Ärztefunkdienst garantiert 24-Stunden-Versorgung in Wien

Jährlich ungefähr 500.000 ärztliche Visiten

Wien (OTS) - Die Ärztekammer wehrt sich gegen den Vorwurf einer mangelhaften ärztlichen Versorgung in den Rand- und Wochenendzeiten in Wien. Tatsächlich würden im Rahmen des Ärztefunkdienstes täglich nachts sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen 24 Stunden hindurch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte Visiten fahren, betonte die Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien, Eva Raunig. ****

Zusätzlich gebe es auch noch eine offene Ordination in der Pillergasse 20 im 15. Wiener Gemeindebezirk. "Somit sind unsere Patienten in Wien im extramuralen Bereich 24 Stunden hindurch medizinisch bestens versorgt", betonte Raunig, die auch darauf verweist, dass in der Bundeshauptstadt jährlich ungefähr 500.000 Hausbesuche von Allgemeinmedizinern sowie Urologen, Kinderärzten, Internisten, Neurologen und Dermatologen durchgeführt werden -zusätzlich zu den sowieso schon überdurchschnittlich langen Arbeitszeiten im Krankenhaus und/oder Ordination.

Allerdings verhehlt die Vizepräsidentin nicht, dass es immer schwieriger werde, genügend Ärztinnen und Ärzte für die zusätzliche Tätigkeit im Ärztefunkdienst zu finden, denn: "Ein alleine fahrender Arzt im Privat-PKW erhält pro Hausbesuch 26,39 Euro brutto." Werde mit dem Ärztefunkdienst eigenen Wagen und zusätzlichem Fahrer gefahren, gelangt ein Stundenlohn von 37,90 Euro brutto zur Auszahlung. Raunig: "Das steht in keiner Relation zu dem, was normalerweise für Notdienste in der Nacht und an Wochenenden, beispielsweise für Installateure oder Schlüsseldienste, zu bezahlen ist."

Nicht jeder Arzt könne es sich daher leisten, für diesen Bruttolohn, von dem Unkosten und dann noch Steuern zu bezahlen sind, im Ärztefunkdienst zu fahren. "In dieser Zeit müssen ja auch eventuell Angehörige, wie beispielsweise Kinder, versorgt werden", gibt Raunig zu bedenken. Sollte man also auch noch eine Haushaltshilfe finanzieren müssen, werde die Tätigkeit im Ärztefunkdienst "sehr bald zu einem Nullsummenspiel".

Dabei würde eine bessere finanzielle Ausstattung des Ärztefunkdienstes - abgesehen von den medizinischen Vorteilen - auf lange Sicht auch helfen, Kosten im Wiener Gesundheitswesen zu sparen. Raunig: "Wären die Wiener Gebietskrankenkasse und die Stadt Wien bereit, etwas mehr in den Ärztefunkdienst zu investieren, dann würden sich die oftmals nicht notwendigen Spitalsambulanzbesuche erübrigen, und die Patienten bräuchten darüber hinaus keine langen Wartezeiten in den Ambulanzen in Kauf zu nehmen." (hpp)

(S E R V I C E - Ärztefunkdienst der Ärztekammer für Wien in den Nachtstunden, an Wochenenden und an Feiertagen: Telefon 141; offene Ordination an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 20.00 Uhr in Wien 15., Pillergasse 20.)

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