Umweltdachverband: Stopp für die B50 "Umfahrung Schützen"!

- Umgehung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist offensichtlich

Wien (OTS) - Auswirkungen auf potenzielles Natura 2000-Schutzgebiet "Nordöstliches Leithagebirge" nicht geprüft, Probleme bei Grundwasser und Luftgüte übersehen
- Baustopp zum Schutz wertvoller archäologischer Kulturgüter gefordert

"Das Kasperltheater um den geplanten Ausbau der B50 im Norden der Gemeinde Schützen im Burgenland muss endlich ein Ende finden. Für das verkehrs-, umweltpolitisch und wirtschaftlich widersinnige Landesstraßenprojekt wurde KEINE Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt, obwohl die Trassenführung einen gravierenden Eingriff in wertvolle Lebensräume in mehreren Schutzgebieten - besonders hervorzuheben ist das potenzielle Natura 2000-Gebiet "Nordöstliches Leithagebirge" - sowie in die Umweltschutzgüter Wasser und Boden bedeutet. Darüber hinaus würden die Bauarbeiten archäologische Kulturdenkmale hochgradig gefährden. Wir fordern LH Niessl deshalb erneut auf, dieses Projekt sofort zu stoppen", erklärt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Umweltdachverband fordert: Umweltverträglichkeitsprüfung ist unverzüglich nachzuholen

"Dass für dieses Projekt KEINE UVP durchgeführt wurde, ist mehr als ein grobes Versäumnis", erklärt Barbara Goby, Umweltrechtsexpertin im Umweltdachverband. "Nur ein UVP-Verfahren stellt sicher, dass die Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume sowie Boden, Wasser, Luft und Klima, Landschaft, Sach- und Kulturgüter festgestellt und Maßnahmen geprüft werden, durch welche potenziell schädliche Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt verhindert werden. Außerdem gewährleistet ein solches Verfahren die geforderte Beteiligung der Öffentlichkeit. Wir fordern die Landesregierung daher auf, die UVP für das Straßenbauprojekt B50 schleunigst nachzuholen", so Goby.

Negative Auswirkungen auf archäologisch bedeutsame Güter befürchtet

"Die Landschaft um die Gemeinde Schützen stellt ein archäologisches Schlüsselgebiet dar. Wird das Bauprojekt gestartet, ist mit einer hochgradigen Gefährdung einzigartiger archäologischer Kulturdenkmale im Bereich der geplanten Trasse der Ortsumfahrung Schützen zu rechnen. Eine Umgehung der denkmalschutzrechtlichen Rahmenbedingungen scheint beabsichtigt. Die Ausschreibungsbedingungen für das Projekt drängen die Baufirmen nachgeradezu zu einem schlampigen Umgang mit dem kulturellen Erbe", betont Raimund Karl, Professor of Archaeology and Heritage, Bangor University, UK.

Modellregion der Nachhaltigkeit wird durch Straßenbauprojekt konterkariert

"Die Ortsumfahrung würde in Schützen mehr Verkehr bringen und die Belastungen durch Lärm, Feinstaub etc. für viele BewohnerInnen dramatisch erhöhen. Dieser Straßenbau ist klar gegen die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung", so Pauline Theuer, betroffene Grundeigentümerin. Zudem wurden GrundstückseigentümerInnen von der Landesregierung auf das Gemeindeamt vorgeladen, wo versucht wurde, sie zur Unterschrift hinsichtlich ihrer Grundstücksablösen zu bewegen. "Wir wollen diese respektlose Vorgehensweise, die die Mitbestimmungsrechte der BürgerInnen in Sachen Umfahrungsbau untergräbt, nicht tolerieren", sagt Theuer. Eine diesbezügliche Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes ist noch ausständig -vielleicht der letzte Stolperstein für dieses Wahnsinnsprojekt. Nichtsdestotrotz könnte der Landeshauptmann bereits jetzt die Reißleine ziehen und das Projekt stoppen.

Fazit: "Wir fordern LH Niessl auf, sich endlich von diesem widersinnigen Projekt zu verabschieden und auf eine nachhaltige, umweltverträgliche Regionalentwicklung zu bauen. Herr Landeshauptmann, beenden Sie dieses Kasperltheater und verhängen Sie einen sofortigen Stopp über die B50 Umfahrung Schützen!", fordern die PK-TeilnehmerInnen abschließend unisono.

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Umweltdachverband
Dr.in Sylvia Steinbauer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (++43-1)40113/21
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
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