- 26.05.2013, 09:54:40
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GPA-djp und Betriebsrat kritisieren NIKI: Kein Essen für Crewmitglieder
Sinnloses Sparen, das auch zu Lasten der Flugsicherheit gehen kann
Utl.: Sinnloses Sparen, das auch zu Lasten der Flugsicherheit gehen
kann =
Wien (OTS) - Was für die meisten Luftfahrtlinien selbstverständlich
ist, nicht nur den Passagieren, sondern auch dem Flugpersonal Essen
zu liefern, gilt bei NIKI nicht. "Für die Piloten und
FlugbegleiterInnen gibt es keine Verpflegung, wenn die Crews im
Dienst der Air Berlin fliegen, wird das Crewessen sogar extra von
Bord genommen", berichtet ein Mitglied des Betriebsrats, der sich
seit seiner Konstituierung vor einem Jahr unter anderem auch der
Lösung dieses Problems angenommen hat. "Hier geht es nicht etwa
darum, dass die Besatzungen etwas geschenkt haben wollen. Es geht
darum, dass wir oft keine Möglichkeit haben, uns Essen zu besorgen",
erklärt der Betroffene: "Die Crew kann ja nicht einfach aussteigen,
um sich etwas zu kaufen. Natürlich sind wir auch dazu bereit, unser
Essen an Bord selbst zu bezahlen". ++++
In den meisten Fällen gebe es gar keine Möglichkeit, sich vor
Dienstbeginn mitten in der Nacht mit Proviant einzudecken, auch
häufige Aktivierungen aus der Bereitschaft machen eine
Ernährungsplanung für längere Reisen unmöglich. "Wirklich heftig wird
es, wenn die Flugbesatzungen teilweise 13 Stunden am Stück kreuz und
quer durch Europa fliegen", spricht der Betriebsrat auch den
Sicherheitsaspekt an: "Hunger verringert das Leistungsvermögen - ein
Problem, das ganz schnell die Flugsicherheit belasten kann. Welcher
Passagier will von Piloten geflogen werden, die hungrig sind und nach
13 Stunden unterzuckert eine Landung bei schwierigen Bedingungen
machen? Selbst die größte Disziplin der Crews und weise Voraussicht
können nicht verhindern, dass Piloten und FlugbegleiterInnen immer
wieder den Dienst mit leeren Händen und der kargen Aussicht auf einen
Fasttag antreten müssen."
Der einzige Kompromiss, auf den sich die Geschäftsführung nach einem
Jahr Verhandlungen eingelassen hat, sind jeweils sechs Sandwiches für
die Crew auf allen Kanaren- und Ägyptenflügen. "Eine untragbare
Notlösung, von der eine Handvoll der insgesamt rund 200 Piloten und
450 FlugbegleiterInnen profitiert", kommentiert Peter Stattmann,
Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten,
Druck, Journalismus (GPA-djp) in Niederösterreich. Das Management
argumentiert dieses angeblich nicht nachverhandelbare Angebot mit der
vertraglichen Vereinbarung mit dem Caterer. "Wenn der
Geschäftsführung das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten und ihrer
KundInnen ein echtes Anliegen wäre, dann würde sie der Crew in dieser
Angelegenheit entgegenkommen", fordert Stattmann ein Einlenken:
"Sicherheit hat eben ihren Preis!"
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