Europäische Hotel- und Gastgewerbeverbände auf der 66. HOTREC-Generalversammlung in Vilnius

EU-Visapolitik, Pauschalreiserichtlinie und Reglementierungen im Lebensmittelbereich als zentrale Diskussionsthemen der europäischen Hotelverbände

Wien (OTS/PWK337) - Die 66. Generalversammlung des europäischen Dachverbandes HOTREC - European Hotel & Restaurant Association -unterstützt die kommunizierten Neuerungen der Europäischen Kommission in der EU-Visapolitik und erwartet, dass eine komplette Überarbeitung des Visakodex als Ergebnis der laufenden Konsultation vollzogen wird. Der Zugang soll im Speziellen für Touristen aus BRIC-Ländern erleichtert werden, da diese einen wesentlichen Anteil am europäischen Tourismus darstellen. "Laut Statistik von 'Tourism Economics', könnte der EU-Schengen-Bereich zwischen 8 und 46 Millionen zusätzliche Incoming Touristen bis zum Jahr 2015 gewinnen, wenn Flexibilität in der aktuellen EU-Visapolitik in vollem Umfang angewendet werden würde, wovon auch der heimische Tourismus massiv profitieren würde, " betonen die Obleute der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Klaus Ennemoser und Helmut Hinterleitner.

Dagegen wirft die angekündigte Überarbeitung der bestehenden EU-Richtlinie über Pau-schalreisen durch die Europäische Kommission -aufgrund der Entwicklungen im online-Ferienmarkt - Bedenken und Sorge in der europäischen Hotelbranche auf. "Wir befürchten, dass die bevorstehende Revision der Richtlinie die Hotellerie regulatorisch noch mehr belasten könnte, insbesondere wenn Dienstleistungen online zum Verkauf angeboten werden", so Ennemoser. Aus diesem Grund ersuchte HOTREC die Europäische Kommission, insbesondere Vizepräsidentin Viviane Reding, um Konsultation noch vor der Veröffentlichung des Vorschlages. "Gerade in Zeiten wie diesen können sich zusätzliche Hürden nur geschäftseinschränkend auswirken", warnt Ennemoser.

Mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt werden auch die Aktivitäten der EU-Kommission zur Reglementierung des Lebensmittelrechtes und der Lebensmittelinspektion. Der "Pferdefleischskandal" hat den Druck nach zusätzlichen Kontrollen im Lebensmittelbereich erhöht. Die Kommission hat dazu einen Richtlinienentwurf vorgelegt, wonach die Kosten der Hygieneüberprüfungen künftig grundsätzlich von den Betrieben getragen werden sollen. "Diese Vorgangsweise ist nicht sachgerecht. Die Überprüfung der Lebensmittelhygiene ist Aufgabe der Hoheitsverwaltung, die vom Staat zu finanzieren ist. Gastgewerbebetriebe dürfen nicht die Rechnung dafür zahlen, wenn grenzüberschreitende Betrugsfälle im Bereich der Lebensmittelindustrie passiert sind", hält Fachverbandsobmann Hinterleitner dazu fest.

Fachverbände Hotellerie und Gastronomie
Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten. Mit 131 Millionen Nächtigungen jährlich legt Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte Wertschöpfung im Tourismus. Der Fachverband Gastronomie vertritt rund 51.000 Gastronomiebetriebe. Das Hotel- und Gastgewerbe leistet mit rund 15,6 Mrd. Euro Umsatz einen wichtigen Beitrag für Österreichs Wirtschaft. Jeder fünfte Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft generiert.

HOTREC
HOTREC repräsentiert Hotels, Restaurants und Cafés in Europa. Die Branche steht für 1,7 Mio. Betriebe, von denen rund 99,5 % Klein- und Mittelbetriebe sind. Das Gastgewerbe bietet allein in der EU 9,5 Mio. Arbeitsplätze. HOTREC vereint 44 national Hotel- und Gaststättenverbände aus 27 europäischen Ländern. (ES)

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband Hotellerie
Mag. Matthias Koch
Tel.: (+43) 590 900-3554
E-Mail: hotels@wko.at
Web: www.hotelsterne.at

Fachverband Gastronomie
Dr. Thomas Wolf
Tel.: (+43) 590 900-3560
E-Mail: gastronome@wko.at
Web: www.gastronomieverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004