Schwentner: Keine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters

Grüne fordern Investitionen in eine altersgerechte Arbeitswelt

Wien (OTS) - "In der Debatte um ein vorgezogenes Frauenpensionsalter wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Zuerst brauchen wir die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt und dann erst kann es zur Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsalters kommen. Denn mit der Gleichstellung ist es wie beim Hausbau: Solange die Mauern noch nicht stehen, kann man kein Dach aufsetzen", sagt Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. Der vom Institut für Höhere Studien (IHS) verfasste Bericht betreffend den Abbau von Benachteiligungen von Frauen aus dem Jahr 2011 spricht keine Empfehlung zu einer vorzeitigen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters aus. Es wird sogar davor gewarnt, dass eine Anhebung des gesetzlichen Frauen-Pensionsantrittsalters eine Krise im Pflegebereich auslösen würde. Weil der Ausbau der sozialen Dienste nur schleppend vor sich geht, würden Frauen einer verschärften Doppelbelastung im Bereich der Pflege- und Betreuung ausgesetzt sein.

Neben dem weiteren Ausbau von Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen, brauche es auch mehr Anstrengungen für eine altersgerechte Arbeitswelt. "Die Regierung muss noch viel tun, bevor eine Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsalters zur Diskussion stehen kann. Sozialminister Rudolf Hundstorfer sollte sich dafür einsetzen, dass die Hälfte der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik für eine bessere Arbeitsmarktintegration von Frauen ausgegeben wird. Denn dieses im Regierungsprogramm verankerte Ziel wird seit Jahren verfehlt", kritisiert Judith Schwentner.

Vor allem Frauen über 50 sind überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Nationalen Aktionsplan betreffend den Abbau von Benachteiligungen von Frauen, den Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek koordiniert, kommen jedoch Frauen über 50 gar nicht vor. Laut Schwentner ist keine einzige der darin angeführten 55 Maßnahmen dazu geeignet, die Chancen älterer Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. "Es muss alles getan werden, damit ältere Frauen nicht diskriminiert und aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. Auch beim Gesundheitsschutz müsse verstärkt auf die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmerinnen geschaut werden. Dann wird das tatsächliche Pensionsantrittsalter automatisch steigen", sagt Schwentner.

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