• 12.03.2013, 15:53:42
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Medienbehörde KommAustria und RTR-GmbH stellen neues Rundfunk-Digitalisierungskonzept vor

Neues digitales Antennenfernsehen bringt 40 Programme, teils in HD

Utl.: Neues digitales Antennenfernsehen bringt 40 Programme, teils
in HD =

Wien (OTS) - Am Mittwoch haben die Medienbehörde KommAustria und der
Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH
(RTR-GmbH) im Wiener Bildungszentrum der Kammer für Arbeiter und
Angestellte den Entwurf der Behörde zum "Digitalisierungskonzept
2013" vorgestellt. Die Präsentation erfolgte im Rahmen einer
Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft "Digitale Plattform Austria",
zu der Melitta Aschauer-Nagl, Bereichsleiterin Bildung der
Arbeiterkammer, und Sektionschef Wolfgang Trimmel, Leiter des
Bundespressedienstes, Begrüßungsansprachen hielten.

Die Zukunft des digitalen Antennenfernsehens ist ein Kernpunkt des
"Digitalisierungskonzeptes 2013". In Österreich steht die Einführung
eines neuen Angebotes auf Basis des leistungsfähigen
Übertragungsstandards DVB-T2 unmittelbar bevor. Dann sollen 40
TV-Programme mittels Hausantenne zu empfangen sein, rund ein Viertel
dieser Programme sogar in HD-Qualität.

"Mit der Einführung von DVB-T2 in Österreich erfährt die
terrestrische Verbreitung des Fernsehens eine dramatische Ausweitung
an Programm- und Meinungsvielfalt, die für jedermann einfach über die
Antenne zu empfangen ist", unterstrich Dr. Alfred Grinschgl,
Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der RTR-GmbH, den Gewinn für
die Konsumenten. "Ganz anders sieht es in Deutschland aus, wo die
Terrestrik seit der Ankündigung der RTL-Gruppe, aus DVB-T
auszusteigen, im wahrsten Sinne des Wortes auf der Kippe steht." Es
sei zudem an der Zeit, die Bedeutung der Terrestrik differenzierter
zu betrachten, so Grinschgl: "Wenn es heißt, dass in Österreich sechs
Prozent der TV-Haushalte DVB-T nutzen, dann sprechen wir hierbei nur
von der Nutzung an Erstgeräten. Würden wir die Zweit- und
Drittgeräte sowie den mobilen Empfang an zum Beispiel Laptops
mitrechnen, dann wäre die Reichweite von DVB-T wahrscheinlich doppelt
so hoch. Dies ist eine Anregung an die Marktforschung, diese Werte
zusätzlich zu erheben."

Die Betriebslizenzen für das seit Oktober 2006 im älteren
Übertragungsstandard DVB-T in Österreich verbreitete digitale
Antennenfernsehen laufen im Herbst 2016 aus. Das
"Digitalisierungskonzept 2013" sieht vor, dass diese Lizenzen dann
unter der Maßgabe eines konsumentenfreundlichen Übergangsszenarios
für die Verwendung mit DVB-T2 ausgeschrieben werden, erläuterte
KommAustria-Mitglied Dr. Susanne Lackner. "Die Neuausschreibung der
heute für DVB-T genutzten Übertragungskapazitäten ist vermutlich die
größte Herausforderung an die terrestrische Digitalisierung des
gegenwärtigen Jahrzehnts. Ihr Gelingen kann getrost als
Überlebensfrage für die Terrestrik bezeichnet werden, denn vieles
wird davon bestimmt sein, wie das demnächst startende DVB-T2-Angebot
von den Konsumenten angenommen wird", so Lackner.

Mag. Michael Wagenhofer, Geschäftsführer des Sendernetzbetreibers
ORS GmbH, stellte die Pläne zur Einführung des neuen DVB-T2-Angebotes
vor. In einem hochrangig besetzten Expertengespräch wurde
anschließend die Zukunftsperspektive des terrestrischen Fernsehens
nicht nur für den österreichischen Markt kontrovers beleuchtet. Es
diskutierten Richard Grasl, Kaufmännischer Direktor des ORF,
Alexander Sperl, Marketingvorstand der A1 Telekom Austria AG sowie
Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik der RTL Deutschland GmbH
und Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der
deutschen Landesmedienanstalten.

Die Medienbehörde KommAustria hat laut Gesetz im zweijährigen
Rhythmus ein novelliertes Digitalisierungskonzept vorzulegen, das der
Einführung, dem Ausbau und der Weiterentwicklung von digitalem
Rundfunk in Österreich dienen soll. Dabei hat sie auch die mehr als
300 Personen umfassende Arbeitsgemeinschaft "Digitale Plattform
Austria" zu konsultieren, zu der Repräsentanten der heimischen
Hörfunk- und Fernsehanbieter und anderer Mediendiensteanbieter ebenso
zählen, wie Vertreter von Netzbetreibern, Anbietern von
Kommunikationsdiensten, der Endgeräteindustrie, des Handels, von
Verbrauchervereinigungen, der Wissenschaft oder der Bundesländer. Die
Geltungsdauer des gegenwärtigen "Digitalisierungskonzeptes 2011"
endet am 30. April 2013.

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