- 11.05.2013, 21:00:32
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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Franks Scherbenhaufen", von Mario Zenhäusern, Ausgabe vom 12. Mai 2013
Mittlerweile dürfte nicht einmal Stronach selbst wissen, wer denn jetzt noch zu seiner Partei gehört - und wer nicht.
Utl.: Mittlerweile dürfte nicht einmal Stronach selbst wissen, wer
denn jetzt noch zu seiner Partei gehört - und wer nicht. =
Innsbruck (OTS) - Zwei Wochen nach der Wahl ist das Team Stronach
zertrümmert. Und das Ansehen des Parteichefs nachhaltig beschädigt.
Frank Stronach könnte einem fast leidtun. Da geht ein alter Mann,
der in seinem Leben viel erreicht hat, her und setzt seine Reputation
und viel Geld ein, um plötzlich in der Politik mitzumischen. Aus
durchaus hehren Motiven heraus übrigens, weil in der heimischen
Bundespolitik tatsächlich vieles im Argen liegt. Zumindest bis
hierher ist nachvollziehbar, dass Stronach eingreifen und einen
Wechsel herbeiführen wollte.
Nicht mehr verständlich ist, wie er seine Idee umsetzte. Dass er
mit viel Geld winkte, sich einen Parlamentsklub zusammenkaufte und
Anhänger um sich scharte. Dass er tatsächlich glaubte und noch immer
glaubt, er könne seine so genannte Partei wie ein Unternehmen führen:
Frank schafft an, und alle tun, was er will. Dass er davon überzeugt
ist, mit den drei Worthülsen Wahrheit, Transparenz und Fairness das
ersetzen zu können, was andere ein Programm oder zumindest Inhalte
nennen. Und dass er allen Ernstes glaubt, sein Name allein sei Garant
für Erfolg.
In Tirol ist die Strategie des Teams Stronach völlig in die Hose
gegangen. Mittlerweile dürfte nicht einmal er noch genau wissen, wer
denn jetzt zu seiner Partei gehört, wer zwischenzeitlich bereits
ausgeschlossen oder wieder aufgenommen wurde. Angesichts des langsam
in die Gänge kommenden Nationalratswahlkampfs stehen
Politikbeobachter vor der Wahl, ob sie sich ob des erbärmlichen
Zustands dieser Truppe amüsieren oder angeödet abwenden sollen.
Wie sich die Neo-Partei in jenen Bundesländern hält, in denen sie den
Einzug in den Landtag schaffte, wird sich weisen. In Tirol jedenfalls
steht Frank Stronach vor einem Scherbenhaufen, für den er selber
verantwortlich ist, den er selber mitverursacht hat. Leidtun muss er
uns deshalb nicht. Er hat es ja selbst so gewollt.
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