- 06.05.2013, 16:10:36
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Hilfswerk Austria International begrüßt den Start der ORF-Aktion Nachbar in Not zugunsten syrischer Flüchtlinge
Hilfswerk Austria International unterstützt Flüchtlingsfamilien mit Gütern des täglichen Bedarfs. Sozialarbeiter/innen und Therapeut/innen kümmern sich um schwer traumatisierte Kinder
Utl.: Hilfswerk Austria International unterstützt
Flüchtlingsfamilien mit Gütern des täglichen Bedarfs.
Sozialarbeiter/innen und Therapeut/innen kümmern sich um
schwer traumatisierte Kinder =
Wien (OTS) - "Ich hatte nur mein Gewand am Leib und mein Baby auf dem
Arm. Nichts zu essen. Keine Windeln. Es gibt für uns keinen Weg mehr
zurück nach Syrien", erzählt mit gefasster Stimme eine Frau, die vor
den Kämpfen in Syrien gerade noch in den Libanon flüchten konnte.
Es ist die nackte Angst zu sterben. Eine verheerende Not. Die
Unmöglichkeit, auch nur das Nötigste auftreiben zu können, um den
Kindern genug zu essen zu geben. Halt und Sicherheit, ein Dach über
dem Kopf - das gibt es in den zerstörten Dörfern und Städten Syriens
schon lange nicht mehr. Die Menschen irren in Syrien als Vertriebene
in ihrem eigenen Land umher. Jeden Tag versuchen Tausende Frauen mit
ihren Kindern über die Grenze zu gelangen. Mehr als eine Million
Menschen hoffen in den Nachbarländern, dass ihnen endlich jemand
zuhört und hilft. Vor allem im Libanon.
"Die Menschen warten so sehr auf unsere Hilfe! Ihre Lage ist
erdrückend. Es fehlt an allem. Schlimmer als jede materielle
Entbehrung ist aber das Leid der Kinder, die in Syrien so viel Gewalt
mit anschauen mussten. Sie sind verängstigt, verstört, werden
aggressiv, wenn sich niemand ihrer Sorgen annimmt und sie das
richtige Ventil für die aufgestaute Wut finden. Diesen Mädchen und
Burschen gilt unsere besondere Aufmerksamkeit. Und ihren Eltern, die
ja selber völlig überfordert sind."
Dr. Heidi Burkhart, Geschäftsführerin Hilfswerk Austria International
Auch im Libanon ist der Alltag schwer zu meistern: "Oft müssen sich
bis zu 15 Erwachsene und Kinder in einem Raum zusammendrängen",
erzählt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria
International. Sie hat in der Hauptstadt Beirut Slums aufgesucht,
dort mit zahlreichen Flüchtlingsfrauen und Männern geredet, um
herauszufinden, wie Hilfe aus Österreich wirksam werden kann. "Am
Stadtrand", sagt sie, "ist die Lage besonders schlimm. Während die
Männer versuchen, als Tagelöhner wenigstens etwas Geld aufzutreiben,
bleiben die Mädchen und Burschen zusammengepfercht in den desolaten
Häusern zurück. Zum Hunger kommen schlechte hygienische Zustände.
Ratten. Läuse. Vor allem aber die Verzweiflung".
Da setzt Hilfswerk Austria International an. "Unsere
Mitarbeiter/innen starten gemeinsam mit einem erfahrenen lokalen
Partner dringend notwendige psychosoziale Hilfe für schwer
traumatisierte Mädchen und Burschen. Sie haben mitangesehen, wie ihr
Zuhause zerstört wurde. Haben miterlebt, wie Menschen gewaltsam
sterben. Diese Bilder haben sich in die jungen Seelen eingebrannt."
In einem mehrstöckigen Haus, das mitten im Slum von Burj Hammoud
steht, geben Sozialarbeiter/innen und Therapeut/innen diesen Kindern
im wahrsten Sinn des Wortes einen Raum für ihre Sorgen und Ängste.
Sie hören ihnen zu. Sie nehmen sie ernst. Sie helfen ihnen, den Tag
zu strukturieren. Sie bringen sie durch Spiel und Bewegung auf andere
Gedanken, sodass ihnen endlich wieder ein Lächeln über die Lippen
kommen kann. Die Kinder erleben, dass jemand ihre unsichtbaren tiefen
Wunden wahrnimmt. Sie bekommen die Möglichkeit, jeden Tag wenigstens
für einige Stunden aus der Enge ihrer Flüchtlingsunterkunft
herauszukommen, erfahren Geduld und Aufmerksamkeit, die Schmerzen
lindern können. "Sie sollen lernen und spielen und nicht für ein paar
Cent pro Tag alte Flaschen einsammeln, um das Familienbudget
aufzubessern", sagt Burkhart.
"Damit ihre Familien besser über die Runden kommen, werden wir sie
u.a. mit Babynahrung, Windeln und Gütern des alltäglichen Bedarfs
unterstützen. Und zwar in würdevoller Art und Weise: Was die Leute
jeweils am dringendsten brauchen, entscheiden sie selber. Sie
erhalten Gutscheine für ausgewählte Waren, die sie in den kleinen
Läden ums Eck erhalten."
Güter, die Familien mit Gutscheinen kaufen können u.a. Babykleidung,
Windeln, Heilsalben, Puder, Shampoo, Seife, Zahnbürste und Zahnpasta,
Unterwäsche, Geschirrspülmittel.
Hilfswerk Austria International leistet weltweit humanitäre Hilfe
nach Kriegen und Naturkatastrophen sowie Entwicklungszusammenarbeit.
Dabei stehen der Mensch, seine Gesundheit, die Verbesserung seiner
Lebenschancen und die Förderung der Familie - vor allem der Kinder -
im Mittelpunkt. Neben der materiellen Hilfe ist uns die nachhaltige
Stärkung der Selbsthilfe vor Ort wichtig. 2012 betreute Hilfswerk
Austria International 73 Projekte in 27 Ländern weltweit: in
Ost-/Südosteuropa, im Kaukasus, im Nahen Osten, in Asien, in Afrika
und in Lateinamerika. 19 Mitarbeiter/innen in Wien, 86
Mitarbeiter/innen und 929 Ehrenamtliche in den Projektländern in
aller Welt sorgen für eine bestmögliche Unterstützung von Menschen in
Not.
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"Syrien"
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