- 22.05.2013, 11:00:50
- /
- OTS0092 OTW0092
Greenpeace: Renaissance der Atomkraft kann nur mit Erneuerbaren Zielen verhindert werden
CO2-Reduktion als einziges Klimaziel spielt Atomlobby in die Hände. Bundeskanzler muss bei EU-Rat für ambitionierte Klima- und Energieziele eintreten.
Utl.: CO2-Reduktion als einziges Klimaziel spielt Atomlobby in die
Hände. Bundeskanzler muss bei EU-Rat für ambitionierte Klima-
und Energieziele eintreten. =
Brüssel/Wien (OTS) - Im Vorfeld zum heute stattfindenden Europäischen
Rat in Brüssel fordert Greenpeace eine Festlegung auf drei Klima- und
Energieziele für die Energiezukunft Europas nach 2020, um unter der
Einbeziehung von Energieeffizienz und dem Ausbau von erneuerbaren
Energieträgern eine CO2-Reduktion zu erzielen. "Österreich muss bei
den weiteren Diskussionen um die europäische Energiezukunft auf drei
Ziele beharren. Es braucht ambitionierte Reduktions-, Effizienz-, und
Erneuerbaren-Ziele, damit eine atomfreie Zukunft Europas Realität
werden kann. CO2-Reduktion als einziges Klimaziel würde die
Renaissance der unsicheren Atomkraft in Europa bedeuten", warnt
Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. Konkret verlangt
Greenpeace eine Reduktion der CO2-Emissionen um mindestens 55
Prozent, und einen Anteil erneuerbaren Energien von mindestens 45
Prozent.
Bereits gestern hat das österreichische Parlament auf Initiative von
Greenpeace ein deutliches Zeichen gegen Atomkraft als
Klimaschutzmaßnahme der EU gesetzt. Mit einem Fünf-Parteien-Beschluss
haben die Abgeordneten Wolfgang Gerstl (ÖVP), Hannes Weninger (SPÖ),
Christiane Brunner (Grüne), Johannes Hübner (FPÖ) und Rainer Widmann
(BZÖ) gezeigt, dass Österreich in der Atomfrage keine Kompromisse
kennt. "Atomkraft ist kein Klimaschutz - dieser Grundsatz, der in
Österreich unumstößlich ist, muss nun auch auf EU-Ebene verteidigt
werden", fordert Egit. Der österreichische Nationalrat hat sich mit
dem Beschluss, sich vehement gegen die Förderung von Atomkraft in der
EU zu stellen, als europäischer Vorreiter im Kampf gegen Atom
positioniert. "Bundeskanzler Faymann hat diese richtungsweisende
Entscheidung im Gepäck, wenn er nach Brüssel reist, um die
Europäische Energiezukunft zu diskutieren. Der Nationalrat hat
bewiesen, dass Österreich seine Verantwortung als Anti-Atom-Land auch
auf EU-Ebene wahrnimmt", bestätigt Egit den österreichischen Kurs.
Österreich stellt sich damit geeint gegen Länder wie Großbritannien
und Frankreich, die versuchen, Atomkraft als klimafreundliche Energie
und damit als Zukunftstechnologie ins Feld zu führen. "Hinter
möglichst neutralen Begriffen, wie 'kohlenstoffarm' und
'technologieneutral' und dem Verweis auf 'gleiche Ausgangsbedingungen
für Energieträger' in den vorgeschlagenen Texten steckt die
Atomlobby, um an Förderungen für neue Meiler zu gelangen", stellt
Egit klar. Aktuell werde vor allem von Großbritannien versucht, nur
ein Klimaziel zur CO2-Reduktion zu beschließen und ein eigenes Ziel
zum Ausbau der Erneuerbaren zu verhindern. Das würde der Atomlobby in
die Hände spielen. "Diese aktuelle Offensive der Atomlobby in Brüssel
beweist, wie nervös die Industrie ist. Denn ohne massive staatliche
Förderungen ist Atomkraft keineswegs konkurrenzfähig", rechnet Egit.
Demnach sind die Produktionskosten einer Megawattstunde Atomstrom
mindestens doppelt so hoch, wie der derzeit auf internationalen
Strombörsen erzielte Preis von 40 Euro/Megawattstunde.
Zudem verlangt Greenpeace von Kanzler eine klare Absage für die
Schiefergasförderung. "Schiefergas ist ein Hype, und wird von der
Fossilen-Industrie gezielt eingesetzt um davon abzulenken, dass die
Öl- und Gasvorräte geringer werden", so Egit. "Dabei ist die
Förderung eine große Gefahr für die Umwelt. Wir müssen uns nicht von
den Nebelgranaten der Industrie ablenken lassen, sondern in
erneuerbaren Energien investieren."
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






