- 23.04.2013, 09:38:07
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MedUni Wien forscht an effizienterer Therapie für "Vivax Malaria"
Welt-Malariatag am 25. April 2013
Utl.: Welt-Malariatag am 25. April 2013 =
Wien (OTS) - Während in den vergangenen Jahren zusehends mehr in neue
Therapien für die potenziell tödliche "Malaria tropica" investiert
wird, fehlen nach wie vor effiziente Therapie-Optionen für die "Vivax
Malaria". Das ist eine Form der Malaria, die unbehandelt über Jahre
hinweg immer wieder kehrt und dadurch besonders schwierig zu
kontrollieren ist. In vielen Regionen, wie etwa in großen Teilen
Asiens und Südamerikas, ist diese Art der Malaria bereits die
häufigste. In Afrika dagegen ist heute fast ausschließlich die Region
rund um Äthiopien betroffen. Die MedUni Wien forscht in mehreren
Projekten an einer neuen Behandlungsmöglichkeit dieser Malaria-Form.
"Es gibt zwar ein Medikament, mit dem man Vivax Malaria gut behandeln
kann, allerdings muss es zwei Wochen lang eingenommen werden, das ist
insbesondere in Afrika in der Praxis nicht oder kaum umsetzbar",
erklärt Harald Noedl vom Institut für Spezifische Prophylaxe und
Tropenmedizin, der seit 2012 ein Forschungsprojekt der MedUni Wien in
Äthiopien leitet. "Die Betroffenen setzen das Mittel bereits nach
wenigen Tagen wieder ab."
Ziel ist es, eine effizientere, kürzere Behandlungsform zu finden und
die Erkrankung, die lange Zeit unterschätzt und als eher gutartig
eingestuft wurde, besser zu verstehen. Denn während in vielen
Regionen Afrikas die Menschen wegen ihrer genetischen Disposition
nicht an Vivax Malaria erkranken können, ist das in Teilen Äthiopiens
bereits die häufigste Malaria-Form.
Noedl: "Unsere Forschungsprojekte konzentrieren sich daher nicht nur
auf die Analyse der Krankheitserreger, sondern auch auf den Einfluss
der menschlichen Genetik auf den Krankheitsverlauf, um daraus neue
Behandlungsstrategien ableiten zu können. Wir wollen klären, warum
gerade hier die Vivax Malaria so vorherrschend ist."
Das Projekt in Äthiopien basiert auf der Kooperationsvereinbarung,
die die MedUni Wien mit der Universität in Gondar abgeschlossen hat.
Seit 2006 arbeitet das Center for Geographic Medicine (CGM) der
MedUni Wien an der Erforschung der Malaria in Bangladesch, mit dem
Projekt in Äthiopien und weiteren Kooperationen will sich die MedUni
Wien als führendes Zentrum in Sachen Malaria positionieren und ein
weltweites Malaria-Netzwerk etablieren.
"Schlummernde" Infektionen sorgen für Rückfälle
Vivax Malaria ist eine schwere Erkrankung mit hohem Fieber, die
unbehandelt mehrere Wochen anhält. Sie ist aber auch in der Lage,
dauerhaft ruhende Stadien in der Leber zu bilden, so genannte
"Schläfer", die immer wieder Rückfälle herbeiführen können. "Gerade
bei dieser Art der Malaria gilt es, wie auch bei unserem Projekt in
Bangladesch, den Teufelskreislauf aus Krankheit und Armut zu
durchbrechen, um den Menschen langfristig und nachhaltig helfen zu
können", so der MedUni Wien-Wissenschafter anlässlich des
Welt-Malariatags am 25. April 2013, der heuer unter dem Motto "Invest
in the future. Defeat malaria" steht.
Jährlich erkranken laut Welt-Gesundheitsorganisation WHO rund 200
Millionen Menschen an Malaria. Sie ist damit - trotz sinkender
Mortalitätsraten - für 660.000 Tote pro Jahr verantwortlich. Ziel der
WHO ist es, bis zum Jahr 2015 eine Reduktion der Neuerkrankungen um
75 Prozent zu erreichen. Dabei spielt der Kampf gegen "Vivax Malaria"
eine wichtige Rolle.
Medizinische Universität Wien - Kurzprofil
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und
zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den
bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im
biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über
48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.
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