Foglar: Gerechtes Steuersystem ist wichtiger als Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligung nicht zulasten von sozialer Sicherheit und Kollektivverträgen

Wien (OTS/ÖGB) - "Wir haben eine deutliche Schieflage was Löhne und Gehälter einerseits und Gewinne und Vermögen andererseits angeht", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar. "Das gehört beseitigt: mit den jährlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen, aber auch mit einer Steuerreform." Mitarbeiterbeteiligung würde von den Gewerkschaften zwar nicht generell abgelehnt, sie sei aber kein Patentrezept für höhere Einkommen.

Foglar: "Mitarbeiterbeteiligungsmodelle gaukeln gerne vor, dass Unternehmen und ihre Beschäftigten gleichberechtigt wären. Das ist nicht der Fall, kein Modell kann darüber hinwegtäuschen, dass ArbeitnehmerInnen und Firmeneigentümer eben nicht die gleichen Interessenslagen haben." Das unternehmerische Risiko solle bei den Unternehmen bleiben, mögliche Arbeitslosigkeit sei für die ArbeitnehmerInnen Risiko genug.

"Es gibt bereits Modelle von Mitarbeiterbeteiligung, sie sind aber nur ein zusätzliches Element und können keinesfalls ein Ersatz für kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltserhöhungen sein", sagt Foglar. "Im Übrigen profitiert von diesen Modellen wieder nur eine Minderheit der ArbeitnehmerInnen. Unser Kollektivvertragssystem ist das beste Instrument für faire Bedingungen innerhalb der Branchen - für die Beschäftigten und die Unternehmen."

Dem Vorschlag, Mitarbeiterbeteiligung solle steuerbegünstigt und von Sozialversicherungsabgaben befreit sein, erteilt der ÖGB-Präsident eine klare Abfuhr: "Der Sozialversicherung würden dadurch Mittel entzogen, das ist nicht im Sinne der ArbeitnehmerInnen, denn das höhlt den Sozialstaat aus und gefährdet daher die soziale Sicherheit."

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