- 16.04.2013, 12:20:28
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Schwentner: Keine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters
Grüne fordern Investitionen in eine altersgerechte Arbeitswelt
Utl.: Grüne fordern Investitionen in eine altersgerechte Arbeitswelt =
Wien (OTS) - "In der Debatte um ein vorgezogenes Frauenpensionsalter
wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Zuerst brauchen wir die
Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt und dann erst
kann es zur Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsalters kommen.
Denn mit der Gleichstellung ist es wie beim Hausbau: Solange die
Mauern noch nicht stehen, kann man kein Dach aufsetzen", sagt Judith
Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. Der vom Institut für Höhere
Studien (IHS) verfasste Bericht betreffend den Abbau von
Benachteiligungen von Frauen aus dem Jahr 2011 spricht keine
Empfehlung zu einer vorzeitigen Anhebung des gesetzlichen
Pensionsantrittsalters aus. Es wird sogar davor gewarnt, dass eine
Anhebung des gesetzlichen Frauen-Pensionsantrittsalters eine Krise im
Pflegebereich auslösen würde. Weil der Ausbau der sozialen Dienste
nur schleppend vor sich geht, würden Frauen einer verschärften
Doppelbelastung im Bereich der Pflege- und Betreuung ausgesetzt sein.
Neben dem weiteren Ausbau von Kinderbetreuungs- und
Pflegeeinrichtungen, brauche es auch mehr Anstrengungen für eine
altersgerechte Arbeitswelt. "Die Regierung muss noch viel tun, bevor
eine Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsalters zur Diskussion
stehen kann. Sozialminister Rudolf Hundstorfer sollte sich dafür
einsetzen, dass die Hälfte der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik
für eine bessere Arbeitsmarktintegration von Frauen ausgegeben wird.
Denn dieses im Regierungsprogramm verankerte Ziel wird seit Jahren
verfehlt", kritisiert Judith Schwentner.
Vor allem Frauen über 50 sind überdurchschnittlich stark von
Arbeitslosigkeit betroffen. Im Nationalen Aktionsplan betreffend den
Abbau von Benachteiligungen von Frauen, den Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek koordiniert, kommen jedoch Frauen über 50 gar nicht
vor. Laut Schwentner ist keine einzige der darin angeführten 55
Maßnahmen dazu geeignet, die Chancen älterer Frauen auf dem
Arbeitsmarkt zu verbessern. "Es muss alles getan werden, damit ältere
Frauen nicht diskriminiert und aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden.
Auch beim Gesundheitsschutz müsse verstärkt auf die Bedürfnisse
älterer Arbeitnehmerinnen geschaut werden. Dann wird das tatsächliche
Pensionsantrittsalter automatisch steigen", sagt Schwentner.
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