• 12.04.2013, 11:00:23
  • /
  • OTS0093 OTW0093

Neue Greenpeace Studie: Grenznahe AKW brandgefährlich

Report von deutscher Physikerin Prof. Oda Becker zeigt begrenzte Wirkung der europäischen Stresstests für Sicherheit

Utl.: Report von deutscher Physikerin Prof. Oda Becker zeigt
begrenzte Wirkung der europäischen Stresstests für Sicherheit =

Wien (OTS) - Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen über Störfälle im
AKW Fukushima. Ausfälle im Kühlsystem und der Austritt von radioaktiv
verseuchtem Wasser zeigen: Das Risiko, das vom Atomfriedhof Fukushima
ausgeht, ist nicht gebannt. Doch auch in Europa - vor den Toren
Österreichs - werden AKW betrieben, die nicht einmal ein Mindestmaß
an Sicherheit einhalten können. Der von Greenpeace in Auftrag
gegebene und heute bei einer Pressekonferenz in Luxemburg
präsentierte aktuelle Bericht: "Critical Review of the National
Action Plans (NAcP) of the EU Stress Tests on Nuclear Power Plants"
stellt erneut unter Beweis: Bei Atomkraft gibt es keine Sicherheit.
Dennoch beharren einige europäische Länder nach wie vor auf einer
nuklearen Zukunft.

"Die jüngsten Störfälle im AKW Fukushima führen uns das massive
Sicherheitsrisiko, das vom havarierten AKW ausgeht, deutlich vor
Augen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass auch vor den Toren
Österreichs AKW betrieben werden, die brandgefährlich sind", mahnt
Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin bei Greenpeace. Die heute in
Luxemburg präsentierte Studie zu den Nationalen Aktionsplänen ist
eine Folgestudie der im Vorjahr in Auftrag gegebenen Analyse der
europäischen Stresstests. Die Ergebnisse sind abermals ernüchternd:
Trotz Investitionen in die Sicherheit, die auf die Stresstests
gefolgt sind, wurden wesentliche und bekannte Aspekte nicht in die
Bewertung aufgenommen. "Auch die Behebung jener Mängel, die in die
Nationalen Aktionspläne aufgenommen wurden, wird Jahre dauern -
Jahre, in denen die europäische Bevölkerung dem massiven
Sicherheitsrisiko ausgesetzt bleibt", folgert die Atom-Sprecherin.

Besonders in den AKW rund um Österreich wurden Sicherheitsmängel
identifiziert, die zum sofortigen Abschalten einiger Reaktoren führen
müssten.

Tschechien - AKW Temelín
Bereits die Stresstests haben verdeutlicht: Das sich nur rund 50
Kilometer hinter der österreichischen Grenze befindliche AKW wurde in
einer erdbebengefährdete Zone errichtet. Die Nationalen Aktionspläne
unterschätzen aber das Risiko und legen keine ausreichenden Maßnahmen
für den Erdbebenschutz vor. Auch Gefahren durch Feuer und
Überflutungen fließen nicht in den Maßnahmenkatalog ein. Greenpeace
fordert daher, dass Temelín 1 umgehend geschlossen wird und Temelín 2
bis zur Installation eines angemessenen Unfallmanagements vom Netz
geht und danach so rasch wie möglich ausläuft.

Slowakei - AKW Mochovce
Auch bei diesem Kraftwerk stellen Erdbeben die Hauptgefahr dar. Die
Notwendigkeit von Filtersystemen wird derzeit nur überprüft, wobei
die Installation eines solchen eine wesentliche Lektion aus der
Atomkatastrophe von Fukushima ist. Viele der geplanten Maßnahmen
werden erst in den kommenden Jahren umgesetzt. Defizite im
Reaktordesign werden nicht aufgehoben. Greenpeace fordert, dass der
Bau von zwei weiteren Reaktoren im AKW gestoppt wird und die Nutzung
der beiden Reaktoren 1 und 2 so rasch wie möglich ausläuft.

Slowenien - AKW Krsko
Krsko befindet sich in einer seismisch aktiven Zone und wird immer
wieder von Überflutungen getroffen. Maßnahmen für einen verbesserten
Schutz von Überflutungen sind bis 2015 vorgesehen - doch für die
Nachrüstung wird von zu niedrigen Überflutungsgrenzen ausgegangen.
Greenpeace fordert daher, dass Slowenien die Nutzung des AKW so rasch
wie möglich auslaufen lässt und keine Laufzeitverlängerung
vorgenommen wird.

Obwohl die massiven Sicherheitsrisiken für die europäische
Bevölkerung durch AKW bekannt sind, versucht eine Reihe von Ländern,
darunter Frankreich und Großbritannien, Atomkraft als
Klimaschutzmaßnahme zu deklarieren und damit für die Energiezukunft
Europas zu verankern.

Noch im April treffen sich die europäischen Energie- und
Umweltminister, um über die Energiezukunft Europas nach 2020 zu
diskutieren. "Greenpeace fordert Österreich ist als Vorreiter im
Kampf gegen Atomkraft auf, seine Verantwortung auf europäischer Ebene
wahrzunehmen, und sich für Erneuerbare Energie und gegen Atomkraft -
für eine saubere und vor allem sichere Energiezukunft Europas -
einzusetzen. Die Sonne wird sicher nicht so schnell aufhören zu
scheinen - nutzen wir sie also", schließt Kerschbaumsteiner.

Den Report finden Sie unter:
http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Studien/Cr
itical-Review-NAcP.pdf

Ein Briefing zum Report finden Sie unter:
http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Studien/20
130412_Briefing_EU_Stress_tests_DE.pdf

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel