Hilfswerk Austria International begrüßt den Start der ORF-Aktion Nachbar in Not zugunsten syrischer Flüchtlinge

Hilfswerk Austria International unterstützt Flüchtlingsfamilien mit Gütern des täglichen Bedarfs. Sozialarbeiter/innen und Therapeut/innen kümmern sich um schwer traumatisierte Kinder

Wien (OTS) - "Ich hatte nur mein Gewand am Leib und mein Baby auf dem Arm. Nichts zu essen. Keine Windeln. Es gibt für uns keinen Weg mehr zurück nach Syrien", erzählt mit gefasster Stimme eine Frau, die vor den Kämpfen in Syrien gerade noch in den Libanon flüchten konnte. Es ist die nackte Angst zu sterben. Eine verheerende Not. Die Unmöglichkeit, auch nur das Nötigste auftreiben zu können, um den Kindern genug zu essen zu geben. Halt und Sicherheit, ein Dach über dem Kopf - das gibt es in den zerstörten Dörfern und Städten Syriens schon lange nicht mehr. Die Menschen irren in Syrien als Vertriebene in ihrem eigenen Land umher. Jeden Tag versuchen Tausende Frauen mit ihren Kindern über die Grenze zu gelangen. Mehr als eine Million Menschen hoffen in den Nachbarländern, dass ihnen endlich jemand zuhört und hilft. Vor allem im Libanon.

"Die Menschen warten so sehr auf unsere Hilfe! Ihre Lage ist erdrückend. Es fehlt an allem. Schlimmer als jede materielle Entbehrung ist aber das Leid der Kinder, die in Syrien so viel Gewalt mit anschauen mussten. Sie sind verängstigt, verstört, werden aggressiv, wenn sich niemand ihrer Sorgen annimmt und sie das richtige Ventil für die aufgestaute Wut finden. Diesen Mädchen und Burschen gilt unsere besondere Aufmerksamkeit. Und ihren Eltern, die ja selber völlig überfordert sind."
Dr. Heidi Burkhart, Geschäftsführerin Hilfswerk Austria International

Auch im Libanon ist der Alltag schwer zu meistern: "Oft müssen sich bis zu 15 Erwachsene und Kinder in einem Raum zusammendrängen", erzählt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria International. Sie hat in der Hauptstadt Beirut Slums aufgesucht, dort mit zahlreichen Flüchtlingsfrauen und Männern geredet, um herauszufinden, wie Hilfe aus Österreich wirksam werden kann. "Am Stadtrand", sagt sie, "ist die Lage besonders schlimm. Während die Männer versuchen, als Tagelöhner wenigstens etwas Geld aufzutreiben, bleiben die Mädchen und Burschen zusammengepfercht in den desolaten Häusern zurück. Zum Hunger kommen schlechte hygienische Zustände. Ratten. Läuse. Vor allem aber die Verzweiflung".
Da setzt Hilfswerk Austria International an. "Unsere Mitarbeiter/innen starten gemeinsam mit einem erfahrenen lokalen Partner dringend notwendige psychosoziale Hilfe für schwer traumatisierte Mädchen und Burschen. Sie haben mitangesehen, wie ihr Zuhause zerstört wurde. Haben miterlebt, wie Menschen gewaltsam sterben. Diese Bilder haben sich in die jungen Seelen eingebrannt." In einem mehrstöckigen Haus, das mitten im Slum von Burj Hammoud steht, geben Sozialarbeiter/innen und Therapeut/innen diesen Kindern im wahrsten Sinn des Wortes einen Raum für ihre Sorgen und Ängste. Sie hören ihnen zu. Sie nehmen sie ernst. Sie helfen ihnen, den Tag zu strukturieren. Sie bringen sie durch Spiel und Bewegung auf andere Gedanken, sodass ihnen endlich wieder ein Lächeln über die Lippen kommen kann. Die Kinder erleben, dass jemand ihre unsichtbaren tiefen Wunden wahrnimmt. Sie bekommen die Möglichkeit, jeden Tag wenigstens für einige Stunden aus der Enge ihrer Flüchtlingsunterkunft herauszukommen, erfahren Geduld und Aufmerksamkeit, die Schmerzen lindern können. "Sie sollen lernen und spielen und nicht für ein paar Cent pro Tag alte Flaschen einsammeln, um das Familienbudget aufzubessern", sagt Burkhart.
"Damit ihre Familien besser über die Runden kommen, werden wir sie u.a. mit Babynahrung, Windeln und Gütern des alltäglichen Bedarfs unterstützen. Und zwar in würdevoller Art und Weise: Was die Leute jeweils am dringendsten brauchen, entscheiden sie selber. Sie erhalten Gutscheine für ausgewählte Waren, die sie in den kleinen Läden ums Eck erhalten."
Güter, die Familien mit Gutscheinen kaufen können u.a. Babykleidung, Windeln, Heilsalben, Puder, Shampoo, Seife, Zahnbürste und Zahnpasta, Unterwäsche, Geschirrspülmittel.

Hilfswerk Austria International leistet weltweit humanitäre Hilfe nach Kriegen und Naturkatastrophen sowie Entwicklungszusammenarbeit. Dabei stehen der Mensch, seine Gesundheit, die Verbesserung seiner Lebenschancen und die Förderung der Familie - vor allem der Kinder -im Mittelpunkt. Neben der materiellen Hilfe ist uns die nachhaltige Stärkung der Selbsthilfe vor Ort wichtig. 2012 betreute Hilfswerk Austria International 73 Projekte in 27 Ländern weltweit: in Ost-/Südosteuropa, im Kaukasus, im Nahen Osten, in Asien, in Afrika und in Lateinamerika. 19 Mitarbeiter/innen in Wien, 86 Mitarbeiter/innen und 929 Ehrenamtliche in den Projektländern in aller Welt sorgen für eine bestmögliche Unterstützung von Menschen in Not.
Hilfswerk Austria International PSK 90.001.002 BLZ 60.000 Kennwort "Syrien"
IBAN: AT716 000 000 090 001 002 BIC:OPSKATWW

Rückfragen & Kontakt:

Hilfswerk Austria International,
Mag. Romana Klär Tel: 01-4057500-31 romana.klaer@hwa.or.at
oder Edith Hütthaler Tel: 01-4057500-14 edith.huetthaler@hwa.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HLW0002