Neues Volksblatt: "Verzichtbar" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. Mai 2013

Linz (OTS) - Die Gewerkschaftsnummer des Team Stronach zeigt vor allem eines: Die Milliardärs-Truppe ist gegen etwas. Das ist schon deswegen nicht weiter verwunderlich, weil die bunt zusammengewürfelte Mannschaft kaum für etwas unter einen Hut zu bringen wäre. (So etwas wie eine Nagelprobe wird Salzburg, wo das Team Stronach bekanntlich in Koalitionsverhandlungen eingebunden ist.) Dass nach Ansicht von Frank Stronachs parlamentarischem Statthalter Robert Lugar nicht nur der ÖGB abgeschafft werden soll, sondern bis auf Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer alle Sozialpartner überflüssig sind, könnte man als PR-Gag abtun, mit dem man halt in den Medien präsent ist.
Doch so einfach geht das nicht. Ein demokratisches Gemeinwesen ist nun einmal kein autokratisch zu führendes Unternehmen, denn dann wäre es eine Diktatur. Die Sozialpartnerschaft hat nicht nur ihre unbestrittenen Verdienste, sondern sie ist auch insofern legitimiert, als bei den Urabstimmungen jeweils klare Mehrheiten für die Interessenvertretungen mit gesetzlicher Pflichtmitgliedschaft herausgekommen sind.
Wenn das Team Stronach nun eine Hotline einrichtet, bei der sich "Gewerkschaftsopfer" (was immer das sein soll), melden können, dann bietet man sich schlicht als Vernaderer-Plattform an. Wahrheit, Transparenz und Fairness predigt Stronach, doch seine Partei lebt verzichtbaren Populismus vor.

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