- 17.05.2013, 14:06:01
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Geklärter Mord- und Entführungsfall in Südtirol: Das Bundeskriminalamt ersucht um weitere Hinweise
Lichtbildaussendung im Rahmen der Strafprozessordnung nach Entführung und Erpressung eines tschechischen Staatsbürgers in Frankreich und dessen Ermordung in Italien
Utl.: Lichtbildaussendung im Rahmen der Strafprozessordnung nach
Entführung und Erpressung eines tschechischen Staatsbürgers in
Frankreich und dessen Ermordung in Italien =
Wien (OTS) - Anfang März 2013 wurde dem tschechischen
Immobilienhändler Petr V. (72) von einem "Robert Kelner" ein
Immobiliengeschäft in Frankreich angeboten. Er flog daraufhin am 6.
März nach Nizza. Die Täter haben ihn dort durch massive Schläge zur
Auflösung seines Bankkontos in Deutschland und zur Geldüberweisung
auf ein Bankkonto ihn Wien genötigt. In der Nacht von 7. auf 8. März
2013 wurde das Opfer dann auf der Rückfahrt nach Tschechien in einem
Waldstück am Brenner - nahe der österreichischen Grenze - durch einen
Schuss in den Hinterkopf exekutiert.
Durch die Ermittlungen der tschechischen Polizei wurde das
Mobiltelefon des Ermordeten in Italien geortet. Gleichzeitig wurde
das österreichische Bundeskriminalamt bezüglich der Erhebungen zu dem
österreichischen Konto ersucht. Die Familie des mittlerweile schon
ermordeten Opfers wurde durch die Täter weiter erpresst und Geld für
seine Freilassung gefordert. Über Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien
wurden die von der Familie auf das Bankkonto nach Wien überwiesenen
363.000 Euro sichergestellt. Die Beschuldigten versuchten daraufhin
erfolglos, das Geld via E-Banking nach Mauritius umzuleiten. Aufgrund
dieser Versuche und umfangreicher Ermittlungsmaßnahmen in Österreich
und Tschechien konnte schließlich der Aufenthaltsort der fünf
Beschuldigten in Tschechien ermittelt werden. Der Kopf der Bande:
Michael S. (45) sowie die Komplizen Petr K. (37), Libor S. (41),
Daniel D. (38) und Petr S. (38) wurden am 26. und 27. März 2013 in
Tschechien festgenommen. Die Leiche des Ermordeten wurde am 2. April
2013 aufgefunden.
Mögliche weitere Tathandlungen
Bei den laufenden Vernehmungen gaben zwei der Beschuldigten weitere
Entführungsfälle zu, ein weiterer Mordfall gilt als geklärt. Durch
die tschechischen und österreichischen Ermittlungsbehörden wird davon
ausgegangen, dass weitere acht bis zehn Entführungs- bzw. sogar
Mordfälle vorliegen könnten. Überlebende Geschädigte (direkte Opfer
oder Angehörige) könnten nach Bezahlung des "Lösegeldes" derart
eingeschüchtert worden sein, sodass bis dato keine Anzeige erstattet
wurde.
Da es sich bei den Tatverdächtigen um eine international agierende
Tätergruppe handelt, deren Mitglieder sich regelmäßig im
österreichischen Bundesgebiet aufhielten, über große Summen an
Bargeld verfügten und aufgrund des derzeitigen Ermittlungsstandes von
weiteren ähnlich gelagerten Fällen ausgegangen werden kann, ist auch
nicht auszuschließen, dass österreichische Staatsbürger Geschädigte
dieser kriminellen Gruppierung sind.
Das Bundeskriminalamt ersucht daher um zweckdienliche Hinweise aus
der Bevölkerung zur Beantwortung folgender Fragen:
1) Wer kennt die auf den Lichtbildern abgebildeten Personen bzw.
hatte Kontakt zu ihnen?
2) Wer wurde unter dem Aliasnamen "Robert Kelner" via E-Mail
kontaktiert?
3) Wer kann Angaben zu ähnlichen gelagerten Fällen machen, die bis
dato nicht bekannt sind?
Die Lichtbilder befinden sich auf der Homepage
http://www.bmi.gv.at/cms/BK/_news/start.aspx?id=6959323973342B6970753
83D&page=0&view=1
Zweckdienliche Hinweise bitte an den SPOC (Journaldienst) des
Bundeskriminalamtes unter der Telefonnummer + 43 (0) 1/24836-85025.
Einlangende Hinweise werden vertraulich behandelt.
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