- 28.05.2013, 09:10:57
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Ärztekammer fordert Lehrpraxen auf internationalem Niveau
Förderung auch auf Facharztordinationen ausweiten
Utl.: Förderung auch auf Facharztordinationen ausweiten =
Wien (OTS) - In der Debatte rund um die neue Regelung zur ärztlichen
Ausbildung fordert die Ärztekammer eine Lehrpraxisausbildung auf
internationalem Niveau sowie eine Förderung von Lehrpraxen auch für
Facharztordinationen. "Es ist höchste Zeit, dass nach Jahrzenten
ministerialer Lethargie zum Thema Lehrpraxis endlich Bewegung in die
Diskussion kommt", so Gerald Radner, Vorstandsmitglied der
Ärztekammer für Wien. ****
Die Lehrpraxis sei als Ausbildungsmodell gerade für die Ausbildung
zum Arzt für Allgemeinmedizin ein international anerkanntes,
bedeutendes und im Ausland oftmals hoch gefördertes Modell. "In
Österreich sieht die Situation aktuell leider ganz anders, nämlich
viel schlechter, aus", kritisiert Radner.
Seit Einführung der Lehrpraxis sei die Zahl der Förderungen kein
einziges Mal dem tatsächlichen Bedarf angepasst worden. Auch die Höhe
der Lehrpraxisförderung ist seit Bestehen nie valorisiert worden.
Damit eine qualitativ hochstehende Ausbildung für
Allgemeinmediziner auf internationalem Niveau garantiert werden
könne, sei ein öffentlich finanziertes zwölfmonatiges
Lehrpraxismodell jedenfalls unumgänglich. "Wir fordern von
Gesundheitsminister Alois Stöger die Umsetzung eines solchen
Ausbildungsmodells beim niedergelassenen Hausarzt", so Radner. Es sei
evident, dass die Lehrtätigkeit in den Ordinationen nicht durch eine
Tätigkeit in Spitalsambulanzen ersetzt werden könne, so wie dies
Stöger vorgeschlagen habe.
Lehrpraxis auch beim niedergelassenen Facharzt gefragt
Radner führt zudem aus, dass die Lehrpraxis auch beim
niedergelassenen Facharzt für die Facharztausbildung eine sehr
wichtige Aufgabe übernehmen könnte und müsste. Für ihn ist es daher
unverständlich, warum Lehrpraxen im Facharztbereich vom
Förderungsmodell gänzlich ausgenommen sind. Denn auch Turnusärzte in
Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin würden immer häufiger die
Möglichkeit nutzen, eine Ausbildung beim niedergelassenen Facharzt
zusätzlich in Anspruch zu nehmen.
Radner: "Hier wird auch die Tatsache vergessen, dass Spitäler
oftmals nicht mehr in der Lage sind, alleine eine vollständige
ärztliche Ausbildung anzubieten." Gerade im Bereich der sogenannten
Mangelfächer komme es daher immer wieder zu Ausbildungsengpässen.
"Die Folgen sind ungewollte Verlängerungen der Ausbildungszeit",
schildert Radner die aktuelle Situation in den Spitälern.
Die Ausbildung beim niedergelassenen Facharzt biete hier
einerseits den Vorteil, diese Ausbildungsengpässe in Spitälern
abzudämpfen, andererseits werde dadurch aber auch die Zusammenarbeit
zwischen dem intra- und extramuralen Bereich gefördert. Für Radner
ist das ein weiteres Argument, die fachärztliche Lehrpraxis in das
öffentliche Fördermodell aufzunehmen. (ssch)
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