• 13.03.2013, 12:06:02
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AK präsentiert Fakten gegen die Verunglimpfung der Arbeitnehmer/-innen durch die Wirtschaftskammer

Linz (OTS) - "Die Wirtschaftskammer verbreitet in ihren Aussendungen
ein Bild der oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen als
"Drückeberger", die den Unternehmen Zeit stehlen. Die Arbeiterkammer
OÖ (AK OÖ) weist das entschieden zurück.", sagt AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer "Die von der Wirtschaftskammer verwendeten Zahlen
sind teilweise falsch, manchmal nicht nachvollziehbar oder auf
fragwürdige Weise interpretiert."

Da behauptet die Wirtschaftskammer (WK) etwa, dass die
Arbeitnehmer/-innen durchschnittlich 13,5 Arbeitstage krank seien.
Diese Behauptung ist doppelt falsch: Erstens sind es 13,2 Tage.
Zweitens werden die Krankenstandstage in Kalendertagen gezählt, die
WK zählt aber als krank verbrachte Wochenenden zu den Arbeitstagen.
Das WIFO stellte dazu im Fehlzeitenreport 2012 fest, dass im Schnitt
die Zahl der verlorenen Arbeitstage etwa fünf Siebtel der
Kalendertage ausmachen - statt 13,5 also 9,5 Tage! Auch
berücksichtigt die WK das Ausmaß der Beschäftigung nicht. Eine
Teilzeitbeschäftigte mit 15 Wochenstunden ist bei einer einwöchigen
Grippe auch sieben Kalendertage krank - entfallene Arbeitstage sind
es aber deutlich weniger.

"Hier wird mit falschen Darstellungen Stimmung gegen Kranke
gemacht", sagt Kalliauer. Es wäre stattdessen höchst an der Zeit, die
Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass Menschen gar nicht krank
werden.

Sogar kurze Kaffeepausen, um verschnaufen zu können, sind
Zielscheibe der WK. Menschen sollen offensichtlich wie Maschinen
getaktet werden. Viele Studien zeigen aber, dass die
Arbeitsbelastungen enorm hoch sind. So auch der Arbeitsklimaindex und
der Arbeitsgesundheitsmonitor von IFES und AK OÖ: Zeitdruck, hohe
Verantwortung und Konzentration sind für jede Zweite/jeden Zweiten
eine Belastung. "Diesen Kolleginnen und Kollegen zu unterstellen, sie
würden Zeit unberechtigt privat verwenden statt zu arbeiten, ist der
blanke Hohn!", ärgert sich Kalliauer.

Die WK stellt sogar die Produktivität der Arbeitsleistung der
Arbeitnehmer/-innen in Frage. Dabei weist Österreich in
internationalen Vergleichen unwiderlegbar hohe Werte auf, etwa beim
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, wo Österreich auf Platz acht rangiert,
oder bei der Arbeitszeit, die bei Vollzeitbeschäftigten im Euroraum
die vierthöchste ist. Die für internationale Vergleiche relevanten
industriellen Lohn-Stück-Kosten sinken laut WIFO bei uns sogar.
Ungerecht ist die Verteilung des Erwirtschafteten, denn die Lohnquote
geht zurück, weil die Löhne hinter der Produktivität zurückbleiben.
Geld, das stattdessen die Kassen der Unternehmen und Vermögenden
füllt.

Forderungen der AK OÖ
Zurück zu sachlichen Debatten - es geht um Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit statt um kleinkarierter Kaffeepausenkontrolle.

Ernsthafte gemeinsame Sozialpartnerprojekte zur Lösung der Probleme
(alternsgerechte Arbeitsplätze, Arbeitsplätze für Ältere und für
Jugendliche mit Einschränkungen, Integration, Verhinderung von
psychischen Erkrankungen, u.a.)

Evaluierung psychischer und körperlicher Belastungen am Arbeitsplatz,
verpflichtende Umsetzung der erhobenen, notwendigen Veränderungen,
Stärkung des Arbeitsinspektorats für effektive Kontrollen.

Bonus-Malus-System: wer krankmachende Arbeitsbedingungen nicht
behebt, muss zahlen.

Verantwortung der Führungskräfte stärker fokussieren.

Arbeit fair teilen: kürzere Vollzeit, Abbau und korrekte Entlohnung
der Überstunden, Verteuerung der Überstunden für das Unternehmen,
mehr Mitbestimmung der Betriebsräte.

Gerechte Verteilung: höhere Löhne, Anhebung des
kollektivvertraglichen Mindestlohns auf 1500 Euro; Schieflage im
Steuersystem beseitigen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

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