• 21.03.2013, 09:02:49
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KONSUMENT: "Österreich-Aufschlag" bei Drogerieprodukten

Drogerieprodukte in Österreich bis zu 187 Prozent teurer als in Deutschland

Utl.: Drogerieprodukte in Österreich bis zu 187 Prozent teurer als
in Deutschland =

Wien (OTS/VKI) - Konsumenten, die im nahen Ausland einkaufen,
beschweren sich beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) immer
wieder über hohe Preise in Österreich. Was ist dran am Vorwurf,
Österreich sei eine Hochpreisinsel? Der VKI ist dieser Frage
nachgegangen und hat die Preise von insgesamt 79 identen
Drogerieprodukten diesseits und jenseits der Grenze verglichen.

Das Ergebnis: Preisunterschiede von bis zu 187 Prozent. 46 von 52
Markenprodukten wurden zum Zeitraum der Erhebung im Jänner/Februar
2013 in Deutschland teils deutlich billiger angeboten als in
Österreich. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den 27 erhobenen
Eigenmarken. "Die Preisunterschiede sind nicht nachvollziehbar",
kritisiert VKI-Finanzexperte Walter Hager. "Die Argumentation der
Anbieter, ein kleinerer Markt und höhere Nebenkosten seien für die
Differenzen verantwortlich, ist nicht stichhaltig. Folgt man dieser
Argumentation, dann wäre ein Preisaufschlag in einer bestimmten
Prozenthöhe zu erwarten. Das ist jedoch nicht der Fall. Es ist kein
System erkennbar." Den Preisvergleich im Detail gibt es in der
Aprilausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie online unter
www.konsument.at.

VKI-Erhebung: 79 Drogerieprodukte im Preisvergleich

Erhoben wurden die Preise von 79 identen Drogerieprodukten bei
Bipa, dm, Müller und der deutschen Kette Rossmann. Unter diesen 79
Produkten befanden sich 52 Markenprodukte sowie 27 Eigenmarken von dm
und Müller. Bei der Erhebung wurden auch zum Vergleichstermin gültige
Aktionen und Kundenkartenrabatte berücksichtigt.

Bis zum Doppelten des deutschen Preises

Unter dem Strich ist das Ergebnis eindeutig: Für viele Produkte -
auch Eigenmarken - muss man in Österreich deutlich tiefer in die
Tasche greifen. Absoluter Spitzenreiter war bei der VKI-Erhebung der
Wellaflex-Haarspray (250ml). Dieser war in österreichischen
Drogeriemärkten zum Zeitpunkt des Preisvergleichs bis zu 187 Prozent
teurer als in Deutschland. Elf der 52 Markenprodukte sind in
Österreich immerhin noch doppelt so teuer wie in Deutschland.
Vergleicht man die jeweils günstigsten Angebote in Österreich und
Deutschland, sind Preisdifferenzen von 50 bis 100 Prozent die Regel.

Warenkörbe im Vergleich

Der VKI erhob nicht nur die Preise einzelner Produkte, sondern
auch das Preisgebaren der Drogerieketten. Dazu wurde ein Warenkorb
mit insgesamt 32 Produkten erstellt. Am teuersten fiel dieser
Warenkorb bei Bipa aus (186,28 Euro) - trotz Rabatte in Form der
Bipa-Card. Darauf folgten dm Österreich (183,68 Euro) und Müller
(166,73 Euro).

Interessant ist auch ein Blick auf jene Anbieter, die in beiden
Ländern vertreten sind: dm und Müller. Auch hier zahlt man im
Ländervergleich in Österreich drauf. So war der Warenkorb bei dm
Deutschland um fast 50 Prozent billiger als bei dm Österreich. Bei
Müller Deutschland waren die Produkte fast um 27 Prozent billiger als
bei Müller Österreich.

Nicht nachvollziehbare Argumentation der Anbieter

Die Anbieter - konfrontiert mit derartigen Preisunterschieden -
stellen diese gerne als Einzelfälle dar, die angesichts zahlreicher
Rabatt- und Aktionsangebote zu relativieren seien.

Verwiesen wird gerne auch auf die Größe des österreichischen
Marktes, auf die im Vergleich zu Deutschland kleineren
Verkaufsflächen und die hierzulande höheren Nebenkosten.

"Zu erwarten wäre vor diesem Hintergrund ein Preisaufschlag in
einer bestimmten Prozenthöhe", resümiert Walter Hager. "Die konkrete
Erhebung dagegen zeigt eine höchst uneinheitliche Preisgestaltung.
Das legt den Schluss nahe, dass die aktuellen Preise auf dem
Drogeriesektor nichts mit den Produktions- oder Vertriebskosten zu
tun haben, sondern sich offenbar daran orientieren, was der Konsument
bereit ist zu zahlen."

Den detaillierten Preisvergleich zu Drogerieprodukten in
Deutschland und Österreich gibt es in der Aprilausgabe der
Zeitschrift KONSUMENT sowie online unter www.konsument.at.

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