- 27.05.2013, 21:23:41
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TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel vom 28. Mai 2013 von Max Ischia - Wacker-Macher sind nun am Ball
INNSBRUCK (OTS) - Utl: Ende gut, alles gut? Mit Sicherheit nicht!
Auch wenn die schwarz-grüne Euphorie über den
Bundesliga-Klassenerhalt groß ist, die Strukturprobleme sind deswegen
nicht gelöst. Der FC Wacker benötigt dringlich eine Kurskorrektur.
So ist das im (Fußball-) Leben. Noch vor Wochen wähnte sich
Wacker-Präsident Kaspar Plattner als Buhmann eines Landes und redete
nicht selten und zumeist unverhohlen über Amtsmüdigkeit. Gestern
konnte sich das 73-jährige Vereinsoberhaupt ob des
Bundesliga-Klassenerhalts vor Schulterklopfern kaum erwehren und auch
die Sache mit seinem Rücktritt hat sich seit geraumer Zeit ins
Gegenteil verkehrt. Obwohl, ließ Plattner kürzlich auf TT-Nachfrage
verlauten, sollte sich Christoph Platzgummer um das Präsidentenamt
bewerben, würde er dem ehemaligen Innsbrucker Vizebürgermeister
"keine Steine in den Weg" legen.
Ja, nein, vielleicht - auch wenn Plattner unbestritten viel
Engagement und Herzblut zeigt und immer noch privates Geld im Klub
parken hat, die Wankelmütigkeit bezüglich seines Präsidentenamtes
dient durchaus als Symbol für den Zickzack-Kurs, mit dem der FC
Wacker seit Jahren durch die Fußball-Bundesliga tingelt.
Ja, es gibt Strukturen. Ja, es gibt Konzepte. Und ja, es gibt Pläne.
Aber nein, sie waren bislang weder professionell (genug) noch
nachhaltig und schon gar nicht mit Konsequenz verfolgt.
Die Außenwirkung des Vereins ist fatal. Seit Jahren stehen die
Schwarz-Grünen mit den Finanzen auf Kriegsfuß, seit Jahren hängt man
am öffentlichen Tropf, seit Jahren ist das Ringen um die
Bundesliga-Lizenz ein Tanz auf der Rasierklinge. Dass Tirols
(einstiger?) Fußballstolz in der Öffentlichkeit gerne mit Jammern und
Hadern in Verbindung gebracht wird, schwächt das schwammige Gebilde
zusehends. Dass die Mannschaft wieder (!) intakt ist, hat sie unter
Beweis gestellt.
Um so wichtiger ist die überfällige Kurskorrektur, die nicht zuletzt
im Zuge der letzten Rettungsaktion seitens der Politik und der
Landesunternehmen (Tiwag, Hypo, Olympiaworld) nicht nur eingemahnt,
sondern auch vertraglich fixiert wurde. So soll der Profibetrieb in
eine GmbH umgewandelt werden. So soll ein Masterplan mithilfe einer
Arbeitsgemeinschaft aus den besten Köpfen erstellt werden. So soll
sich der Vorstand personell neu zusammensetzen. Entscheidend: Es muss
endlich Klarheit geschaffen werden, wer den Verein in eine bessere
Zukunft führen kann. Zu glauben, dass der FC Wacker in absehbarer
Zeit wieder um den Bundesliga-Titel mitspielt, wäre vermessen.
Ausgeschlossen sollte aber auch das nicht werden. Wer möchte auch
nach diesem historischen Abstiegskrimi schon irgendetwas
ausschließen█...?
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