• 28.05.2013, 09:34:55
  • /
  • OTS0044 OTW0044

KONSUMENT: Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel - natürlich mit Nebenwirkung

Wirkung und gesundheitliche Risiken oft ungenügend erforscht

Utl.: Wirkung und gesundheitliche Risiken oft ungenügend erforscht =

Wien (OTS/VKI) - Von Aloe Vera bis zur Gojibeere - die
Nahrungsergänzungsmittelindustrie entdeckt zunehmend exotische
Früchte und Pflanzen für ihre Zwecke. Geworben wird dabei häufig mit
einer bestimmten gesundheitsfördernden Wirkung dieser "natürlichen"
Bestandteile. Doch nicht nur fehlen dafür oft wissenschaftliche
Belege, in vielen Fällen sind auch mögliche Nebenwirkungen nicht
vollständig erfasst. In ihrer aktuellen Juniausgabe nimmt die
Zeitschrift KONSUMENT zehn oft verwendete Pflanzen und
Pflanzenbestandteile genauer unter die Lupe. Die Recherche zeigt:
Eine unkontrollierte Zufuhr mancher pflanzlicher Wirkstoffe kann mit
erheblichen Risiken verbunden sein.

Beispiel Kudzu-Wurzel: Wirksamkeit nicht bewiesen

Die Kudzu-Wurzel findet in der traditionellen chinesischen Medizin
Verwendung und wird in Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) und
Sportlernahrung verarbeitet. Die Pflanze soll unter anderem bei der
Nikotinentwöhnung helfen. Zu ihren wesentlichen Wirkstoffen zählen
sogenannte Isoflavone, die auch Krebserkrankungen wie Brust- und
Prostatakrebs vorbeugen sollen. Da die Wirksamkeit bisher jedoch
wissenschaftlich nicht bewiesen werden konnte, sind
Isoflavon-Präparate derzeit in Österreich nicht als Arzneimittel,
sondern ausschließlich als NEM auf dem Markt. Das deutsche
Bundesinstitut für Risikobewertung schließt nicht aus, dass
Isoflavon-Präparate Krebs verursachen können.

Beispiel Meerträubel / Ephedra-Kraut: Gefährliche
Begleiterscheinungen

Ephedra-Kraut in Verbindung mit Koffein wird im Internet oft als
Schlankheitsmittel beworben. In der Bodybuilderszene gilt es als
sogenannter "Fatburner", der die Fettverbrennung anregt. Darüber
hinaus wird die Pflanze auch als Aufputschmittel bzw. pflanzlicher
Ecstasy-Ersatz angeboten. Die unkontrollierte Einnahme kann zu
Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und bei hoher Dosierung zu
Krampfanfällen und psychischen Veränderungen führen. Die Europäische
Kommission beurteilt Nahrungsergänzungsmittel oder andere
Lebensmittel, die Meerträubel enthalten, daher als nicht
verkehrsfähig.

Fazit: Werbeaussagen kritisch hinterfragen

"Werbeversprechen, die in Zusammenhang mit
Nahrungsergänzungsmittel getätigt werden, sollten generell kritisch
hinterfragt werden. Häufig ist die behauptete positive Wirkung
wissenschaftlich nicht belegt. Außerdem müssen
Nahrungsergänzungsmittel im Gegensatz zu Medikamenten kein
behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen, in dem die
gesundheitliche Unbedenklichkeit nachgewiesen werden muss", betont
VKI-Projektleiterin Katrin Mittl. "Wer sich ausgewogen ernährt, ist
in der Regel nicht auf die zusätzliche Einnahme von NEM angewiesen.
Den Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen kann man problemlos - und
auch wesentlich günstiger - aus heimischen Früchten abdecken."

SERVICE: Der ausführliche Report zu pflanzlichen
Nahrungsergänzungsmitteln kann online unter www.konsument.at
abgerufen werden und ist ab dem 29.05. in der Juniausgabe der
Zeitschrift KONSUMENT verfügbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel