zeigen
wie Raumwärme mit Solarenergie in Kombination mit der Nutzung von
Speichermasse von Beton erzeugt wird. In beiden Fällen dient die
Bodenplatte als tragendes Element für eine ganzjährige Temperierung
ohne zusätzliche Wärmequellen.

Kletterhalle in Salzburg ohne Energiekosten

2012 wurde in Saalfelden die Kletterhalle "Felsenfest" errichtet.
Das fast 19 m hohe Gebäude mit 400 qm2 Grundfläche wird ganzjährig
über die in der Bodenplatte gespeicherte Wärme versorgt. Die
Bodenplatte ist 52 cm dick und enthält 150 m3 Beton, der als
Langzeitspeicher für die am Dach installierte Solaranlage dient. So
ist es möglich, solare Gewinne aus der Sommerperiode bis in die
Heizperiode zu transferieren. "Beeindruckend ist vor allem, dass
durch die große gespeicherte Energiemenge kaum Temperaturschwankungen
auftreten", unterstreicht Harald Kuster, FIN - Future is now, Kuster
Energielösungen GmbH. "Das Energiekonzept funktioniert perfekt. Im
vergangenen Winter sind keine Energiekosten angefallen. Es wurde
sogar ein Energieüberschuss an die Gemeinde verkauft."

Einfamilienhaus in Niederösterreich ohne Heizung

Um zu klären, über welche Masse bzw. Dicke die Bodenplatte eines
Hauses verfügen muss, damit eine ganzjährig konstante Raumwärme ohne
Zusatzheizung erreicht wird, hat Wieland Moser ein eigenes
Rechenmodell erstellt. In Pfaffstätten (NÖ) wurde 2012 ein
Passiv-Wohnhaus errichtet, das über eine 50 cm dicke Bodenplatte aus
Beton sowie über eine Solaranlage verfügt. "Innerhalb von drei
Wochen, in denen von der Solaranlage keine Energie geliefert wird,
fällt die Temperatur um nur 1 Grad - das ist sensationell."

Aktuelle Forschung: Wärme verschieben mit Beton

Holzer gibt noch einen Einblick in aktuell laufende Forschungen
zum Thema Energiespeicher Beton: "Derzeit wird intensiv an der
Entwicklung von gebäudetechnischen Systemen gearbeitet, die eine
zeitliche und örtliche Lastverschiebung von Wärme mithilfe von
aktiver Speichermassenbewirtschaftung zulassen - und zwar ohne dafür
technische Hilfsmittel wie Wärmepumpen einzusetzen."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BWO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel