• 25.04.2013, 09:33:16
  • /
  • OTS0047 OTW0047

Gesunde Kassen - kranke Seelen

Krankenkassen freuen sich über positive Bilanzen - Psychisch Kranke sollen davon profitieren!

Utl.: Krankenkassen freuen sich über positive Bilanzen - Psychisch
Kranke sollen davon profitieren! =

Wien (OTS) - Wenn eine krankheitswertige psychische Störung vorliegt,
sind die Krankenkassen nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz
(ASVG) verpflichtet, die psychotherapeutische Behandlung im Rahmen
eines Gesamtvertrages zu finanzieren. Dieser Verpflichtung kommen die
Krankenkassen jedoch seit 1992, auch bei dringendem
Behandlungsbedarf, NICHT nach. Stattdessen wurde kassenfinanzierte
Psychotherapie rationiert und daneben die so genannte
"Zuschusstherapie" eingeführt.

Alle Sozialversicherten bezahlen seit 1992 eigens für
Psychotherapie erhöhte, ausgewiesene Sozialversicherungsbeiträge! Von
65.000 Psychotherapie-PatientInnen in ganz Österreich erhalten aber
nur 35.000 einen kassenfinanzierten Psychotherapieplatz, 30.000
PatientInnen müssen sich mit dem von den Kassen seit 1992 nicht
erhöhten Zuschuss von 21,80 und Selbstbehalten in der Höhe zwischen
60 und 80 Euro zufrieden geben. Das ist eine Ungleichbehandlung der
Versichertengemeinschaft wie sie ansonsten in Österreich ohne
Beispiel ist. Wegen dieser Hürden erreicht Österreich bei einem
Bedarf von mindestens 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung einen
Versorgungsgrad von gerade einmal 0,8 Prozent.

Dazu noch einige erhellende Zahlen: Laut Sozialversicherung nehmen
900.000 ÖstereicherInnen das Gesundheitssystem wegen psychischer
Erkrankungen in Anspruch. 840.000 nehmen Psychopharmaka, aber nur
65.000 Personen befinden sich in Psychotherapie.

Die Unterversorgung der psychisch Kranken in Österreich hat
dramatische Auswirkungen, über die man mittlerweile nicht so leicht
hinwegsehen kann:

- Immer häufigere und längere Krankenstände aufgrund von 
   psychischen Erkrankungen
 - Massive Erhöhung der Frühpension aufgrund von psychischen 
   Erkrankungen
 - Ungebremster Anstieg der Verschreibung von Psychopharmaka - sogar 
   bei Kindern

   Laut WHO ist mit einem starken Anstieg von psychischen Belastungen
zu rechnen. Österreichs Krankenkassen sind nicht darauf vorbereitet;

das zeigt schon der derzeitige schlechte Versorgungsgrad.

Der ÖBVP fordert daher seriöse Verhandlungsgespräche zum
Gesamtvertrag und zur durchgängig kassenfinanzierten Psychotherapie.
Den Psychotherapiebedarf psychisch leidender Versicherungsnehmer zu
ignorieren widerspricht nicht nur dem Österreichischen solidarisch
aufgebauten Versicherungssystem, sondern führt auch zu gewaltigen
volkswirtschaftlichen Problemen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OBP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel