Neues Volksblatt: "Ausgeblendet" von Markus EBERT

Ausgabe vom 24. Mai 2013

Linz (OTS) - Es war im Salzburger Pongau, im Sommer 2012, als sich SPÖ-Chef Werner Faymann und Grünen-Chefin Eva Glawischnig in der Liechtensteinklamm medientauglich zu einer Plauderei unter vier Augen trafen. Anbahnungsversuch für eine mögliche rot-grüne Koalition wollte Faymann in dem Treffen nicht sehen, obwohl er extra aus Wien angereist kam. Neun Monate später, wieder im schönen Salzburg: Die ÖVP, die Grünen und das Team Stronach verhandeln über die Bildung einer Landesregierung. Und das sehr zum Missfallen der SPÖ, die in Richtung Grüne nun Giftpfeile abschießt. Das Team Stronach setze sich überwiegend aus "gescheiterten Politikern von FPÖ und BZÖ zusammen", die Grünen seien damit Mehrheitsbeschaffer "für die Neuauflage von Schwarz-Blau-Orange", wetterte Parteigeschäftsführer Norbert Darabos. Und Gewerkschafter Rainer Wimmer machte die Grünen darauf aufmerksam, dass das Team Stronach Positionen vertrete, die "in deutlichem Gegensatz zu den Prinzipien der Grünen" stehen. Da ärgert sich jemand ganz offensichtlich, dass ein potenzieller Partner abhanden kommt, auf den man einen Alleinanspruch zu haben glaubte. Dass die Grünen längst auch abseits der SPÖ Koalitionsfähigkeit bewiesen haben, dürfte man in der Löwelstraße ausgeblendet haben - genauso wie den Vorschlag der Salzburger SPÖ, gemeinsam mit dem Team Stronach den Günen den LH-Sessel zu verschaffen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001