ÖGB-Oberhauser: Verbesserte Karenzanrechnung in alle Kollektivverträge

Bei der Gleichstellung haben die Arbeitgeber Nachholbedarf

Wien (OTS/ÖGB) - "Die verbesserte Karenzanrechnung muss in alle Kollektivverträge. Da sind jetzt vor allem die Arbeitgeber gefragt", unterstützt die ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Sabine Oberhauser die Forderungen der GPA-djp im Rahmen der Aktionswoche "Wieder einsteigen", die noch bis zum 19. April läuft.++++

Für 850.000 Beschäftigte in rund 100 Kollektivverträgen haben die Gewerkschaften bereits verbesserte Karenzbestimmungen erreicht. Oberhauser: "Unsere gemeinsamen Ziele sind die Beseitigung der ungerechtfertigten Einkommensunterschiede und bessere Rahmenbedingungen für die Rückkehr aus der Karenz. Dabei können die Arbeitgeber zeigen, wie ernst sie es mit der Gleichstellung nehmen." Zumindest eine ganze Reihe von Unternehmen haben großen Nachholbedarf und "nicht selten berechnen Arbeitgeber die Gehaltsentwicklung von KarenzrückkehrerInnen nicht korrekt. Dadurch entgehen vielen Frauen im Laufe ihres weiteren Berufslebens große Summen, die sich auch auf die Pensionshöhe auswirken", so die ÖGB-Frauenvorsitzende.
Weiter ausgebaut müssen aber auch die Kinderbildungseinrichtungen, und die Öffnungszeiten entsprechen oft nicht den Notwendigkeiten. Oberhauser: "In Niederösterreich, der Steiermark, in Tirol und Vorarlberg schließen die Kinderbildungseinrichtungen oft schon am frühen Nachmittag. Für viele Frauen, die wieder in ein Vollerwerbsverhältnis einsteigen wollen, ist das ein großes Hindernis."
Nach wie vor liegt Österreich bei der Anzahl der Männer, die Kinderbildungspflichten übernehmen, im Hintertreffen. Oberhauser:
"Wir brauchen einen Kulturwandel in der Gesellschaft und im Arbeitsleben damit mehr Männer in Karenz gehen. Das könnte auch zusätzlichen Druck auf die Umsetzung der Gleichstellung erzeugen."

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