KONSUMENT: "Österreich-Aufschlag" bei Drogerieprodukten

Drogerieprodukte in Österreich bis zu 187 Prozent teurer als in Deutschland

Wien (OTS/VKI) - Konsumenten, die im nahen Ausland einkaufen, beschweren sich beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) immer wieder über hohe Preise in Österreich. Was ist dran am Vorwurf, Österreich sei eine Hochpreisinsel? Der VKI ist dieser Frage nachgegangen und hat die Preise von insgesamt 79 identen Drogerieprodukten diesseits und jenseits der Grenze verglichen.

Das Ergebnis: Preisunterschiede von bis zu 187 Prozent. 46 von 52 Markenprodukten wurden zum Zeitraum der Erhebung im Jänner/Februar 2013 in Deutschland teils deutlich billiger angeboten als in Österreich. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den 27 erhobenen Eigenmarken. "Die Preisunterschiede sind nicht nachvollziehbar", kritisiert VKI-Finanzexperte Walter Hager. "Die Argumentation der Anbieter, ein kleinerer Markt und höhere Nebenkosten seien für die Differenzen verantwortlich, ist nicht stichhaltig. Folgt man dieser Argumentation, dann wäre ein Preisaufschlag in einer bestimmten Prozenthöhe zu erwarten. Das ist jedoch nicht der Fall. Es ist kein System erkennbar." Den Preisvergleich im Detail gibt es in der Aprilausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie online unter www.konsument.at.

VKI-Erhebung: 79 Drogerieprodukte im Preisvergleich

Erhoben wurden die Preise von 79 identen Drogerieprodukten bei Bipa, dm, Müller und der deutschen Kette Rossmann. Unter diesen 79 Produkten befanden sich 52 Markenprodukte sowie 27 Eigenmarken von dm und Müller. Bei der Erhebung wurden auch zum Vergleichstermin gültige Aktionen und Kundenkartenrabatte berücksichtigt.

Bis zum Doppelten des deutschen Preises

Unter dem Strich ist das Ergebnis eindeutig: Für viele Produkte -auch Eigenmarken - muss man in Österreich deutlich tiefer in die Tasche greifen. Absoluter Spitzenreiter war bei der VKI-Erhebung der Wellaflex-Haarspray (250ml). Dieser war in österreichischen Drogeriemärkten zum Zeitpunkt des Preisvergleichs bis zu 187 Prozent teurer als in Deutschland. Elf der 52 Markenprodukte sind in Österreich immerhin noch doppelt so teuer wie in Deutschland. Vergleicht man die jeweils günstigsten Angebote in Österreich und Deutschland, sind Preisdifferenzen von 50 bis 100 Prozent die Regel.

Warenkörbe im Vergleich

Der VKI erhob nicht nur die Preise einzelner Produkte, sondern auch das Preisgebaren der Drogerieketten. Dazu wurde ein Warenkorb mit insgesamt 32 Produkten erstellt. Am teuersten fiel dieser Warenkorb bei Bipa aus (186,28 Euro) - trotz Rabatte in Form der Bipa-Card. Darauf folgten dm Österreich (183,68 Euro) und Müller (166,73 Euro).

Interessant ist auch ein Blick auf jene Anbieter, die in beiden Ländern vertreten sind: dm und Müller. Auch hier zahlt man im Ländervergleich in Österreich drauf. So war der Warenkorb bei dm Deutschland um fast 50 Prozent billiger als bei dm Österreich. Bei Müller Deutschland waren die Produkte fast um 27 Prozent billiger als bei Müller Österreich.

Nicht nachvollziehbare Argumentation der Anbieter

Die Anbieter - konfrontiert mit derartigen Preisunterschieden -stellen diese gerne als Einzelfälle dar, die angesichts zahlreicher Rabatt- und Aktionsangebote zu relativieren seien.

Verwiesen wird gerne auch auf die Größe des österreichischen Marktes, auf die im Vergleich zu Deutschland kleineren Verkaufsflächen und die hierzulande höheren Nebenkosten.

"Zu erwarten wäre vor diesem Hintergrund ein Preisaufschlag in einer bestimmten Prozenthöhe", resümiert Walter Hager. "Die konkrete Erhebung dagegen zeigt eine höchst uneinheitliche Preisgestaltung. Das legt den Schluss nahe, dass die aktuellen Preise auf dem Drogeriesektor nichts mit den Produktions- oder Vertriebskosten zu tun haben, sondern sich offenbar daran orientieren, was der Konsument bereit ist zu zahlen."

Den detaillierten Preisvergleich zu Drogerieprodukten in Deutschland und Österreich gibt es in der Aprilausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie online unter www.konsument.at.

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