- 19.03.2013, 09:29:48
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KONSUMENT-Ethiktest: Reifenhersteller - Verschwiegenheit wird groß geschrieben
Unternehmen halten Herkunft der Rohstoffe unter Verschluss, wenig Kontrolle
Utl.: Unternehmen halten Herkunft der Rohstoffe unter Verschluss,
wenig Kontrolle =
Wien (OTS/VKI) - Siebzig Prozent der weltweiten Produktion von
natürlichem Gummi fließen jedes Jahr in die Herstellung von
Autoreifen. "Doch während Verbraucher zunehmend wissen wollen, wo
einzelne Produkte herkommen, zeigt sich die Reifenindustrie gerade in
diesem Punkt wenig aufgeschlossen. Die Herkunft des Kautschuks wird
peinlichst verschwiegen", berichtet KONSUMENT-Ethikexperte Peter
Blazek. Dezidierte Standards für die Beschaffung von Naturkautschuk
haben sich in der Branche bis dato nicht durchgesetzt, wie ein
aktueller Ethiktest zur gesellschaftlichen Verantwortung von zwölf
Markenkonzernen zeigt. Untersucht wurden u.a. die Transparenz,
Umwelt- und Sozialpolitik der Unternehmen. Der italienische
Hersteller Pirelli schnitt - dicht gefolgt von Michelin - mit der
durchschnittlichen Bewertung "C" noch "am besten" ab. Die
schlechteste Bewertung ("E") gab es für GT Radial, Kumho, Nexen und
Yokohama. Die Ergebnisse des Ethiktests gibt es ab dem 21.3. in der
Aprilausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und ab sofort unter
www.konsument.at.
"Wie einer ihrer wichtigsten Rohstoffe produziert wird, scheint
viele Hersteller von Autoreifen derzeit nur am Rande zu
interessieren", kritisiert Ethikexperte Peter Blazek. "Mit Problemen
wie Kinderarbeit oder dem Einsatz toxischer Chemikalien auf
Kautschukplantagen in Südostasien konfrontiert, winken die meisten
von ihnen ab." Man stehe nicht in direktem Kontakt zu den Bauern,
hieß es zum Beispiel bei Michelin. Auch Werksbesichtigungen konnten
aufgrund mangelnder Kooperation bei keinem einzigen Hersteller
durchgeführt werden.
Umwelt- vor Sozialpolitik
Dabei sind Konzerne wie Pirelli, Michelin oder auch Bridgestone
zumindest in Bezug auf ihre Umweltziele durchaus ambitioniert. Die
Anstrengungen gehen vor allem in Richtung einer Verbesserung der
Produkte, sei es durch Verminderung des Rollwiderstands, durch höhere
Lebensdauer der Reifen oder die Verwendung von Recyclingmaterialien.
Auf Ebene der Zulieferer sowie in der Sozialpolitik sind die
Standards dagegen deutlich geringer. Auch Kontrollen finden in diesem
Bereich nur selten statt, wie der aktuelle Ethiktest ergab.
Im besten Fall durchschnittlich
Am Ende kommt keiner der getesteten Anbieter über die
durchschnittliche Gesamtnote C hinaus. Grund dafür ist vor allem die
fehlende Transparenz sowie die geringe Bereitschaft aller
Unternehmen, Rohstoffquellen offenzulegen und eine unabhängige
Besichtigung ihrer Werke und Fabriken zuzulassen. Noch am besten
schnitten im Vergleich Pirelli, Michelin und Bridgestone ab, wobei
die französische Marke Michelin auch in der Produktqualität überzeugt
- siehe den diesjährigen Sommerreifen-Test (KONSUMENT 3/2013).
Der detaillierte Ethiktest Reifenhersteller erscheint am 21.03. in
der Aprilausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und ist ab sofort auf
www.konsument.at abrufbar.
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