- 12.04.2013, 12:11:40
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Finanzierungsumfrage von aws und WKÖ zeigt neue Trends bei Österreichs KMU

Wien (OTS) -
- Interesse an alternativen Finanzierungsformen stark gestiegen,
knapp ein Viertel der Unternehmen plant zukünftige Nutzung.
- Heimische KMU sind stark im Ausland aktiv: Spitzenreiter sind die
mittleren Unternehmen, fast drei Viertel (73%) haben Pläne für
Auslandsaktivitäten
Die jährliche Strukturbefragung unter österreichischen
Unternehmen, durchgeführt von der Austria Wirtschaftsservice GmbH
(aws), der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und dem
Marktforschungsinstitut marketmind, zeigt neue Trends bei den
heimischen KMU: So ist die Nutzung alternativer Finanzierungsformen
2012 weiter gestiegen und hat einen Anteil von beinahe 9% erreicht.
Knapp ein Viertel (24%) der befragten Unternehmen plant darüber
hinaus eine zukünftige Nutzung (z.B. Venture Capital,
Mezzaninkapital, stille Beteiligungen, Mitarbeiterbeteilungen,
Business Angels oder externes Eigenkapital). Zur Zeit finanzieren 44%
der österreichischen Unternehmen ihre Investitionen hauptsächlich
über Cash Flow; nur 25,5% der Befragten nennen hierbei den Bankkredit
als Finanzierungsquelle.
"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 2011 und 2012 merkbare
Verschlechterungen bei den Rahmenbedingungen für Finanzierungen
wahrgenommen wurden. Gerade junge Unternehmen und Neugründungen
leiden darunter und es liegt auf de Hand, dass sie sich nach
alternativen Finanzierungsmitteln umsehen. Genau aus diesem Grund
stellen wir seit Jahresbeginn 2013 mit dem aws Gründerfonds
Gründerinnen und Gründern eine zusätzliche Risikokapitalfinanzierung
zur Verfügung", erklärt DI Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der
aws. "Mit dem aws Gründerfonds können wir die zukünftigen
Eigenkapital-Bedürfnisse von jungen Unternehmen noch stärker abdecken
und ihnen so die Verwirklichung ihrer neuen Ideen zu erleichtern. Das
hilft den Entrepreneuren, aber vor allem dem heimischen
Wirtschaftsstandort: Denn Neugründungen von Unternehmen sind ein
starker Wachstumsmotor und Impulsgeber für die österreichische
Wirtschaft."
WKÖ-Maßnahmenpaket
"Diese aktuelle Erhebung zeigt die Dringlichkeit der Forderung der
WKÖ nach einer Forcierung alternativer Finanzierungsformen", betont
Ralf Kronberger, Leiter der Abteilung für Finanzpolitik in der WKÖ.
Die Wirtschaftskammer hat dazu konkrete Vorschläge für ein
umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt, das unter anderem die
Wiederbelebung der Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft, moderne
Rahmenbedingungen für Crowdfunding und Bürgerbeteiligungsmodelle
sowie Anreize zur Forcierung von Business Angels und Venture Capital
umfasst.
So schlägt die WKÖ etwa eine Änderung des Begriffs
"Einlagengeschäft" im Bankwesengesetz vor, wonach Unternehmen von
Privaten Kredite zur Finanzierung realwirtschaftlicher Projekte -
beispielsweise für den Kauf einer Maschine - bis zu einer Obergrenze
von 5 Mio. Euro aufnehmen können und dies nicht als Bankgeschäft
angesehen wird. Im Kapitalmarktgesetz soll es statt der bisherigen
Untergrenze für die Prospektpflicht von 100.000 Euro ein "Phasing in"
geben, bei dem der von der EU vorgegebene Spielraum genützt wird:
Demnach soll es eine Informationspflicht "Mini" für Projekte ab
500.000 Euro (anstatt der bisherigen 100.000 Euro-Grenze), eine
erweiterte Informationspflicht ("Midi") für Projekte ab 2,5 Mio. Euro
und die Prospektpflicht ("Maxi") erst ab der von der EU schon derzeit
zugelassenen Untergrenze von 5 Mio. Euro geben.
Innovation und Auslandsaktivitäten gehen Hand in Hand
Der F & E Anteil ist mit 18,5 % weiter gestiegen,
Produktentwicklung ist bei den österreichischen Unternehmen weit
verbreitet: Rund 29% aller befragten Unternehmen haben in den letzten
drei Jahren Produktinnovationen durchgeführt, etwas weniger (27%)
Dienstleistungsinnovationen. Das stellt in beiden Bereichen eine
Steigerung zum Vorjahr dar.
Sowohl bei Exporten, als auch bei Direktinvestitionen, zeigt sich
ein Zusammenhang zur Innovationstätigkeit der Unternehmen. Betriebe,
die zwischen 2010 und 2012 Innovationen getätigt haben, exportieren
zu 35% - Betriebe ohne Innovationstätigkeit nur zu 11%. Für etwa die
Hälfte der befragten Unternehmen sind Auslandsaktivitäten generell
kein Thema. Hingegen planen die meisten Unternehmen, die bereits in
den vergangenen zwei Jahren im Ausland aktiv waren, hier weiter tätig
zu sein. Spitzenreiter hierbei sind mittlere Unternehmen, fast drei
Viertel (73%) haben Pläne für Auslandsaktivitäten von 2013 bis 2015.
"Mit Qualität und Innovation punkten Österreichs Unternehmen
weltweit. Die aws unterstützt sie dabei bei Bedarf als verlässlicher
Partner. Die Studienergebnisse zeigen uns, dass gerade die
Absicherung des wirtschaftlichen Risikos als hilfreichstes
Finanzierungsinstrument im Rahmen von Auslandsaktivitäten empfunden
wird", betont Sagmeister.
Laut Umfrage sehen Unternehmen die Finanzierung als größtes
Hemmnis für Export und Internationalisierungsaktivitäten. "Daher ist
es wichtig, dass den Unternehmen weiter ein breites
Garantie-Instrumentarium für Auslandsaktivitäten zur Verfügung steht,
die zum Teil auch von der aws angeboten werden", erläutert
Kronberger. Einschränkungen nach Zielländern hält der WKÖ-Experte für
nicht sinnvoll, weil es eine rein unternehmerische Entscheidung ist,
welche Märkte bearbeitet werden.
Die Ergebnisse unterstreichen auch die Wichtigkeit der
Unterstützungsmaßnahmen der Wirtschaftskammerorganisation, wie die
Internationalisierungsoffensive, die den Unternehmen in Kooperation
mit dem Wirtschaftsministerium angeboten wird, sowie die
Dienstleistungen der Außenwirtschaftsorganisation.
Im Rahmen der Initiative go-international werden Unternehmen mit
Beratungen, Veranstaltungen, aber auch Förderungen und anderen
Unterstützungsleistungen zum Schritt über die Grenzen motiviert, und
bestehenden Exporteuren wird die Bearbeitung neuer Auslandsmärkte
erleichtert. Die Offensive für mehr Export wird von der
AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA abgewickelt.
"Letztlich gilt es, nicht nur bei Finanzierung und Export
stützenden Maßnahmen anzusetzen, sondern insgesamt günstige
Rahmenbedingen für den heimischen Wirtschaftsstandort zu schaffen",
unterstreicht Kronberger. Wie aus der Umfrage hervorgeht, sind
innovative Unternehmen im Schnitt deutlich exportfreudiger. "Ein
wettbewerbsfähiger Standort mit optimalen Bedingungen für Innovation
ist daher das Um und Auf, damit heimische Unternehmen auch im
internationalen Wettbewerb bestehen können", so Kronberger.
Über Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws):
Die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ist die Förderbank des
Bundes. Als Spezialbank im öffentlichen Eigentum ist sie auf
Unternehmensfinanzierung mit Schwerpunkt Gründer sowie kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) ausgerichtet. Die aws sorgt für Wachstums-
und Entwicklungschancen dort, wo der freie Markt diese nicht in
vollem Umfang garantieren kann: durch Vergabe von Zuschüssen,
zinsgünstige Kredite, durch die Übernahme von Haftungen, durch
Eigenkapital sowie durch Begleitung und Beratung.
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