• 07.05.2013, 14:36:29
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Greenpeace zu Bienengipfel: Keine Bienenschutzambition erkennbar

Unterstützung des EU-Vorschlags allein ist viel zu wenig, um das Bienensterben aufzuhalten

Utl.: Unterstützung des EU-Vorschlags allein ist viel zu wenig, um
das Bienensterben aufzuhalten =

Wien (OTS) - Nach dem heutigen Alibi-"Bienengipfel" hat Minister Niki
Berlakovich verkündet, jetzt doch den Vorschlag der Europäischen
Kommission, drei bienentödliche Pestizide teilweise für zwei Jahre zu
verbieten, zu unterstützen. Darüber hinaus soll mehr in die Forschung
und Bienenschutzmaßnahmen investiert werden.

"Das Ergebnis des heuten 'Bienengipfels' ist der Gipfel an
unambitioniertem Handeln. Die Ankündigungen sind bloß ein erster,
sehr kleiner Schritt und alles andere als eine Kehrtwende in der
Politik von Bundesminister Berlakovich. Vielmehr ist es ein
Eingestehen einer Niederlage, denn das EU-weite Teilverbot wird trotz
der intensiven Blockade-Bemühungen Österreichs ohnehin kommen", so
Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace: "Die ÖVP muss
ihre angebliche Kehrtwende jetzt in sinnvolle Taten umsetzen. Der
EU-Vorschlag erlaubt explizit strengere nationale Verbote, wie es sie
teilweise in Deutschland schon gibt. Österreich muss vollständige
nationale Verbote der drei Neonicotinoide beschließen, entsprechende
Anträge liegen schon im Parlament."

Insgesamt hat Greenpeace sieben Pestizide identifiziert, für die die
Wissenschaft inakzeptable Risiken für Bienen identifiziert hat. Dies
sind einerseits die drei Neonicotinoide, für nun EU-weite Teilverbote
kommen sollen, darüber hinaus Fipronil, Cypermethrin, Deltamethrin,
Chlorpyrifos. Greenpeace fordert von Minister Berlakovich, sich als
nächsten Schritt für vollständige Verbote dieser sieben Pestizide auf
EU-Ebene einzusetzen, und sie bis zum Inkrafttreten europaweiter
Verbote in Österreich zu verbieten. "Wenn der 'Bienengipfel' mehr als
ein PR-Gag war und das neue Motto der ÖVP wirklich 'im Zweifel für
die Bienen' lautet, müssen weitgehende Verbote aller bienentödlichen
Pestizide folgen", fordert Urban.

"Es ist ein erster Schritt, dass Österreich offenbar in Zukunft nicht
mehr zu den entschlossensten Bienenkiller-Ländern auf EU-Ebene
gehören will. Österreich muss aber Vorreiter im Bienenschutz werden.
Dafür braucht es endlich entschlossene Schritte weg vom
chemieintensiven Landwirtschaftsmodell hin zu ökologischen und
biologischen Praktiken. Greenpeace fordert gemeinsam mit über 20.000
Menschen, die die Petition auf bienenschutz.at unterzeichnet haben,
daher nicht nur Verbote der Bienenkiller-Pestizide, sondern auch
einen klaren Schwerpunkt auf die Förderung biologischer
Landwirtschaft im neuen Agrarumweltprogramm 2014-2010, mit dem Ziel
einer Verdopplung der Bio-Anbauflächen in Österreich von 20 auf 40
Prozent. Weiters muss die Fruchtfolge - das Kernelement einer
nachhaltigen, zukunftsfähigen Landwirtschaft - im neuen
Agrarumweltprogramm eine essentielle Fördervoraussetzung werden. Wir
müssen unsere Verantwortung wahrnehmen und für unsere Kinder und
Enkelkinder ein Landwirtschaftsmodell schaffen, das nicht gegen,
sondern mit der Umwelt arbeitet", so Urban abschließend.

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