• 03.06.2013, 11:00:31
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  • OTS0093 OTW0093

Umweltdachverband: Stopp für die B50 "Umfahrung Schützen"!

- Umgehung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist offensichtlich

Utl.: - Umgehung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist
offensichtlich =

Wien (OTS) - Auswirkungen auf potenzielles Natura 2000-Schutzgebiet
"Nordöstliches Leithagebirge" nicht geprüft, Probleme bei Grundwasser
und Luftgüte übersehen
- Baustopp zum Schutz wertvoller archäologischer Kulturgüter
gefordert

"Das Kasperltheater um den geplanten Ausbau der B50 im Norden der
Gemeinde Schützen im Burgenland muss endlich ein Ende finden. Für das
verkehrs-, umweltpolitisch und wirtschaftlich widersinnige
Landesstraßenprojekt wurde KEINE Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
durchgeführt, obwohl die Trassenführung einen gravierenden Eingriff
in wertvolle Lebensräume in mehreren Schutzgebieten - besonders
hervorzuheben ist das potenzielle Natura 2000-Gebiet "Nordöstliches
Leithagebirge" - sowie in die Umweltschutzgüter Wasser und Boden
bedeutet. Darüber hinaus würden die Bauarbeiten archäologische
Kulturdenkmale hochgradig gefährden. Wir fordern LH Niessl deshalb
erneut auf, dieses Projekt sofort zu stoppen", erklärt Gerhard
Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Umweltdachverband fordert: Umweltverträglichkeitsprüfung ist
unverzüglich nachzuholen

"Dass für dieses Projekt KEINE UVP durchgeführt wurde, ist mehr als
ein grobes Versäumnis", erklärt Barbara Goby, Umweltrechtsexpertin im
Umweltdachverband. "Nur ein UVP-Verfahren stellt sicher, dass die
Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume
sowie Boden, Wasser, Luft und Klima, Landschaft, Sach- und
Kulturgüter festgestellt und Maßnahmen geprüft werden, durch welche
potenziell schädliche Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt
verhindert werden. Außerdem gewährleistet ein solches Verfahren die
geforderte Beteiligung der Öffentlichkeit. Wir fordern die
Landesregierung daher auf, die UVP für das Straßenbauprojekt B50
schleunigst nachzuholen", so Goby.

Negative Auswirkungen auf archäologisch bedeutsame Güter
befürchtet

"Die Landschaft um die Gemeinde Schützen stellt ein archäologisches
Schlüsselgebiet dar. Wird das Bauprojekt gestartet, ist mit einer
hochgradigen Gefährdung einzigartiger archäologischer Kulturdenkmale
im Bereich der geplanten Trasse der Ortsumfahrung Schützen zu
rechnen. Eine Umgehung der denkmalschutzrechtlichen Rahmenbedingungen
scheint beabsichtigt. Die Ausschreibungsbedingungen für das Projekt
drängen die Baufirmen nachgeradezu zu einem schlampigen Umgang mit
dem kulturellen Erbe", betont Raimund Karl, Professor of Archaeology
and Heritage, Bangor University, UK.

Modellregion der Nachhaltigkeit wird durch Straßenbauprojekt
konterkariert

"Die Ortsumfahrung würde in Schützen mehr Verkehr bringen und die
Belastungen durch Lärm, Feinstaub etc. für viele BewohnerInnen
dramatisch erhöhen. Dieser Straßenbau ist klar gegen die Bedürfnisse
der lokalen Bevölkerung", so Pauline Theuer, betroffene
Grundeigentümerin. Zudem wurden GrundstückseigentümerInnen von der
Landesregierung auf das Gemeindeamt vorgeladen, wo versucht wurde,
sie zur Unterschrift hinsichtlich ihrer Grundstücksablösen zu
bewegen. "Wir wollen diese respektlose Vorgehensweise, die die
Mitbestimmungsrechte der BürgerInnen in Sachen Umfahrungsbau
untergräbt, nicht tolerieren", sagt Theuer. Eine diesbezügliche
Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes ist noch ausständig -
vielleicht der letzte Stolperstein für dieses Wahnsinnsprojekt.
Nichtsdestotrotz könnte der Landeshauptmann bereits jetzt die
Reißleine ziehen und das Projekt stoppen.

Fazit: "Wir fordern LH Niessl auf, sich endlich von diesem
widersinnigen Projekt zu verabschieden und auf eine nachhaltige,
umweltverträgliche Regionalentwicklung zu bauen. Herr
Landeshauptmann, beenden Sie dieses Kasperltheater und verhängen Sie
einen sofortigen Stopp über die B50 Umfahrung Schützen!", fordern die
PK-TeilnehmerInnen abschließend unisono.

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