- 13.03.2013, 11:00:35
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Persönliche Pollenwarnung mit neuer App
Pollensaison 2013 wird durchschnittlich, dauert aber länger
Utl.: Pollensaison 2013 wird durchschnittlich, dauert aber länger =
Wien (OTS) - Rechtzeitig zum Beginn der Pollensaison stellt der
Österreichische Pollenwarndienst der MedUni Wien einen weltweit
einzigartigen Service vor. Die neue App berücksichtigt erstmals die
individuelle Reaktionslage des einzelnen Allergikers und macht damit
eine ganz persönliche Pollenwarnung möglich.
Erle und Hasel eröffneten mit ihrer Blüte bereits die heurige
Pollensaison. Damit hat das Leiden für die zahlreichen
Pollenallergiker begonnen. Etwa jeder vierte Österreicher leidet an
einer krankhaften Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe,
wie dem Blütenstaub einiger Pflanzen. "Das gute Wetter Anfang März
hat zum explosionsartig ansteigenden Pollenflug von Erle und Hasel
geführt", so Uwe E. Berger, Leiter des Österreichischen
Pollenwarndienstes an der MedUni Wien.
Auch erste Pollen von Birke und auch Esche sind - vor allem im Westen
und Süden Österreichs - schon in der Luft. Relevante Belastungen
werden in der letzten März-Woche erwartet. Insgesamt wird der
Birkenpollenflug heuer wahrscheinlich etwas milder als 2012
ausfallen. Eine besonders starke Saison ist also nicht zu erwarten.
Die Vorhersagen für Gräser-, Beifuß- und Ragweedpollen können zurzeit
noch nicht getroffen werden. Nur so viel: "Die Ragweedsaison wird
heuer dem Trend der letzten Jahre folgend wieder um ein paar Tage
länger dauern", so Berger.
Persönliche Pollenwarnung direkt aufs Handy
Die Beschwerden sind individuell unterschiedlich. Manche
AllergikerInnen reagieren stark, wo andere noch fast gar nichts
spüren. Eine neue Gratis-App des Pollenwarndienst der MedUni Wien
berücksichtigt genau das und errechnet die ganz persönliche
Belastung: ein maßgeschneiderter Pollenalarm, samt Vorhersage für die
nächsten drei Tage. Berger: "Mit unserer ersten App wurde die
Pollenwarnung im letzten Jahr ganz einfach auch unterwegs abrufbar.
40.000 Allergiker haben sie seither auf ihr Smartphone geladen und
damit stets einen raschen Überblick, welche der zwölf wichtigsten
Allergieauslöser gerade in welchem Ausmaß und in welcher Gegend in
der Luft sind. Nun haben wir diesen Informationsservice
weiterentwickelt und bieten die Vorschau ab sofort auch zugeschnitten
auf die individuelle Reaktionslage des Allergikers an."
Auf Basis persönlicher, vorab eingetragener Symptomdaten ins
"Pollen-Tagebuch", werden PollenallergikerInnen einer bestimmten
Reaktionslage zugeordnet und ähnlich den Haut-UV-Typen in vier
Klassen eingeteilt. Die allgemeine Vorhersage (keine bis sehr hohe
Belastung) wird dann künftig entsprechend der errechneten Klasse nach
oben oder unten revidiert. Wird das integrierte GPS vorab
eingestellt, passt sich die Pollenwarnung bei einem Ortswechsel auch
automatisch entsprechend der neuen Position an.
Die individualisierte Pollenwarnung ist die erste Applikation dieser
Art weltweit und steht für iPhones und Androidhandys sowie die
sonstigen mobilen Devices zum kostenlosen Download auf
www.pollenwarndienst.at und den App-Stores zur Verfügung. Der Service
ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar und funktioniert
über die österreichische Landesgrenze hinaus auch in Deutschland und
Frankreich.
Frühzeitige Behandlung bringt Lebensqualität zurück
Eine Atemwegsallergie bedeutet für Betroffene und ihre Familien eine
große Belastung. Schlafstörungen, Probleme im Beruf, Krankenstände
oder Fehlzeiten in der Schule sind häufige Folgen einer un- oder
unterbehandelten Allergie. "Die Auswirkung auf die Lebensqualität
wird zum Teil massiver erlebt als jene einer als ernster
wahrgenommenen Erkrankung wie etwa Diabetes", weiß Otto Spranger,
Sprecher der Österreichischen Lungenunion. Um das zu verhindern,
sollte man rechtzeitig medizinische Hilfe suchen. "Dauern die
Beschwerden wie Schnupfen, Niesen, juckende und tränende Augen länger
als vier Wochen an, sollte man der Ursache unbedingt auf den Grund
und zum allergologisch versierten Arzt gehen", rät Zsolt Szépfalusi
von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni
Wien.
Jedem Allergiker seine Therapie
Allergien sind sehr komplex und von PatientIn zu PatientIn
verschieden. Das verlangt maßgeschneiderte Lösungen. Die Medizinische
Universität Wien hat deshalb die Allergologie als einen ihrer
Forschungsschwerpunkte definiert. Die Leiterin des Instituts für
Pathophysiologie und Allergieforschung, Barbara Bohle, dazu: "Die
Ziele unserer derzeitigen Forschung sind klar gesteckt: Wir arbeiten
daran, Therapien mit effizienterer und noch sicherer Wirkung zu
entwickeln. Zum einen sollen die Behandlungszeiten damit verkürzt und
zum anderen neue Verabreichungsformen gefunden werden." Basis jeder
Behandlung und wichtigste therapeutische Maßnahme ist die Vermeidung
bzw. Reduktion des Allergenkontakts. "Kann der Kontakt mit dem
Allergie-Auslöser weitgehend verhindert werden, beeinflusst das den
Krankheitsverlauf ganz entscheidend. Allerdings ist das bei
Blütenpollen, die sich überall in der Atemluft befinden, nicht immer
einfach", so Kinderarzt Szépfalusi. "Deshalb sind Services wie die
des Österreichischen Pollenwarndienstes äußerst wertvoll."
Ankündigung: "Welt-Allergie- und Asthma-Tag" am 7. April im Wiener
Rathaus
Dem Thema Aufklärung und Information widmet sich auch der
"Welt-Allergie- und Asthma-Tag" der Österreichischen Lungenunion, der
am Sonntag, 7. April 2013, von 10 bis 17.30 Uhr im Wiener Rathaus
stattfinden wird. Angeboten werden kostenlose Allergie-Tests,
Lungenfunktionsprüfung, Beratung und Vorträge bekannter Experten.
Info unter www.lungenunion.at.
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