- 27.03.2013, 10:00:38
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Naturschutzorganisationen fordern: Neustart für den Naturschutz in Niederösterreich!
- Umweltdachverband, BirdLife Österreich, Naturschutzbund NÖ, die Forschungsgemeinschaft LANIUS und WWF Österreich präsentieren Naturschutzmanifest für das Land NÖ
Utl.: - Umweltdachverband, BirdLife Österreich, Naturschutzbund NÖ,
die Forschungsgemeinschaft LANIUS und WWF Österreich
präsentieren Naturschutzmanifest für das Land NÖ =
Wien (OTS) - Kernpunkte des Manifests: Einbindung von
UmweltakteurInnen, Finanzierung, Schutzgebietsmanagement, Natura
2000, Naturschutzrecht und Raumplanung
"Für einen erfolgreichen Naturschutz ist insbesondere eine fruchtbare
Zusammenarbeit zwischen der Politik und den UmweltakteurInnen
unerlässlich. Zudem sind eine umsichtige Finanzierung, verstärktes
Schutzgebietsmanagement, mehr Engagement punkto Natura 2000 sowie
rechtlich verbindliche Ausgleichsmaßnahmen und eine durchdachte
Raumplanung, die Naturschutzanliegen ernst nimmt, die Kernanliegen
des Naturschutzes in der kommenden Legislaturperiode", erklärt
Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des
Umweltdachverbandes. Der Umweltdachverband appelliert daher gemeinsam
mit BirdLife Österreich, dem Naturschutzbund NÖ, der
Forschungsgemeinschaft LANIUS und dem WWF Österreich an die neue
Landesregierung, in der Umweltpolitik neu durchzustarten. Die
Naturschutzorganisationen präsentieren ein "Naturschutzmanifest" für
das Land NÖ mit folgenden Forderungen an Landesrat Stephan Pernkopf:
1. Einbindung der Naturschutzorganisationen - Verankerung der
Aarhus-Konvention im Landesrecht
"Wir empfehlen die Einberufung eines Naturschutzkonvents, eines
Prozesses, der Landwirtschaft, Wirtschaft und Naturschutz an einen
Tisch holt. Bis September 2013 sollte eine nachhaltige
Naturschutzstrategie für NÖ erarbeitet werden. Die Einbindung der
NGOs sollte der guten Praxis der Öffentlichkeitsbeteiligung
entsprechen. Die Aarhus-Konvention muss daher im Landesrecht
verankert werden", so Walter Hödl, Vorsitzender des Naturschutzbundes
NÖ und Vorstandsmitglied des UWD.
2. Bedarfs- und zielorientiertes Budget für die Naturschutz-Umsetzung
Im Sinne der zeitlich und rechtlich konformen Umsetzung
europarechtlicher Verpflichtungen sind bedarfs- und zielorientierte
Budgetschätzungen vonnöten. "NÖ hatte in der Vergangenheit enorme
Probleme, seinen Finanzierungsnotwendigkeiten nachzukommen und
reservierte Mittel abzuholen. Zwischen 2007 und 2011 wurden dem
Projektnaturschutz rund 11 Mio. EUR entzogen. Das darf künftig nicht
mehr passieren", sagt Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des
UWD.
3. Einrichtung einer Schutzgebietsbetreuung für sämtliche
Schutzgebiete in NÖ
Im Sinne der langfristigen Erhaltung wertvoller Lebensräume und Arten
und der Einhaltung des Verschlechterungsverbots hat das Land NÖ bis
2014 für eine flächendeckende Schutzgebietsbetreuung in Natura 2000-
und anderen Naturschutzgebieten zu sorgen. Der WWF unterstützt das
Pilotprojekt zur Schutzgebietsbetreuung im Weinviertel. Bernhard
Kohler, Leiter Biodiversität beim WWF Österreich, erklärt: "Eine
Schutzgebietsbetreuung für die March-Thaya Auen war längst
überfällig. Der Anfang ist gemacht, doch nun braucht es
GebietsbetreuerInnen im ganzen Land."
"Die FG LANIUS hat auf eigene Initiative Agenden einer regionalen
Schutzgebietsbetreuung übernommen, fordert vom Land jedoch
Verantwortung ein, um Synergien besser zu nutzen", ergänzt Markus
Braun, Obmann von LANIUS.
4. Konsequente Umsetzung von Natura 2000 - Verankerung von
Ausgleichsmaßnahmen
Aufgrund der Forderung seitens der EU-Kommission, das Natura
2000-Netzwerk zu erweitern, führt kein Weg an der konsequenten,
richtlinienkonformen Anwendung des Natura 2000-Rechts vorbei.
Mindestens 19 zusätzliche Gebiete bzw. Gebietserweiterungen sind in
NÖ nachzunominieren. Für bewilligungspflichtige Eingriffe nach dem
Naturschutzgesetz sind Ausgleichsmaßnahmen analog dem Salzburger
Naturschutzgesetz vorzusehen.
5. Konsequente raumplanerische Umsetzung von Naturschutzanliegen
"Im Sinne einer nachhaltigen Raumplanung und in Hinblick auf die
Vernetzung von Lebensräumen müssen künftig bei langfristigen,
strategischen Planungen wie z. B. der Errichtung von
Windkraft-Anlagen oder Wasserkraftwerken Naturschutzanliegen
berücksichtigt und die Organisationen im Vorfeld eingebunden werden",
so Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich und
UWD-Vorstandsmitglied.
Forderungen umsetzen und wertvolle Naturräume erhalten!
"Die Zukunft des Naturschutzes in NÖ liegt in der Hand der neu
gebildeten Landesregierung. Diese ist gut beraten, dem Naturschutz
den Stellenwert zukommen zu lassen, der ihm gebührt und alle
geforderten Anpassungen vorzunehmen. NÖ kann einen entscheidenden
Beitrag leisten, damit ganz Österreich längerfristige Ziele wie den
umweltschonenden Ausbau der Erneuerbaren oder die
Biodiversitätsstrategie 2020 erreicht. Angesichts der ersten bereits
erfolgten Gespräche auf höchster Ebene sind wir zuversichtlich, dass
die richtigen Schritte gesetzt werden", so Heilingbrunner
abschließend.
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