Persönliche Pollenwarnung mit neuer App

Pollensaison 2013 wird durchschnittlich, dauert aber länger

Wien (OTS) - Rechtzeitig zum Beginn der Pollensaison stellt der Österreichische Pollenwarndienst der MedUni Wien einen weltweit einzigartigen Service vor. Die neue App berücksichtigt erstmals die individuelle Reaktionslage des einzelnen Allergikers und macht damit eine ganz persönliche Pollenwarnung möglich.

Erle und Hasel eröffneten mit ihrer Blüte bereits die heurige Pollensaison. Damit hat das Leiden für die zahlreichen Pollenallergiker begonnen. Etwa jeder vierte Österreicher leidet an einer krankhaften Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe, wie dem Blütenstaub einiger Pflanzen. "Das gute Wetter Anfang März hat zum explosionsartig ansteigenden Pollenflug von Erle und Hasel geführt", so Uwe E. Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes an der MedUni Wien.

Auch erste Pollen von Birke und auch Esche sind - vor allem im Westen und Süden Österreichs - schon in der Luft. Relevante Belastungen werden in der letzten März-Woche erwartet. Insgesamt wird der Birkenpollenflug heuer wahrscheinlich etwas milder als 2012 ausfallen. Eine besonders starke Saison ist also nicht zu erwarten. Die Vorhersagen für Gräser-, Beifuß- und Ragweedpollen können zurzeit noch nicht getroffen werden. Nur so viel: "Die Ragweedsaison wird heuer dem Trend der letzten Jahre folgend wieder um ein paar Tage länger dauern", so Berger.

Persönliche Pollenwarnung direkt aufs Handy

Die Beschwerden sind individuell unterschiedlich. Manche AllergikerInnen reagieren stark, wo andere noch fast gar nichts spüren. Eine neue Gratis-App des Pollenwarndienst der MedUni Wien berücksichtigt genau das und errechnet die ganz persönliche Belastung: ein maßgeschneiderter Pollenalarm, samt Vorhersage für die nächsten drei Tage. Berger: "Mit unserer ersten App wurde die Pollenwarnung im letzten Jahr ganz einfach auch unterwegs abrufbar. 40.000 Allergiker haben sie seither auf ihr Smartphone geladen und damit stets einen raschen Überblick, welche der zwölf wichtigsten Allergieauslöser gerade in welchem Ausmaß und in welcher Gegend in der Luft sind. Nun haben wir diesen Informationsservice weiterentwickelt und bieten die Vorschau ab sofort auch zugeschnitten auf die individuelle Reaktionslage des Allergikers an."

Auf Basis persönlicher, vorab eingetragener Symptomdaten ins "Pollen-Tagebuch", werden PollenallergikerInnen einer bestimmten Reaktionslage zugeordnet und ähnlich den Haut-UV-Typen in vier Klassen eingeteilt. Die allgemeine Vorhersage (keine bis sehr hohe Belastung) wird dann künftig entsprechend der errechneten Klasse nach oben oder unten revidiert. Wird das integrierte GPS vorab eingestellt, passt sich die Pollenwarnung bei einem Ortswechsel auch automatisch entsprechend der neuen Position an.

Die individualisierte Pollenwarnung ist die erste Applikation dieser Art weltweit und steht für iPhones und Androidhandys sowie die sonstigen mobilen Devices zum kostenlosen Download auf www.pollenwarndienst.at und den App-Stores zur Verfügung. Der Service ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar und funktioniert über die österreichische Landesgrenze hinaus auch in Deutschland und Frankreich.

Frühzeitige Behandlung bringt Lebensqualität zurück

Eine Atemwegsallergie bedeutet für Betroffene und ihre Familien eine große Belastung. Schlafstörungen, Probleme im Beruf, Krankenstände oder Fehlzeiten in der Schule sind häufige Folgen einer un- oder unterbehandelten Allergie. "Die Auswirkung auf die Lebensqualität wird zum Teil massiver erlebt als jene einer als ernster wahrgenommenen Erkrankung wie etwa Diabetes", weiß Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion. Um das zu verhindern, sollte man rechtzeitig medizinische Hilfe suchen. "Dauern die Beschwerden wie Schnupfen, Niesen, juckende und tränende Augen länger als vier Wochen an, sollte man der Ursache unbedingt auf den Grund und zum allergologisch versierten Arzt gehen", rät Zsolt Szépfalusi von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien.

Jedem Allergiker seine Therapie

Allergien sind sehr komplex und von PatientIn zu PatientIn verschieden. Das verlangt maßgeschneiderte Lösungen. Die Medizinische Universität Wien hat deshalb die Allergologie als einen ihrer Forschungsschwerpunkte definiert. Die Leiterin des Instituts für Pathophysiologie und Allergieforschung, Barbara Bohle, dazu: "Die Ziele unserer derzeitigen Forschung sind klar gesteckt: Wir arbeiten daran, Therapien mit effizienterer und noch sicherer Wirkung zu entwickeln. Zum einen sollen die Behandlungszeiten damit verkürzt und zum anderen neue Verabreichungsformen gefunden werden." Basis jeder Behandlung und wichtigste therapeutische Maßnahme ist die Vermeidung bzw. Reduktion des Allergenkontakts. "Kann der Kontakt mit dem Allergie-Auslöser weitgehend verhindert werden, beeinflusst das den Krankheitsverlauf ganz entscheidend. Allerdings ist das bei Blütenpollen, die sich überall in der Atemluft befinden, nicht immer einfach", so Kinderarzt Szépfalusi. "Deshalb sind Services wie die des Österreichischen Pollenwarndienstes äußerst wertvoll."

Ankündigung: "Welt-Allergie- und Asthma-Tag" am 7. April im Wiener Rathaus

Dem Thema Aufklärung und Information widmet sich auch der "Welt-Allergie- und Asthma-Tag" der Österreichischen Lungenunion, der am Sonntag, 7. April 2013, von 10 bis 17.30 Uhr im Wiener Rathaus stattfinden wird. Angeboten werden kostenlose Allergie-Tests, Lungenfunktionsprüfung, Beratung und Vorträge bekannter Experten. Info unter www.lungenunion.at.

Rückfragen & Kontakt:

Medizinische Universität Wien
Mag. Johannes Angerer
Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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Mobil: +43 664 800 16 11 501
johannes.angerer@meduniwien.ac.at
http://www.meduniwien.ac.at

Elisabeth Leeb
IGAV - Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (www.allergenvermeidung.org)
T: 0699 / 1 424 77 79
leeb.elisabeth@aon.at

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