- 24.04.2013, 10:53:09
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Umweltdachverband: Umweltminister Berlakovich verordnet Nachdenkpause in Sachen Schlackeneinbau
- UWD-Erfolg: vorerst keine weiteren Schlacken in Österreichs Straßen
Utl.: - UWD-Erfolg: vorerst keine weiteren Schlacken in Österreichs
Straßen =
Wien (OTS) - Sicherer, rechtskonformer und umweltschonender Abbau der
Schlackenberge gefordert
"Wie nun bekannt wurde, wird die Ausarbeitung der
Recycling-Baustoff-Verordnung bis auf weiteres auf Eis gelegt. Die
Stahlproduzenten in Linz und Donawitz hatten massiven Druck ausgeübt,
um über den Umweg der Verordnung einen billigen, aber
umweltfeindlichen Entsorgungsweg für ihre Stahlwerksschlacken zu
schaffen. Dabei wollte die Hochofenindustrie den Grenzwert für den
Gesamtgehalt an Chrom (als Chrom VI hochkanzerogen) um das 25-fache
des bisher erlaubten erhöhen. Es ist nun aber klar, dass es weder
eine Sonderbehandlung im Sinne einer Stahlwerksschlacken-Verordnung
noch ein Abfallende für Schlacken geben wird. Eine schnelle
Entsorgung dieses schwermetallhaltigen Abfalls auf den
österreichischen Straßen auf Kosten von Umwelt und Gesundheit der
Bevölkerung wird damit verhindert", so der Umweltdachverband in
seiner ersten Reaktion auf die aktuellsten Entwicklungen. "Wir
gratulieren Minister Berlakovich zu diesem glasklaren Schritt; er
verteidigt damit nachdrücklich das hochwertige österreichische
Abfallrechtsregime gegen Übergriffe übermächtiger Konzerne, die durch
gesundheits- und umweltgefährdende Ausnahmeregelungen eine
Marktverzerrung zu ihren Gunsten erreichen wollten. Berlakovich
beweist damit auch Prinzipientreue in Sachen umweltrechtliches
Vorsorgeprinzip. Damit wird deutlich gezeigt: Vor dem
österreichischen Umweltrecht sind alle - somit auch die voestalpine -
gleich zu behandeln", freut sich Gerhard Heilingbrunner,
ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.
Minister erkennt Problem der wachsenden Schlackenberge
Der Umweltdachverband verfolgt die unsägliche Diskussion um den
Einbau schwermetallbelasteter Schlacken bereits seit mehr als einem
Jahr systematisch und hat dabei die interventive Praxis des
österreichischen Vorzeigeunternehmens voestalpine genauer unter die
Lupe genommen. "Wir sind sehr froh, dass der Minister das wahre
Problem hinter der Schlackenverscherbelungstaktik gesehen hat. Denn
selbst wenn der voestalpine sämtliche Straßen für die Entsorgung
ihrer Schlacken geöffnet würden, wäre das
Schlacken-Abfalllagerproblem noch immer nicht gelöst. Statt den
Schlackenabfall zitzerlweise loszuwerden, wäre die voestalpine gut
beraten, sich über mögliche sichere, umweltgerechte und kontrollierte
Deponierungsmöglichkeiten außerhalb des Betriebsgeländes endlich
Gedanken zu machen. Klar ist: Ressourceneffizienz ist das Gebot der
Stunde; das darf aber nicht auf Kosten von Umwelt und Gesundheit der
Menschen gehen. Schwermetallbelastetes Material gehört kontrolliert
deponiert und keinesfalls in der Umwelt oder auf Österreichs Straßen
verstreut. Nur dann können diese Materialien einmal zu wertvollen
Ressourcenquellen der Zukunft werden. Wir sind in dieser Hinsicht für
Gespräche offen", so Heilingbrunner abschließend in Richtung
voestalpine.
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